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Greifswald Kennenlernen, klönen, kooperieren
Vorpommern Greifswald Kennenlernen, klönen, kooperieren
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00:00 27.10.2017
Greifswald

Über 100 Unternehmer, Vertreter aus Politik, Verwaltung und dem öffentlichen Leben trafen sich gestern Nachmittag im Technologiezentrum (TZV). Die Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern (WFG) und die Witeno GmbH (der Name steht für Wissenschafts- und Technologiepark Nordost) hatten zum Jahresempfang eingeladen – und dort Erfreuliches berichtet: Das TZV sei zu 92, das Biotechnikum zu 100 Prozent ausgelastet, sagt Witeno-Geschäftsführer Wolfgang Blank. In beiden Häusern stehen den eingemieteten Firmen moderne Labor- und Büroräume zur Verfügung.

Doch welchen Zweck erfüllt eigentlich so ein Empfang? „Solche Treffen sind überlebensnotwendig. Informationen aus der Region werden ausgetauscht, Kontakte geknüpft, Termine vereinbart“, meint Dorit Wehling, Geschäftsführerin BiG-Bildungszentrum. „Ohne solche Treffen geht es nicht“, stimmt Philipp Groß zu, Inhaber des Greifswalder M&G-Sicherheitsdienstes. „Gerade als junges Unternehmen ist es gut, außerhalb des beruflichen Alltags mit anderen Unternehmern ins Gespräch zu kommen.“

Wie das konkret aussieht, zeigten Mohamed El-Shafie und Frank Lemke. Die beiden Unternehmer sprachen über eine Zusammenarbeit. Der Ägypter El-Shafie lebt seit zwei Jahren in MV und will eine Firma gründen, die Software für digitales Lernen programmiert. „Ende diesen Jahres kann ich hoffentlich starten“, sagt er. Frank Lemke hingegen ist mit seiner Firma „KnowledgeMiner“ seit 1993 im Geschäft.

Software, die große Datenmengen analysiert und Prognosen sowie Modelle erstellt, ist seine Expertise. Aktuell entwickele er „ein System für Klima- und Energievorhersagen auf der Grundlage von Satellitendaten.“ Lemke lebt seit einem Jahr in Greifswald, arbeitete vorher in Berlin. Auf dem dritten gemeinsamen Jahresempfang von WFG und Witeno stieß er auf die Möglichkeit, seine Forschungsprojekte vom Land fördern zu lassen. „Vorher wusste ich davon nichts“, sagt er.

Quelle dieser neuen Information war Harry Glawe (CDU), Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, der auf die Förderung in seiner Rede hinwies. Weiteres Geld werde zudem in die Ärzteausbildung fließen. Ein Stipendienprogramm des Landes sei „vom Rechnungshof freigegeben“, sagte Glawe. 300 Euro pro Monat bekommen Studierende, die sich nach dem zweiten Studienjahr verpflichten, nach dem Studium in MV als Haus- oder Facharzt zu arbeiten. Eine Million Euro stehen dafür bis 2023 bereit. Erfreulich sei zudem die volle Auslastung der Werften im Land. Dass sich manche über den Bau von Patrouillenbooten für Saudi-Arabien beschweren, sei sekundär. Denn nur eine „brummende Wirtschaft“ könne „gute Löhne“ zahlen.

Deswegen sollten mehr große Firmen angesiedelt werden, sagte Egbert Liskow (CDU), Kreistagsmitglied und Landtagsabgeordneter. Arbeitsplätze würden Frust abbauen. Der Erfolg der AfD in der Region habe seiner Meinung nach auch mit „wirtschaftlicher Unzufriedenheit“ zu tun.

Das Thema Langzeitarbeitslosigkeit beschäftigt Ariane Kroß von der Stralsunder Innovation Consult GmbH und dem dortigen Mittelstandsverein. „Manche Langzeitarbeitslose fühlen sich verraten. Die Märkte boomen, aber die Menschen spüren davon nichts“, sagt Kroß. Die Digitalisierung würde Jobs gefährden. Umso wichtiger sei es, neue Instrumente zu finden und miteinander zu reden. Zum Beispiel auf Jahresempfängen.

Christopher Gottschalk

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