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Greifswald Keramikerin aus Leidenschaft: Der Ton-Geruch hat sie verführt
Vorpommern Greifswald Keramikerin aus Leidenschaft: Der Ton-Geruch hat sie verführt
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00:00 09.03.2013
Katharina Hesse-Noack bei der Arbeit: Modellieren und Glasieren wechseln im Wochenrhythmus. Quelle: Kai Lachmann
Greifswald

Katharina Hesse-Noack produziert Scherben. Natürlich schmeißt die Töpferin aber nicht alle Tassen, Schalen und Vasen, die sie aus dem Ofen holt, direkt danach auf den Boden. Als Scherbe wird in ihrem Berufsjargon schon das fertige Produkt bezeichnet, „obwohl es noch ganz ist“, betont die Greifswalderin. 60 bis 80 Kilo Ton verarbeitet sie pro Monat.

Ihr Laden in der Gützkower Straße ist der einzige in der Hansestadt, der heute und morgen am bundesweiten Tag der offenen Töpferei teilnimmt. „Bei mir kann jeder ab 14 Jahren selbst einmal die Töpferscheibe drehen und aus einem Tonklumpen etwas machen“, kündigt Hesse-Noack an. Die Gefäße und Figuren werden danach auch gebrannt und können zwei Wochen später abgeholt werden. Dieser Zeitraum ist notwendig, weil das Brennen relativ lange dauert. „Die Scherben müssen zuerst neun und nach einer gewissen Zeit noch einmal sechs Stunden in den Ofen“, berichtet die 52-Jährige. Im Inneren herrschen Temperaturen bis zu 1200 Grad Celsius.

Der Geruch, der aus dem Ofen kommt, hat sie auch dazu gebracht, dieses Handwerk erlernen zu wollen. „Mit meiner Mutter war ich einmal in einer Töpferei in Stralsund. Ich konnte nichts dagegen machen, die Atmosphäre hat mich einfach gefangen genommen. Alles hat so nach Ton gerochen“, erzählt sie. Ihr Entschluss stand sofort fest: „Mama, ich werde Töpferin“, sagte sie zu ihrer Mutter. Die tat das als Träumerei ab und antwortete: „Das wird eh nichts.“ Doch ihre Tochter blieb dabei, auch wenn sie vorher noch eine Lehre als Krankenschwester einschieben musste.

1990 eröffnete Katharina Hesse-Noack ihren ersten Laden in Greifswald und blieb fast zehn Jahre. Dann ging sie mit ihrem Mann auf die Insel Usedom und töpferte dort weitere zehn Jahre. Seit 2010 ist sie wieder am Ryck und hat in ihrem Laden eine Atmosphäre geschaffen, die vermutlich der des Ladens in Stralsund ähnelt. „Ich bin mit der Situation hier sehr zufrieden“, sagt sie und erzählt, dass es nicht allen Berufskollegen gut gehe. Auf dem Land müssten nicht wenige Töpfer sogar Sozialleistungen beantragen, um über den Winter zu kommen.

Die Keramikerin mag es schlicht. Ihre Waren sind einfarbig, zumeist blau, grün oder braun und nur vereinzelt — von einer Bekannten — bemalt. „Wenn ich selbst malen würde, dann könnte ich wahrscheinlich meinen eigenen Anforderungen nicht genügen“, sagt sie.

Eine Greifswalder Besonderheit ist die braune Glasur einiger Vasen und Gefäße. Dafür hat sich die Töpferin Ziegel von einem Abrisshaus in der Mühlenstraße besorgt und verkleinert der Farbe beigemischt. So bekommen die Arbeiten eine auffällige Lebendigkeit. Dieses Markenzeichen kann sie sich noch lange erhalten, denn „von den Ziegeln habe ich noch genug“, sagt Hesse-Noack. „Die reichen bis an mein Lebensende.“

Tag der offenen Töpferei

91 Töpfereien in Mecklenburg-Vorpommern nehmen am Tag der offenen Töpferei teil. In und um Greifswald öffnen folgende Keramikwerkstätten ihre Pforten:
Alte Brennerei Hilde Uebel, Hauptstraße 28, Krebsow;

Keramikwerkstatt Hesse-Noack, Gützkower Straße 84, Greifswald;

Urkeramische Werkstatt André Schlauch, Parkallee 6, Wackerow


• Mehr im Netz: www.tag-der-

offenen-toepferei.de

Kai Lachmann

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