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Greifswald Kinder leben Offenheit und Toleranz

Greifschüler unterschiedlicher Herkunft gestalten ein Willkommensbuch für kleine Neu-Greifswalder

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Ideen sammeln, auswählen und dann gestalten. Den Kindern bereitete das Malen für das Willkommensbuch großen Spaß.

Quelle: Bürgerhafen

Greifswald. „Dort waren wir. Und dort. Und dort auch“, sagt Loujen und zeigt mit ihrem zierlichen Finger auf die Klosterruine Eldena, die Wiecker Brücke und das Labyrinth.

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Greifschüler unterschiedlicher Herkunft gestalten ein Willkommensbuch für kleine Neu-Greifswalder

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Das achtjährige Mädchen syrischer Herkunft blättert mit leuchtenden Augen in der bunten Broschüre. Kein Wunder, hat sie die doch selbst mitgestaltet!

„Komm mit! Wir zeigen dir Greifswald“ ist der Titel eines Willkommensbuches, das 30 Kinder der Greifschule mit Unterstützung vieler Menschen über fünf Monate erarbeiteten. Es soll künftig als Geschenk an alle Kinder gehen, die aus fremden Ländern neu nach Greifswald kommen und die Stadt durch Kinderaugen kennenlernen möchten. Die Idee zum Buch hatte Anja Eberts vom Bürgerhafen, der in Thüringen schon mal ein ähnliches Projekt begegnete. Mit der Greifschule fand sie schnell einen Kooperationspartner. Denn beide Einrichtungen „arbeiten auch auf anderen Gebieten seit Langem eng zusammen. Dazu gehören Lesepatenschaften und die Hausaufgabenbetreuung“, erzählt sie. Außerdem konnten die Akteure auf die Ressourcen der Kunstwerkstätten bauen. „Sie stellten uns Räumlichkeiten und Material zur Verfügung. Dort fühlten wir uns gut aufgehoben“, sagt Eberts, zumal es beim Layout und der Buchgestaltung professionelle Hilfe von einer angehenden Grafikdesignerin gab.

Jede Woche trafen sich die Kinder vier verschiedener Jahrgangsstufen sowie deutscher und nichtdeutscher Herkunft, um Ideen zu sammeln, auszuwählen, zu malen und zu schreiben. „Dabei gab es weder Kommunikationsprobleme noch Ressentiments“, sagt Projektleiterin Eberts. Mit ihrer ungezwungenen Art und der gegenseitigen Hilfe hätten sie manchen Erwachsenen etwas voraus. „Ich fand ihren Umgang miteinander sehr vorbildhaft“, sagt sie. Auch die Hilfe vieler ehrenamtlich Engagierter habe dem Projekt sehr gedient. „Ich habe das Gefühl, die Kinder sind an dieser Arbeit ein ganzes Stück gewachsen“, freut sich Anja Eberts.

Das sieht Schulleiterin Beate Hennings ganz genau so. Der Stolz über das gemeinsame Werk steht Loujen, Sharbano, Zeina, Leen und allen anderen Kindern im Gesicht geschrieben. Zudem habe das Projekt gezeigt, „was für ein tolles Netzwerk wir an unserer Schule haben“, sagt Hennings. Eine Schule mit 300 Kindern, von denen fast ein Viertel aus fremden Ländern kommt. „Viele Eltern haben sich beteiligt, ob beim Übersetzen der Texte oder beim Kuchenbacken“, würdigt die Schulleiterin das Engagement der Familien. Das gipfelte in dem abschließenden Präsentationsfest innerhalb der Interkulturellen Woche, zu dem viele Gäste kamen. Auch Nadine Hoffmann, Integrationsbeauftragte der Hansestadt, zeigt sich von dieser Veranstaltung sehr angetan: „Das war ein sehr schönes Miteinander von Kindern und Eltern vieler Länder. Man spürte: Hier sind die Menschen tatsächlich angekommen“, kommentiert sie das Erlebnis.

Besonders erfreulich: Das Agieren der Schule findet auch überregionale Beachtung. Der Deutsche Akademische Austauschdienst und der Verein „Europa macht Schule“ zeichneten die Greifswalder Einrichtung als eine der bundesweit „10 engagiertesten Schulen“ aus. Zur Begründung hieß es, sie habe „aktiv dazu beigetragen, Austausch erlebbar zu machen und Toleranz, Offenheit und das europäische Miteinander zu fördern“. Die Urkunde nahmen die Schülerinnen Maya Mulik und Hai Vi Nguyen sowie Lehrerin Marina Meißner und Schulsozialarbeiterin Anke Wiemer stellvertretend für alle in Berlin bei einem Festakt in Empfang. Und vielleicht sahnt die Schule ja noch eine Ehrung ab: Die Stiftung „Bildung und Gesellschaft“ hat sie für den Förderpreis nominiert. Beate Hennings: „Die Entscheidung fällt im November.“

Petra Hase

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