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Greifswald Käpt’n Sprechdachs und seine Knirpse
Vorpommern Greifswald Käpt’n Sprechdachs und seine Knirpse
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00:05 10.06.2017
Der monatliche Gang ins Sinus zum Schwimmunterricht gehört für die Kindergartenkinder zum Alltag. Quelle: Foto: Kita Käpt’n Sprechdachs
Greifswald

Diese Kindertagesstätte ist etwas Besonderes: „Sprache ist mehr als Worte“ lautet das Motto der Einrichtung. Sie befindet sich auf dem Medigreif-Gelände in der Pappelallee und vereint Sprachheilkindergarten, integrative Gruppe und Hort unter einem Dach. Träger der Kita, in dem es keinen Krippenbereich gibt, ist die Berufsfachschule Greifswald.

Sprachheilkindergarten, Hort und integrative Gruppe bilden ein Kompaktangebot

169 Kinder werden in der Einrichtung betreut. „Wir haben 45 Kindergartenkinder. 30 davon besuchen den Sprachheilkindergarten, elf gehen in eine normale Regelgruppe und vier Knirpse gehören zur integrativen Gruppe“, berichtet Kitaleiterin Birgit Ehmke. Den größten Teil aber machen 124 Hortkinder der Klassen 1 bis 4 aus der Grundschule des Ostseegymnasiums aus. „Ab dem Schuljahr werden es sogar noch 20 Hortkinder mehr sein, dann ist die Grundschule komplett zweizügig“, erklärt Marion Vogel, die stellvertretende Leiterin. Die Kinder werden von 15 Erziehern, darunter zwei Männer, betreut. „Viele unserer Mitarbeiter haben eine besondere Qualifikation: Heilerzieher, Frühförderer, Kreativpädagogen. Einige haben eine sprachheilpädagogische Zusatzausbildung oder eine Lehrbefähigung“, sagt Ehmke. Das mache sich nach ihren Worten sehr gut, weil damit den Kindern mit Förderbedarf die optimale Unterstützung gegeben werden könne. „Das Schöne ist, dass neue Kollegen oft aus der Berufsfachschule kommen“, ergänzt Vogel.

Greifswalds Sprachheilkindergarten existiert bereits seit 1980. 1992 wurde er der zur Medigreif-Gruppe gehörenden Berufsfachschule angegliedert. „Das Beste, was uns passieren konnte“, findet die Leitung. Seit 2007 trägt die Einrichtung den Namen „Käpt’n Sprechdachs“, 2010 kam die integrative Gruppe dazu.

Das pädagogische Profil ist den Bedürfnissen der Kinder angepasst: In den Sprachheilgruppen werden Kinder zwischen drei und sieben Jahren gefördert, deren Sprachentwicklung verzögert ist oder die anders als erwartet verläuft, deren Mundmotorik auffällig ist oder wenn Beeinträchtigungen in der Artikulation vorliegen, wenn Schwierigkeiten bei der auditiven Wahrnehmung oder der Wortschatz und die grammatikalischen Fähigkeiten nicht dem Alter entsprechen. „Viele unserer Kinder können überhaupt nicht sprechen, wenn sie zu uns kommen“, erläutert Birgit Ehmke. Um die Kinder weiterzubringen, gehe es in der Kita sehr strukturiert zu. Das sei kein Vergleich mit der offenen Arbeit in einer normalen Kita. Die vier Kinder der integrativen Gruppe erhalten zudem sonderpädagogische Förderung.

„Wir haben im Haus vier altershomogene Gruppen und setzen in der Kita besonders auf die Projektarbeit“, so Ehmke.

Die Kinder erlernen eine große Selbstständigkeit und bewegen sich viel im Freien. Das parkähnliche Gelände ist ideal dazu geeignet. So gehen die Kinder zum Mittagessen ins Bistro. Regelmäßig wird Sport getrieben. Dazu gehört auch, dass jede Gruppe einmal monatlich zusammen mit einem/r Erzieher/in und einer Schwimmtrainerin zur „Wassergewöhnung“ und zum Erlernen erster Schwimmbewegungen ins Sinus geht. „Die Sprachförderung wird dabei in den Tagesablauf eingebunden“, sagt Marion Vogel.

Im Hort lautet das Motto „Offener Hort macht mobil mit Spannung, Spaß und Spiel“. „Wir wollen die Grundschüler befähigen, ihre Freizeit zunehmend selbstständig zu gestalten“, meint Ehmke und berichtet von Forschungskabinett, Architektenbude, Phantasieland mit Puppentheater, Bühne, Mediathek und Kreativstudio. Zur offenen Hortarbeit gehören auch die Ferienspiele, ein zweimal jährlich stattfindender Tag der offenen Tür und ein Kinderrat. „Mitbestimmung ist wichtig. Der Kinderrat hat beispielsweise das Sagen bei der Spielzeuganschaffung“, macht Birgit Ehmke deutlich. Toll sei auch, dass alle Horterzieher Vollzeit, also 40 Wochenstunden, arbeiten würden. „Dadurch können sie auch die Arbeit im Kindergarten unterstützen“, loben Leiterin und Vize. Überhaupt sei die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung optimal. „Unsere Wünsche werden ernst genommen“, bestätigt Ehmke und berichtet von den neuen Außenanlagen, die bis zum Schuljahresbeginn für die Kita geschaffen werden sollen.

Dr. Alexander Heine, Vorsitzender des Elternrates, ist des Lobes voll von der Kita: „Es ist nicht nur die enge Zusammenarbeit und das Einbeziehen der Eltern in alle Entscheidungen. Die Kinder fühlen sich in dieser Gemeinschaft sehr wohl und werden ganz individuell gefördert. Wir Eltern sind von diesem Konzept sehr beeindruckt“, erklärt der zweifache Familienvater.

Cornelia Meerkatz

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