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Jugendclub auf vier Rädern im Ostseeviertel

Greifswald Jugendclub auf vier Rädern im Ostseeviertel

Christen aus dem Stadtteil wollen ihre Kinder- und Jugendarbeit im Bauwagen weiterführen / Stadtjugendring begeistert

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Endlich ein Raum! Felix Eiffler, Markus Engfern, Benjamin Lippa und Anett Müller (v.l.) freuen sich über den Bauwagen.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Von außen ist es nur ein großer, grauer Kasten auf vier Rädern, neun Meter lang: der Bauwagen, der jetzt in einer Halle im Greifswalder Industriegebiet Herrenhufen steht. Doch für ein paar Christen aus dem Ostseeviertel steckt er voller Möglichkeiten.

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Christen aus dem Stadtteil wollen ihre Kinder- und Jugendarbeit im Bauwagen weiterführen / Stadtjugendring begeistert

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Wenn es regnet, wissen wir nicht, wohin.“Felix Eiffler, einer der Initiatoren

„Sobald wir die Genehmigung vom Bauamt haben, geht’s los“, sagt der Greifswalder Theologe Felix Eiffler, 32. Dann wollen er, seine Frau Ina und ein paar andere Christen aus dem Viertel diesen Wagen auf einen Platz in der Vitus-Behring-Straße stellen – und eine Art Kinder- und Jugendclub eröffnen. Den einzigen im Ostseeviertel Ryckseite, seit die Arbeiterwohlfahrt ihren 2013 dichtmachte.

„Eine charmante Idee“, findet Tino Höfert vom Stadtjugendring, der Jugendangebote vernetzt. „Im Grunde brauchte jeder Stadtteil einen pädagogisierten Raum, in dem Jugendliche sich aufhalten, spielen und ’was gestalten können.“ Auch, um Ansprechpartner zu haben. „Aber die Stadt kann das wohl nicht finanzieren.“ Es sei toll, dass Ehrenamtler die Lücke füllten.

Die Kinderstunde, mit der das Team künftig samstags in den Bauwagen ziehen will, hat eine ungewöhnliche Geschichte: 2007 fingen Theologie-Studenten und andere Christen im Stadtteil an, Kinder aus ihrer Nachbarschaft einzuladen. „Die haben mit ihnen gespielt, Hausaufgaben gemacht oder zu Abend gegessen“, erzählt Eiffler, „einfach, weil sie gemerkt haben: Manche der Kinder wissen nicht, wohin mit sich.“ Aus den Treffen entwickelte sich eine Kinderstunde jeden Sonnabend: mit Spielen und Bibelgeschichten lesen. Später übernahmen befreundete Christen des „Greifbar“-Werks das Projekt und mieteten dafür eine Wohnung an.

„Eigentlich toll“, sagt Felix Eiffler. Doch Plattenbauten seien so hellhörig, „die Nachbarn fühlten sich gestört.“ So habe man die WG 2014 wieder gekündigt. Die Kinder blieben, auf einer Wiese treffen sie sich weiter. Zehn, zwölf, manchmal 18, „viele genießen die Aufmerksamkeit, die sie bekommen“, erzählt Eiffler. „Aber wenn es regnet, wissen wir nicht, wohin.“ Einen Raum im Stadtteil zu finden, sei unmöglich. „Wir hätten gern den leeren Woolworth-Laden gemietet, aber es hätte eine halbe Million gekostet, alle Brandschutz- und Lärmschutzauflagen zu erfüllen“, erzählt Eiffler.

Darum nun also der Bauwagen, für 5000 Euro in Leipzig gekauft und selbst renoviert. Die Ehrenamtler haben den Boden neu verlegt, Wände abgeschliffen, Bänke und Tische einbauen lassen. Mit bis zu 15 Kindern werden sie nun darin sitzen können. Auch Platz, um Spiele und eine Kino-Leinwand zu lagern, gibt es. Im Frühjahr sollen die Kinder den Wagen außen bunt anmalen, „dann ist das wirklich ihrer“, meint Felix Eiffler.

Michaela Wöller, die mit ihren drei Kindern im Viertel lebt, findet den Plan super. „Vor allem meine beiden jüngeren Kinder freuen sich sehr“, erzählt sie. Seit Jahren gingen sie zur Kinderstunde, „weil sie da spielen und ’was über Religion lernen.“ Aber auch wegen der Gemeinschaft. „Sie kommen immer ganz fröhlich zurück.“

„Greifbar“ im Viertel

Unter dem Namen „Greifbar“ finden seit 2002 moderne evangelische Gottesdienste in Greifswald statt, die jeweils mehrere hundert Menschen anlocken. Aber auch eine Nachbarschaftsarbeit im Ostseeviertel gehört zum „Greifbar“-Werk: Seit 2007 machen Theologiestudenten und andere Christen, die hier wohnen, Angebote für Kinder und Erwachsene, spielen mit ihnen Fußball, bieten Hausaufgabenhilfe an oder laden zum Osterfeuer ein. Zwölf dieser WGs gibt es heute im Viertel. Manche der Studenten sind gezielt hergezogen, um ihren Optimismus und ihre Ideen in den Stadtteil einzubringen.

Sybille Marx

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