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Greifswald Industriehafen Ladebow wird ausgebaggert
Vorpommern Greifswald Industriehafen Ladebow wird ausgebaggert
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14:30 07.10.2018
Im Hafen Ladebow laufen aktuell Baggerarbeiten. Quelle: Peter Binder
Greifswald

Gute Nachrichten für den vor sich hin dümpelnden Hafen Ladebow: Noch vor 2020 soll die Fahrrinne wieder für Schiffe mit 6,10 Meter Tiefgang nutzbar sein. Seit September 2017 sind nur 4,20 Meter zulässig.Die versandete Zufahrt nach Ladebow wird derzeit zunächst auf 5,90 Meter vertieft. In Kürze können damit wenigstens wieder Schiffe mit fünf Meter Tiefgang den Wirtschaftshafen anlaufen. Parallel baggert die Stadt das ebenfalls versandete Hafenbecken aus.

Fahrrinne wird seit 2002 flacher

„In einem weiteren Schritt ist die Herstellung einer Tiefe von 6,90 Meter geplant“, informiert der Sprecher des Stralsunder Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA), Dirk Berger. „Voraussichtlicher Baubeginn ist 2019.“ 6,90 Meter entsprechen einem zulässigen Tiefgang von 6,10 Meter. So tief war die Fahrrinne nach der letzten Baggerung 2002/3, dann wurde es schrittweise weniger. 2015 erlaubte das WSA nur noch fünf Meter Tiefgang, ein Wettbewerbsnachteil gegenüber den Konkurrenzhäfen Stralsund, Vierow und Wolgast. Schiffe mit den seit 2017 zulässigen 4,20 Meter Tiefgang sind Mangelware. Darum legten häufig nur teilweise beladene Fahrzeuge in Ladebow an. Das ist wenig wirtschaftlich.

Die zweite Baggerung soll nun die Wende bringen. Bis August dieses Jahres lag der Umschlag für 2018 nur bei 50000 Tonnen, informiert Michael Ott, Geschäftsführer der Hafen und Lagergesellschaft Greifswald (HLG). Diese hat Ladebow 2012 zunächst für ein Jahr und 2013 für 25 Jahre vom Besitzer, der Stadt Greifswald, gepachtet. Im Vertrag steht eine Tiefe von 5,70 Meter. 2015 lag der Umschlag bei 112500 Tonnen, dazu kommen die vom Baustoffhändler Mibau angelandeten Mengen. „Unsere Prognose geht davon aus, dass wir in Ladebow 2021 insgesamt 300000 bis 350000 Tonnen umschlagen“, sagt Michael Ott. Ein erwarteter Wachstumsfaktor sind steigende Umschlagszahlen bei Baustoffen, ein zweiter die neue Düngemittelverordnung der EU, die stärkere Bedarfe für Lagerung und optimale Mischung des Düngers mit sich bringe. Dafür habe Ladebow mit seiner von der Firma Beiselen errichteten Halle und einer neuen Absackanlage ideale Voraussetzungen. „Wir wollen auch versuchen, mehr Getreide umzuschlagen“, betont Ott.

Baustoffe und Dünger sind Wachstumsfaktoren

Der Getreidehandel war 2017 zusammengebrochen, ihn wieder aufzubauen sei schwer, weil der Trend in diesem Segment zu Großschiffen gehe. „Das merken auch Wolgast und Stralsund“, sagt Ott. Vierow nutze beim Getreidehandel die Kooperation mit dem Hafen Mukran, dort können größere Schiffe anlegen. Vierow selbst dürfen laut WSA derzeit Schiffe mit 5,70 Meter Tiefgang anlaufen, Stralsund von Osten solche mit 6,10 Meter und von Norden am Tag mit 3,50 Meter Tiefgang.

Die aktuelle Baggerung kostet den Bund für die Fahrrinne 650000 Euro und die Stadt für das Hafenbecken 215000 Euro. Dass alle vier bis fünf Jahre Fahrrinnen nicht nur in Ladebow gebaggert werden müssen, ist laut Peter Lubs normal. Er ist in der Stadtverwaltung für die Häfen zuständig. Man dürfe nicht vergessen, dass jetzt 15 Jahre nicht gebaggert wurde, sagte er auf der Sitzung des Bauausschusses der Bürgerschaft. Darum sei die aktuelle Ausbaggerung auch so teuer. „Wenn wir künftig alle vier bis fünf Jahre baggern, ist das viel günstiger.“ Außerdem verfüge Greifswald durch die Schaffung eines Spülfeldes im Vorfeld der Baggerung über einen Vorteil. Dorthin wird das Sediment aus dem Hafen gebracht. „Es gibt einen Abnehmer für das Spülgut. Das lässt sich als mineralischer Boden verkaufen“, so Lubs.  „Wir prüfen derzeit, ob wir das nächste Baggergut auf das städtische Spülfeld bringen können“, sagt WSA-Sprecher Berger. Der Sand der aktuellen Baggerung wird in der Ostsee abgelagert.

Eckhard Oberdörfer

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