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Greifswald Karls Erlebnisdorf öffnet in Koserow auf Usedom
Vorpommern Greifswald Karls Erlebnisdorf öffnet in Koserow auf Usedom
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00:01 18.03.2016
Die Klasse 2a der Grundschule Koserow durfte gestern schon mal auf den Traktoren Platz nehmen. Quelle: Fotos: Hannes Ewert

Es sind nur noch wenige Stunden, dann öffnet Maskottchen „Karlchen“ das Erlebnisdorf von „Karls“ in Koserow. Fünf Jahre wartete der Investor und Erlebnisdorf-Chef Robert Dahl auf diesen Augenblick. Erst waren es die Verkehrsanbindungen und der damit verbundene Kreisverkehr, der das Projekt bremste, und dann tauchten bei Ausgrabungen Scherben aus der Trichterbecherperiode (2000 v. Chr.) auf.

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80 Jobs entstanden / Der Investor hatte fünf Jahre auf die Eröffnung hingearbeitet, Verkehrsprobleme und archäologische Funde hielten ihn auf

„Ich bin froh, dass es nun soweit ist. Auch wenn es nicht danach aussieht, aber bei diesem Hof liegen wir richtig gut im Plan“, sagt der 45-jährige Dahl. Es ist bereits der sechste Hof dieser Art, der unter seiner Regie errichtet wurde. Seiner Einschätzung nach waren die Bauarbeiten zwei Tage vor der geplanten Eröffnung sonst noch nie so weit wie jetzt.

Oft verließen die letzten Bauarbeiter das Gelände über das Hintertürchen, während die Gäste im Eingangsbereich schon die ersten Erdbeeren vernaschten.

Es wirkt, als würde das mehr als vier Hektar große Dorf schon jahrzehntelang an der B 111 in Koserow stehen. „Wir haben viele genutzte Materialien genommen, die eigentlich auf den Schrott sollten. Das fängt bei den Traktoren an und geht weiter bis zum Blech des Daches“, sagt Dahl. „Dieses Verfahren nennt man auch ,upcycling‘“, erklärt er.

Das Dorf ähnelt in seiner Grundform den Anlagen in Rövershagen bei Rostock, auf Rügen oder auch bei Berlin — Bauernmarkt, Kartoffelsackrutsche und Traktorenbahn sowie Streichelzoo sind auch dieses Mal dabei. „Ich freue mich besonders auf den Mecklenburger — unsere eigene Burgerkreation. Ein Dreivierteljahr haben wir an der Rezeptur gefeilt“, verrät er.

Gestern Vormittag führte Robert Dahl etwa ein Dutzend Journalisten über das Gelände. Mehrmals musste er seine Erklärungen zum Areal wiederholen, da der Bohrmaschinen- und Kreissägenlärm lauter war als seine Stimme. „Seit vier Wochen bin ich hier vor Ort, begleite die Arbeit der Handwerker und packe mit an, wo es nötig ist. Koserow wird eines der schönsten Dörfer, die wir haben“, gesteht Dahl.

Denn hier lasse er die guten Erfahrungen der anderen Dörfer einfließen. „Das erste Dorf entstand im Jahr 2008 in Rövershagen bei Rostock. Es war der Zeitpunkt, an welchem wir unsere Strategie ändern mussten. Wir wollten den Kunden nicht konzeptlos etwas verkaufen, sondern ihnen ein Erlebnis bereiten“, erklärt er. In einer ruhigen Minute sammelte er rund 100 Adjektive, die seinen Hof ausmachen.

„Am Ende sind davon noch sechs übrig geblieben, mit denen wir werben“, sagt er.

Zu den ersten Gästen des Erlebnisdorfes zählte gestern die Klasse 2a der Vineta-Grundschule Koserow. Die Lütten durften sich in der Ausgrabungsstelle austoben. „An dieser Stelle wurden die Scherben aus der Trichterbecherperiode gefunden. Wir machen uns diesen Umstand zu eigen; hier dürfen die Gäste nun selbst auf Schatzsuche gehen“, erklärt Dahl.

Nach Koserow bekommt mit großer Wahrscheinlichkeit das Bundesland Sachsen das nächste Erdbeer-Dorf. „Es wird Leipzig“, sagt Dahl. Über einen Eröffnungstermin hüllt er sich allerdings noch in Schweigen.

Rund 80 Personen bietet die neue Anlage Arbeit. „Ich habe meinen Job gekündigt und fange nun als Bonbon-Macher bei Karls an“, sagt Carsten Pall aus Bansin. Der 32-Jährige wird derzeit von Bonbon-Meister André Pohlmann eingearbeitet. „Ich mache den Job seit fast vier Jahren und bin nun von Rövershagen nach Usedom gezogen. Ich freue mich auf die Herausforderung“, sagt er.

Karls-Imperium

3 Millionen Gäste empfangen die fünf Erlebnisdörfer auf

Rügen, in Rövershagen bei

Rostock, Ostholstein, Elstal bei Berlin und Rostock-Warnemünde jedes Jahr.

6200 Tonnen Erdbeeren wurden im vergangenen Jahr auf rund 325 Hektar Anbaugebiet geerntet.

2500 Mitarbeiter sind in der Hochsaison bei „Karls“ beschäftigt. 2000 Angestellte sind Erntehelfer, vorrangig aus Polen und der Ukraine. Etwa 500 Arbeitnehmer sind fest angestellt.

9000 Kaffeekannen sind im Erlebnisdorf Koserow untergebracht. „Karls“ hält den Weltrekord mit der größten Kaffeekannensammlung — rund 40000 Stück.

Von Hannes Ewert

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