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Greifswald „Ja, ich will – auf Usedom heiraten“
Vorpommern Greifswald „Ja, ich will – auf Usedom heiraten“
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00:01 21.02.2017
Christiane und Mario aus Berlin. Dem Paar haben die Fotosession und die Hochzeit auf Usedom sichtlich viel Spaß gemacht. Quelle: Fotos: Anett Petrich
Zinnowitz

/Greifswald. 1.7.17, 7.7.17 oder auch der 17.7.17: In diesem Jahr gibt es mehrere Tage mit der Märchenzahl „7“, um den schönsten Tag des Jahres mit ihr zu verbinden. Die Standesbeamten der Insel Usedom und aus Wolgast nehmen in diesen Wochen reihenweise Anmeldungen von Einheimischen und Urlaubern dafür an, sich an der Küste das Ja-Wort zu geben.

Vor einem Zempiner Fischernetz: glückliche Berliner Brautleute.

Auch im Standesamt Greifswald sind diese Tage begehrt. „Der 7.7.17 ist eindeutig das beliebteste Hochzeitsdatum: Hierfür gibt es bereits sieben Anmeldungen“, sagt Pressesprecherin Andrea Reimann. Das liegt wohl nicht nur am tollen Datum, sondern auch daran, dass es ein Samstag ist. Vier Reservierungen liegen für den 1.7.2017 vor, ebenfalls ein Samstag, zwei für den 17.7.2017.

„Im Vorjahr hatten wir 294 Trauungen in unserem Amtsbereich. Das war ein neuer Rekord. Die Zahlen steigen in jedem Jahr“, sagt Standesbeamtin Regina Zühlke aus Ahlbeck. Dabei kommt ein Großteil der Paare gar nicht von der Insel. „In diesem Jahr haben wir schon 22 Anmeldungen für eine Hochzeit am Strand. Dabei bieten wir so etwas noch nicht so lange an. Wir merken aber, dass das gut gebucht wird“, sagt sie. Bei einer Strandhochzeit werden die Paare in einem festlich geschmückten Zelt vermählt. In den Kaiserbädern ist der Klassiker unter allen Eheschließungen allerdings nach wie vor das Trauzimmer im Turm.

„Ich bin nur der Standesbeamte – für die Ehe bin ich nicht verantwortlich“, sagt Tobias Menge vom Süd-Amt und lacht auf die Frage, ob die Hochzeiten an besonderen Tagen dem Ehepaar Glück bringen oder nicht. In seinem Bereich gaben sich im vergangenen Jahr 172 Paare das Ehe-Versprechen. „Wir haben jedes Jahr etwa gleichbleibende Zahlen“, sagt er. Für die drei eingangs des Textes erwähnten Tage hat der Standesbeamte allerdings keinen Termin mehr frei. Die sind schon lange ausgebucht. „Der Klassiker bei den Lokalitäten sind die Salzhütten in Koserow, zunehmend interessanter wird aber auch das Schloss in Stolpe. Auch hier kommt ein Großteil der Ehepaare nicht von der Insel“, sagt Menge. Viele Hochzeitspaare verbinden ihren schönsten Tag des Lebens mit dem Urlaub.

Mit nur 30 Hochzeiten im Jahr fingen die Eheschließungen im Jahr 1990 in Zinnowitz an. „Im Vorjahr hatten wir 140 Trauungen im gesamten Jahr, Tendenz steigend“, sagt Heike Wagner vom Amt Usedom-Nord.

Für den 7.7. hat sie bereits vier Anmeldungen. „Am 17.7 wollen gleich drei Paare heiraten“, berichtet sie. In den Sommermonaten Juni, Juli und August herrscht für die StandesbeamtenHochkonjunktur.

„Beliebt sind natürlich der Freitag und Sonnabend“, sagt sie aus Erfahrung. Für dieses Jahr hat sie bereits 60 Anmeldungen. Viele Paare buchen langfristig ihren Termin, andere sind etwas kurzentschlossener.

„Wir haben in der Stadt Wolgast leider nicht den beliebten Insel-Bonus“, sagt Standesbeamtin Kerstin Schönwandt aus der Herzogstadt auf die Frage, ob in diesem Jahr an den drei besagten Terminen mit einem Ansturm zu rechnen ist. „Bei uns kommen die meisten Ehepaare aus Wolgast und der näheren Umgebung. Im Vorjahr gaben sich 100 Verliebte im Wolgaster Standesamt das Ja-Wort“, sagt sie. Ein Großteil kommt ursprünglich aus Wolgast und Umgebung und möchte am Ort der Kindheit heiraten. „Oft wohnt die Verwandtschaft noch hier“, sagt sie. Die Anzahl der Hochzeiten stagniere.

Heiraten in Deutschland

Rund 400 000 Ehen wurden im Jahr 2015 in Deutschland geschlossen. Im gleichen Zeitraum ließen sich etwa 163 000 Paare scheiden. Zum Vergleich: Im Jahr 1950 traten noch 750 000 Verliebte vor den Traualtar. Das Durchschnittsalter bei Männern liegt bei 33 Jahren, Frauen heiraten im Durchschnitt mit 31,2 Jahren.

23,68 Prozent der Paare trennen sich in den ersten sechs bis zehn Jahren nach der Hochzeit.

Hannes Ewert

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