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Greifswald Kevin hat den Kampf gegen „Säbelzahntiger“ verloren
Vorpommern Greifswald Kevin hat den Kampf gegen „Säbelzahntiger“ verloren
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00:00 08.09.2018
Kevin – lebensfroh. So will ihn seine Familie in Erinnerung behalten.
Leyerhof

Kevin hat gekämpft bis zum Schluss. Er wollte nicht gehen. Und doch hat der Sechsjährige aus Leyerhof den monatelangen Kampf gegen die Leukämie verloren. Oder wie es seine Mama Jana Schukies sagt: „Er ist am Mittwochmorgen auf der Regenbogenbrücke abgeholt worden.“

Der sechsjährige Junge aus Leyerhof erlag seinem Krebsleiden

Im August des vergangenen Jahres wurde bei Kevin Leukämie diagnostiziert. Von diesem Tag an drehte sich bei der vierköpfigen Familie alles um Krankenhausaufenthalte, Chemotherapien, letztlich auch die anfangs nicht für nötig gehaltene Stammzellenspende. Kevins Schicksal rief eine gewaltige Welle der Hilfsbereitschaft hervor: Rund tausend Menschen ließen sich bei einer Registrierungsaktion, zu der die OSTSEE-ZEITUNG und das Younior-Hotel in Stralsund aufgerufen hatten, als potenzielle Stammzellenspender registrieren. „Wenn es auch Kevin nicht mehr geholfen hat, hoffe ich doch, dass es anderen Menschen hilft“, sagt Jana Schukies. Zahlreiche Geschenke, wie ein Quad vom Verein „Tätowierte gegen Krebs“ oder der Teddy vom Grimmener Polizeirevier, T-Shirts vom F. C. Hansa Rostock und vom Grimmener Verein Engine, deren Mitglieder den Jungen auch zweimal besuchten, sowie der Kinder- und Jugendhospizdienst „Leuchtturm“ und viele, viele andere sorgten für Ablenkung. Und doch waren die kleinen „Säbelzahntiger“, wie Kevin die Krebszellen nannte, allgegenwärtig.

Vor wenigen Tagen erst erfuhren Kevins Eltern und auch sein jüngerer Bruder, dass jede Hoffnung vergebens ist. So groß Kevins Wille auch war, gesund zu werden – der Körper war nicht mehr in der Lage, all die Nebenwirkungen der Medikamente und Therapien zu verkraften. Bis Montag habe die Familie nach jedem Strohhalm gegriffen, erzählt Jana Schukies. Selbst von einem Energetiker und einer Hypnosetherapeutin sei Kevin behandelt worden. „In der Hoffnung, dass doch noch ein kleines Wunder geschieht“, sagt die Mama. Am Dienstag glitt der Familie dann aber auch der letzte Strohhalm aus den Händen. Mit der Information der Ärzte, dass Kevin nur noch wenige Stunden auf der Welt bleiben würden. Zwei Wochen zuvor tollte die kleine Familie noch auf dem heimischen Grundstück herum. „Wir haben seine engsten Freunde eingeladen, das Essen gekocht, das er sich gewünscht hatte, haben eine Tour – er auf dem Quad – durch den Wald gemacht. Kevin war so fröhlich“, erzählt Jana Schukies. 1500 Wasserbomben hätten sie zerdeppert – vom Baumhaus aus, das der Verein „Kinderträume“ spendiert hatte. „Kevin hat gesagt, jeder Ballon sei einer dieser Säbelzahntiger.“

Ob es die „Säbelzahntiger“ waren oder die Nebenwirkungen zahlreicher Chemos und Medikamente, die Kevin letztlich auf die Regenbogenbrücke geführt haben, wisse sie nicht, so Jana Schukies. Und sie könne auch nicht sagen, dass Kevin friedlich eingeschlafen sei. „Es war traumatisch“, sagt sie. Aber es habe in den schwersten Stunden ihres Lebens auch für sie befriedigende Momente gegeben. „Ob Sie es glauben oder nicht, aber es haben auch andere gesehen: Türen öffneten und schlossen sich, wie von Geisterhand, das Schaukelpferd auf der Station schaukelte, ohne dass jemand es bewegt hatte. Es war, als begleite mich Kevin als kleiner Geist – jetzt endlich frei von Schmerzen und ohne Barrieren“, sagt sie. Es sei dieser Gedanke, der ihr etwas Kraft gebe. Wie auch der Geruch ihres Sohnes, den sie oft in der Nase hat. „Das ist ein schönes Gefühl. Als sei er bei mir.“ Auch wenn sie immer wieder die schrecklichen Bilder der Mittwochmorgenstunden einholen. „Ich sehe ihn jetzt so, wie er war:

fröhlich und munter“, sagt Jana Schukies.

Anja Krüger

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