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Greifswald Zu viele Wildschweine: Jagd auf Schwarzkittel in Vorpommern hält an
Vorpommern Greifswald Zu viele Wildschweine: Jagd auf Schwarzkittel in Vorpommern hält an
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17:58 04.12.2018
Auf den von den Forstämtern angesetzten Drückjagden geht es vor allem dem Schwarzwild an die Decke. Nach der Jagd wird nach altem Brauchtum die Strecke gelegt und verblasen. Quelle: Cornelia Meerkatz
Vorpommern

Noch immer sorgen überhöhte Wildschweinbestände in den beiden vorpommerschen Landkreisen für Probleme. Denn Schwarzwild ist die Wildart mit der höchsten Reproduktionsrate. Und: Die Gefahr der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest ist nach wie vor sehr hoch.„Wenn der Bestand nicht eingedämmt wird, werden innerhalb eines Jahres aus 100 Wildschweinen 400“, hatte schon vor Jahresfrist Felix Adolphi, Leiter des Forstamtes Neu Pudagla auf der Insel Usedom hingewiesen. Aus diesem Grund ist in den Abschussplänen für die einzelnen Forstämter das Schwarzwild am stärksten vertreten. Nach wie vor bemühen sich daher die Mitarbeiter der Landesforst und die Jägerschaft sehr um Eindämmung der Bestände.

Allerdings gibt es trotz der für Jäger vom Land ausgelobten Pürzelprämie pro erlegtem Wildschwein noch viel zu tun, um die vorgesehenen Abschusszahlen zu erreichen. Im Forstamt Jägerhof sind erst 30 der vorgesehen 130 Stück Wildschweine gestreckt worden. „Wir haben in diesem Jagdjahr, das bis zum 31. März 2019 andauert, auch bei beim Rot- und Damwild noch Nachholbedarf“, sagt Forstamtsleiter Torsten Hackert. Beim Rotwild seien erst 30 Prozent, beim Damwild 40 und beim Rehwild 60 Prozent erlegt worden. Noch allerdings stehen zwei Drückjagden in verschiedenen Revieren aus und für Januar sind noch zwei zusätzliche Jagden angesetzt.

Besser sieht es dagegen im Forstamt Poggendorf aus, wo bereits 80 Prozent des vorgesehenen Wildes auf den 5700 Hektar Jagdfläche erlegt wurden. „Schon komplett erfüllt ist der Plan bei Damwild, 80 Prozent sind es beim Rehwild“, berichtet Forstamtsleiter Robert-Marc Berger. Lediglich beim Rotwild seien es erst knapp 50 Prozent. „Aber das ist eben Jagd. Der Bestand muss natürlich reguliert werden, dennoch kommen die Tiere nicht auf Bestellung vorbei“, so Berger. Er verweist darauf, dass bei den zehn durchgeführten von 14 geplanten Drückjagden der Bejagungsschwerpunkt immer auf der Wildart Schwarzwild lag. So sollen Wildschäden vermieden und Seuchenprävention für die Afrikanische Schweinepest betrieben werden. „Im Januar wird es noch zwei zusätzliche Drückjagdtermine geben. Um die Effektivität der Schwarzwildbejagung zu steigern, werden benachbarte Jäger durch das Forstamt über die Termine informiert“, fügt er hinzu. Das ist auch in Jägerhof, Schuenhagen und Neu Pudagla sowie im Uniforst Greifswald so. So bewirtschaft allein auf Usedom die Hegegemeinschaft Hochwild zwei Drittel der Fläche. Forstamtsleiter Robert-Marc Berger geht unterdessen davon aus, dass in seinem Forstamt bis zum Ende des Jagdjahres Ende März die avisierten 350 Stück Schwarzwild erreicht werden.

Generell ist festzustellen, dass auf den Drückjagden der Landesforst ein deutlich höherer Anteil an Schwarzwild gestreckt wird als bei den anderen Schalenwildarten. Das sei gut so, denn die Schwarzkittel richten in landwirtschaftlichen Kulturen Schaden an, höhlen Deiche aus und gelten eben als potenzielle Überträger der Afrikanischen Schweinepest. „Trotz der sehr guten Streckenergebnisse im vergangenen Jagdjahr ist die Wildschwein-Population noch sehr hoch. Und die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest ist nicht geringer geworden. Neben Polen, Tschechien, Ungarn und Osteuropa ist die Seuche ja auch schon bis Belgien vorgedrungen. Daher hat der Abschuss von Schwarzwild oberste Priorität“, betont Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Die Landkreise als Untere Jagd- und Veterinärbehörde seien den Jägern dankbar, dass sie mit ihrer Tätigkeit aktiv dazu beitragen, die Gesamtsituation zu verbessern, so Froitzheim.

Zwölf Drückjagden finden im Forstamt Schuenhagen statt. Wie Forstamtsleiter Andreas Baumgart betont, wurden bislang an die 100 Wildschweine gestreckt. „Es kommen aber noch unsere sechs großen Jagden. Auffällig in diesem Jahr ist, dass sich nach dem langen trockenen Sommer und Herbst sehr viele Wildschweine in unseren reichlich vorhandenen Schilfgürteln aufhalten. Dort sind dann Schwerpunkte“, so Baumgart.

Ein Großteil der erlegten Wildschweine wird vermarktet – die Nachfrage ist groß. Das Fleisch des Schwarzwildes ist mager und sehr gesund. Da die Tiere nicht im Stall gehalten werden und sie sich unentwegt bewegen sowie natürlich ernähren, entstehen keine dicken Fettpolster. Das Fleisch enthält keine Zusatzstoffe. Wildschweinfleisch kann man zu jeder Jahreszeit bei Jägern oder bei Wildhändlern kaufen. Auch die Forstämter in MV verkaufen Wildschweine - allerdings nicht als Kiloware, sondern nur als ganze Tiere und mit Decke.

Cornelia Meerkatz

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