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Greifswald Investor soll neuen Hort bauen
Vorpommern Greifswald Investor soll neuen Hort bauen
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00:24 09.05.2018
Auf der Buswendeschleife nahe der Schule könnte die neue Einrichtung gebaut werden. Quelle: Foto: Eckhard Oberdörfer

Alle Kinderbetreuungseinrichtungen der Stadtrandgemeinde platzen aus allen Nähten. Die Gemeinde wollte darum ihre Kindertagesstätte, konkret die Krippe, erweitern. Aber die erhofften 500000 Euro Fördermittel des Kreises zusätzlich zu den Eigenmitteln werden nicht fließen.

„Wir stehen nur auf Platz acht der über 40 Positionen umfassenden Prioritätenliste“, erläuterte Bürgermeister Frank Weichbrodt den Mitgliedern des Amtsausschusses Landhagen. „Nur sechs Vorhaben werden gefördert. “ Drei Millionen Euro Fördermittel für zwei Jahre seien eben für den riesigen Kreis Vorpommern-Greifswald viel zu wenig. Ein Termin bei Sozialdezernent Dirk Scheer (parteilos) brachte nichts.

Der Ausweg: Der Neubau eines Hortes. Wenn die neue Einrichtung steht, soll der jetzige Hort zu einem Kindergarten und Krippe umgebaut werden. Allein kann die Gemeinde die nötigen Ausgaben jedoch nicht finanzieren. Darum soll ein Investor bauen. „Es gibt bereits Interessenten“, informierte der Bürgermeister. Diese könnten sich im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens offiziell bewerben.

„Wir haben nur 80 Plätze im Hort“, erläuterte die zuständige Sachgebietsleiterin des Amtes, Annette Schröter. Die Situation verschärfte sich, weil Räume in der „Schule am Bodden“ aktuell nicht mehr zur Verfügung stehen. Diese werden für den Unterricht benötigt, weil die Schülerzahlen steigen. Bereits im Juli 2016 wurde dazu ein Antrag der Schulkonferenz eingereicht. Im März dieses Jahres hat die Schule Neuenkirchen einen Antrag auf Errichtung eines Anbaus gestellt (die OZ berichtete). Aktuell besuchen über 400 Schüler in 19 Klassen die Einrichtung. 2020 werden es 21 sein. Bisher erwiesen sich alle Prognosen für Schülerzahlen als zu niedrig.

Befristet für drei Jahre darf der Hort jetzt aber Räumlichkeiten, beispielsweise die Bibliothek, im Gemeindezentrum nutzen, berichtete Sachgebietsleiterin Schröter. Das Gemeindezentrum liegt in der Wampener Straße gegenüber der Schule. Dadurch verfügt der Hort aktuell über 102 Plätze. Allerdings gehört Neuenkirchen kein Grundstück in der Nähe der Schule für den Hortbau. Und dadurch kommt das Amt, der Träger der Regionalschule mit Grundschulteil, ins Spiel: Es soll ein Grundstück für den Hortneubau zur Verfügung stellen. Diese Fläche muss dafür aus dem Grundstück des Amtes herausgelöst werden. Konkret geht es um die jetzige Buswendeschleife. „Deren Verlegung kostet rund 100000 Euro“, so Weichbrodt. Außerdem muss die Verkehrsbehörde zustimmen.

Aber das ist vielleicht gar nicht nötig. Der Mesekenhäger Bürgermeister Geert-Christoph Seidlein regte an, am Standort des jetzigen Löschwasserteiches nahe der Wendeschleife einen unterirdischen Löschwasserbehälter zu bauen. Das kostet zwar zunächst 80000 bis 95000 Euro, aber der Wartungsaufwand ist sehr gering. Die Ausbaggerung verschlammter Löschteiche ist wegen des Naturschutzes sehr problematisch. Auf dem Löschwasserbehälter könnte der Hort gebaut werden. „Das machen andere auch“, so Seidlein. Eine gute Idee, die man erwägen solle, so Bürgermeister Weichbrodt. . Im Hort soll es dort künftig Unterrichtsmöglichkeiten geben. Das sei im Hausaufgabenraum möglich, so der Bürgermeister. Spielzimmer dürften nur vom Hort genutzt werden.

Im Amtsausschuss gab es keine Widersprüche gegen eine Veräußerung der Buswendeschleife. Eine Kostenschätzung für den Hort gibt es noch nicht.

Eckhard Oberdörfer

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