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Greifswald Kinder von Stasi-Mitarbeitern: Teilnehmer für Studie gesucht
Vorpommern Greifswald Kinder von Stasi-Mitarbeitern: Teilnehmer für Studie gesucht
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00:00 10.08.2016

Wissenschaftler der Universität Greifswald suchen Kinder hauptamtlicher Mitarbeiter des DDR-Staatssicherheitsdienstes. In einem Forschungsprojekt sollen die Auswirkungen der Arbeit der Stasi-Mitarbeiter auf deren Kinder untersucht werden.

Im Jahr 1989 waren etwa 90000 Hauptamtliche für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR tätig. Entsprechend viele Kinder seien in den gut 40 Jahren des Bestehens der DDR in diesen Familien aufgewachsen, teilt der Professor für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Greifswald, Harald Freyberger mit. Inwieweit das Aufwachsen unter den Augen der Stasi und die Rolle der Eltern in diesem Apparat sich auf die Gesundheit und den weiteren Lebensweg der Kinder auswirkten, sei bislang kaum untersucht. Einige dieser Kinder hätten noch während der laufenden Tätigkeit gewusst, für wen die Eltern arbeiteten, andere erfuhren erst nach dem Ende der DDR davon. Manche verpflichteten sich selbst zur Tätigkeit für das MfS oder arrangierten sich mit den Gegebenheiten, andere gingen mehr oder weniger offen in den Widerstand gegen den Staat und die Position der Eltern. In jedem Fall wurde von Stasi-Mitarbeitern auch im Privaten geheimdienstliche Kontrolle und Beeinflussung erwartet, die in unterschiedlicher Form und Ausmaß stattfand, und ihre Kinder in besonderer Weise aus nächster Nähe betraf.

Um diesen bislang kaum erforschten Aspekt der DDR wissenschaftlich zu beleuchten, arbeiten die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Greifswald am Helios Hanseklinikum Stralsund und die Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR zusammen.

Gesucht werden Personen, deren Vater oder Mutter oder auch beide hauptamtlich bei der Staatssicherheit tätig waren, während Sie schon am Leben waren. Die Untersuchung wird einerseits im Ausfüllen bewährter diagnostischer Fragebögen und andererseits in einem ein- bis zweistündigen Interview bestehen. Das Interview kann je nach Ihrem Wunsch zu Hause oder in den Räumen der Klinik in Greifswald oder Stralsund stattfinden.

Weitere Info: ☎ 03831/452100, E-Mail mit dem Studienleiter, Prof. Dr. Harald J. Freyberger:

freyberg@uni-greifswald.de

OZ

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