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Greifswald Internationaler Genuss ohne Grenzen

Falafel aus Kichererbsen, mit Tomate und Paprika gefüllte Minitörtchen oder Börek mit Schafskäse und Spinat: Die internationalen Gerichte fanden gestern Mittag auf ...

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Gemeinsam kochen — gemeinsam essen. Der Frauentag sorgte gestern für gute Stimmung auf dem Fischmarkt.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Falafel aus Kichererbsen, mit Tomate und Paprika gefüllte Minitörtchen oder Börek mit Schafskäse und Spinat: Die internationalen Gerichte fanden gestern Mittag auf dem Fischmarkt ratzfatz ihre Liebhaber. Nach nur einer Stunde war das von deutschen und geflüchteten Frauen gemeinsam angerichtete Büfett nahezu kahl. „Genießen ohne Grenzen“ lautete das Motto der Aktion, die das Greifswalder Frauenforum und die Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt aus Anlass des Internationalen Frauentages initiierten.

Wir wollten keine Pro-

blemveranstaltung, sondern gute Laune erzeugen. Das ist uns, glaube ich, gelungen.“Ruth Terodde, Sprecherin Frauenbeirat

Zu den Akteuren gehörte auch die 25-jährige Afghanin Artemis, die seit etwa einem Jahr in Greifswald lebt. Ganz allein begab sie sich auf die Flucht. Mittlerweile beherrscht sie recht gut die deutsche Sprache und hat sich an der Uni sogar schon für ein Studium der Politikwissenschaften beworben. „In Greifswald fühle ich mich wohl“, sagte die junge Frau, die bereits ein Studienkolleg absolvierte. Nur leider sei es ein himmelweiter Unterschied, ob sie sich Fremden als Studentin oder Flüchtling vorstelle; die Reaktionen könnten nicht unterschiedlicher sein.

Für Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder, dem die Speisen „wunderbar“ schmeckten, ist das keine neue Erkenntnis. Häufig brauche es erst einmal den persönlichen Kontakt mit Flüchtlingen, um einander besser zu verstehen. „Aber das funktioniert eben nur auf Freiwilligenbasis“, sagte er und baut darauf, dass zumindest ein Teil der Geflüchteten in Greifswald eine echte Heimstatt finden.

Genau aus diesem Grund will das Greifswalder Frauenforum und speziell der Frauenbeirat als neues, bürgerschaftliches Gremium mehr Begegnungen schaffen. Das gemeinsame Kochen soll ein Baustein sein.

„Das Schöne daran ist ja, dass die Beteiligten ganz zwanglos zusammenkommen, ihre Nöte eine Zeitlang vergessen oder auch Sorgen mit anderen teilen können und die Stunden genießen“, sagte Karen Kunkel vom Frauenforum.

Eine ehrenwerte Sache, würdigte Birgit Gabler vom Schweriner Sozialministerium die Greifswalder Aktivitäten. Die Leiterin der Leitstelle für Frauen und Gleichstellung vertrat Ministerin Birgit Hesse (SPD), die ihr Kommen zugesagt hatte, dann aber erkrankte. „Den Gedanken des Internationalen Frauentages auch international umzusetzen, finde ich toll“, so Gabler.

Ähnlich sieht das Landtags- und Bürgerschaftsmitglied Mignon Schwenke (Die Linke). Doch neben der Flüchtlingsthematik gebe es für Frauen am 8. März auch noch ganz andere Gründe, Aufmerksamkeit einzufordern: „Noch immer bekommen Frauen nicht den gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Sie haben es schwerer, in höhere Positionen zu gelangen, selbst in Parteien und Parlamenten, und mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist es auch noch nicht weit her“, ermuntert Schwenke Frauen, für ihre Rechte einzustehen.

Der Erlös der gestrigen Aktion, die Louis Reincke (Kontrabass) und Veronika Uhl (Saxophon) musikalisch fabelhaft gestalteten, geht übrigens an das Internationale Frauencafé im Begegnungszentrum „Schwalbe“ — immerhin 422 Euro. Dort nahm das gemeinsame Kochen mit Frauen aus der Ukraine, Afghanistan, China und dem Irak am Montagabend seinen Anfang.

Von Petra Hase

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