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Kindergartenplätze werden deutlich teurer

Stadt und Kreis liegen im Clinch: Städtische Betreuung kostet mehr als bei freien Trägern Kindergartenplätze werden deutlich teurer

hat 2012 mit ihren kommunalen Kitas 800 000 Euro Miese gemacht.

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Elise, Enya und Meira besuchen die Kindertagesstätte „Lütt Matten“, wo 86 Kinder betreut werden. Insgesamt besuchen 1867 Kinder die kommunalen Kitas, bei den freien Trägern sind es rund 1100.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Schlechte Nachrichten für alle Eltern, deren Kinder in Greifswald eine Kita besuchen: Laut Sozialdezernent Ulf Dembski (SPD) werden die Elternbeiträge im Sommer erhöht.

Um welchen Betrag, sei noch unklar. Aber „es ist mit einer heftigen Steigerung zu rechnen“, kündigt Dembski im Gespräch mit der OZ an.

Der Grund: Ein erhebliches Defizit im Bereich Kinderbetreuung belastet den städtischen Haushalt. Laut Chefkämmerer Dietger Wille überstiegen die Ausgaben 2012 die geplanten Einnahmen um satte 800

000 Euro. „Ein Minus, auf dem die Stadt sitzen bleibt“, sagt der Amtsleiter für Wirtschaft und Finanzen. Das hätte mit einer rechtzeitigen Kostenerhöhung — wie es sie zuletzt 2010 gab — verhindert werden können. Doch Stadt und Landkreis Vorpommern-Greifswald, der seit der Kreisreform für die Kinderbetreuung zuständig ist, fanden bei diesem Thema offenbar nicht zusammen. Im Klartext: Eine Anpassung an die tatsächlichen Kosten wurde verschlafen.

Damit das kein zweites Mal passiert, sollen die Eltern jetzt zur Kasse gebeten werden. Aber nicht nur: Auch die Hansestadt und der Kreis beteiligen sich neben dem Land an der Finanzierung der Kita-Plätze. „Ziel ist eine 100-prozentige Kostendeckung“, sagt Dembski. Er räumt jedoch ein, dass diese Belastung den Familien mit einem Schlag kaum zuzumuten sei.

Das sieht auch Dirk Scheer so, der Sozialdezernent des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Eine auskömmliche Finanzierung der Kitas hätte seines Wissens zur Folge, dass „Eltern, aber auch die Hansestadt als Wohnsitzgemeinde Mehrkosten pro Platz und Monat im Kinderkrippenbereich von 54 bis 69 Euro und im Kindergartenbereich von 42 bis 55 Euro“ aufbringen müssten, schreibt er an Oberbürgermeister Arthur König (CDU). Das halte er nicht für vertretbar.

In dem Brief macht Scheer darauf aufmerksam, dass die Platzkosten in den städtischen Einrichtungen bereits jetzt „überdurchschnittlich hoch sind“. Er fordert die Stadt auf zu sparen. Als Ursache sieht Scheer — der übrigens bis 2011 selbst Jugendamtsleiter in Greifswald war — „eine ineffiziente Kostenstruktur“. Für Ulf Dembski eine schallende Ohrfeige und dennoch keine überraschende Nachricht.

„Im Vergleich zu freien Trägern sind unsere Platzkosten sehr teuer“, räumte er Montagabend vor dem Finanzausschuss ein. Die Ursachen seien vielschichtig: Zum einen müsste die Stadt aufgrund der vorwiegend alten Gebäude erhebliche Heizkosten aufbringen. „Sie sind drei- bis viermal so hoch wie bei freien Trägern“, konstatiert der Greifswalder Sozialsenator. Zum anderen seien die Reinigungs- und Hausmeisterkosten sowie die Personalkosten für Erzieher sehr hoch. Letztere hätten ein Durchschnittsalter von 50 Jahren, würden deshalb nach der höchsten Entgeltstufe entlohnt. Zudem gebe es andernorts — etwa in Schwerin — die Auffassung, dass in den Gebäuden zu wenig Mädchen und Jungen betreut würden. „Unsere Kitas wurden einst für 240 Kinder konzipiert, sind jetzt aber nur mit 130 belegt“, erklärt Ulf Dembski. Mit anderen Worten: Bei einer höheren Auslastung sei auch mit einer Kostenreduzierung pro Platz zu rechnen.

Unterm Strich sei die Hansestadt kurzfristig gezwungen, ein tragfähiges Konzept zur kostendeckenden Finanzierung des Bereichs vorzulegen. Dembski: „Wir können hier nichts übers Knie brechen, wollen aber bis April alle Berechnungen vorlegen, um dann mit dem Landkreis über die Kosten zu verhandeln.“ Zugleich will er in den Fachgremien der Bürgerschaft die Diskussion darüber anregen, ob die Kitas in eine neue Rechtsform überführt werden sollen. Da es das Jugendamt aufgrund der Kreisreform in seiner früheren Form nicht mehr bei der Stadt gebe, sei über effizientere Wege nachzudenken. In Frage kämen laut Dembski eine Anstalt öffentlichen Rechts, ein Eigenbetrieb oder auch eine gemeinnützige GmbH, wie es sie beispielsweise in Schwerin gebe.

So viel kostet die Eltern ein Platz (Auswahl)  
KitaKrippe ganztagsKindergarten ganztags
Rudolf Petershagen255 €151 €
Riems301 €197 €
Friedrich Wolf277 €173 €
Lütt Matten270 €166 €
Kleine Entdecker264 €160 €
Kita Gützkow (Träger ABS)222 €119 €
Entdeckungskiste Wackerow (ILL)223 € 137 €
Lubmin (ABS)192 €101 €
Montessori (Aktion Sonnenschein)249 €150 €

Petra Hase

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Die Hansestadt Greifswald hat 2012 durch die kommunalen Kindertagesstätten ein Minus von 800 000 Euro eingefahren.

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