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In der Innenstadt fehlen Containerplätze

Greifswald In der Innenstadt fehlen Containerplätze

Die Entsorgungsgesellschaft ist auf die Hilfe der Stadt angewiesen und trifft auf Widerstand von Bürgern

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Veronika (18) nutzt den Wertstoffplatz auf dem Nexöplatz für die Glasentsorgung.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Jeder Bürger möchte sein Altpapier und seine Gläser und Flaschen möglichst nahe an der Wohnung entsorgen. Aber keiner möchte die Wertstoffbehälter vor seiner Haustür. Die Folge: In Greifswald fehlen laut geltenden Empfehlungen etwa 30 Flächen für Iglus. In den letzten acht Jahren wurden etwa ein Viertel der Stellplätze in der Kreisstadt zurückgebaut, die Behälter von der Greifswald Entsorgung GmbH (GEG) eingelagert.

Besonders prekär ist die Lage in der Altstadt. „Seit einem halben Jahr ist auch der Stellplatz in der Stralsunder Straße weg, weil ihn der neue Pächter der Fläche nicht mehr wollte“, erzählt GEG-Mann Tom Will. Noch da ist der Stellplatz Karl-Marx-Platz, um dessen künftigen Standort und eine mögliche Verlegung 2015 intensiv gestritten wurde (die OZ berichtete).

Schon 2014 wurde der Containerstellplatz auf dem früheren Parkplatz am Hansering beseitigt. Denn zwischen Brügg- und Kuhstraße will die Wohnungsbau und Verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG) neue Häuser bauen. Und wo sollen die Bürger nun hin, fragt der Greifswalder Dieter Dräger. Er bemüht sich seit Jahren in Zusammenarbeit mit den Entsorgern um Igluplätze. „2014 wurde angekündigt, dass in der Kuhstraße ein Ersatzplatz entstehen soll“, erinnert Dieter Dräger. „Das ist nicht passiert.“ Die Stadtverwaltung winkt ab. Bei der Baugenehmigung für die WVG werde die Hausmüllentsorgung berücksichtigt. Wertstoffplätze seien Sache des Kreises. Stimmt, bestätigt das Landratsamt. Aber um Iglus aufzustellen, benötige man Flächen der Stadt. Diese Plätze müssten außerdem für die Fahrzeuge der Entsorger zugänglich sein. Man sei mit der Stadt im Gespräch.

Im Konkreten mit den Plätzen befasst ist seit Anfang 2016 die Ver- und Entsorgungsgesellschaft des Landkreises Vorpommern-Greifswald (VEVG). Die GEG ist nur noch Dienstleister. Maurice Wühn, Verantwortlicher für Wertstoffhöfe, geht das Problem offensiv an. „In der Stadt wird eine Entfernung von höchstens 200 Metern zum Wertstoffplatz angestrebt“, so Wühn zum Ziel. „Wir waren in der letzten Woche in Greifswald unterwegs und haben elf mögliche Plätze gefunden, die die Stadt nun prüft.“ Wenn tatsächlich drei bis vier entstünden, sei das schon gut. Auch am Hansering wurden zwei Möglichkeiten gefunden. Erstens eine Fläche am Wendehammer der Schützenstraße vor dem Hansering und zweitens eine mit Sträuchern bestandene Fläche Brügg-/Ecke Kuhstraße. Die Flächen würden auf Kosten der VEVG gepflastert und die Iglus eingezäunt, betont Wühn. Wenn sich diese Vorschläge nicht realisieren ließen, müsse weitergesucht werden. Wenn das nicht klappt, sind die Container am Nexöplatz die Alternative.

Die Kreisstadt ist nicht die einzige Problemregion. Nach den Erfahrungen von Marcel Wühn wehren sich in den großen Badeorten an der Usedomer Küste nicht nur Bürger, sondern auch Hotels und Ferienwohnungsbetreiber gegen Entsorgungsbehälter in der Nähe. „Wir mussten jetzt im Gothenweg im Seebad Heringsdorf Glasbehälter wegnehmen, weil es einen Ferienwohnungsbetreiber gestört hat“, erzählt er. Allerdings gibt es einen Unterschied zu Greifswald. Auf Usedom kommen die Gemeinden auf die VEVG mit Angeboten für Wertstoffplätze zu und nicht umgekehrt. „Momentan wird erwogen, in Heringsdorf, Bansin und Ahlbeck nur noch jeweils einen großen Platz einzurichten“, sagt Wühn. Dafür müssten aber längere Wege hingenommen werden. „Die Wertstoffplätze in den Kaiserbädern sind in der Saison noch mehr verdreckt als die Greifswalder“, informiert Wühn. Besonders schlimm sei es in der Ferienzeit, wenn Urlauber aus Hotels, Ferienwohnungen, Camper und Gewerbetreibende hier Müll abladen.

Der Entsorger

Die Ver- und Entsorgungsgesellschaft des Landkreises Vorpommern-Greifswald hat ihren Sitz in Karlsburg. Die Greifswald Entsorgung GmbH ist seit 2011 deren Tochterunternehmen.

Es gibt vier Entsorgungsbereiche (Anklam, Wolgast, Greifswald-Land; Jarmen, Tutow, Peenetal-Loitz; Uecker Randow und Stadt Greifswald).

In den Entsorgungsbereichen gibt es 17 Wertstoffhöfe, zu denen die Bürger ebenfalls fahren können (Näheres zur Annahme von Gütern unter www.vevg-karlsburg.de). In Greifswald gibt es Wertstoffhöfe am Eckhartsberg und an der Ladebower Chaussee.

Eckhard Oberdörfer

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