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Greifswald Klar Schiff in Greifswald: Noch ist viel zu tun
Vorpommern Greifswald Klar Schiff in Greifswald: Noch ist viel zu tun
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00:00 26.08.2014
Zugewachsene Gullis, wie hier im Mühlenweg, seien Zeichen einer ungepflegten Stadt, schreibt ein Leser. Quelle: Fotos: Kai Lachmann
Greifswald

Der OZ-Artikel „Überall, wohin man schaut — Unkraut“ vom vergangenen Mittwoch hat Aufsehen erregt. Die Stadtverwaltung handelte, Politiker der Piratenpartei forderten ein Bürgerportal und OZ-Leser meldeten der Redaktion weitere Stellen in der Stadt, deren Pflege lange Zeit offenbar vernachlässigt wurde.

Beschwerden

der Leser

Zahlreiche Anrufe, Briefe und E-Mails der Leser erreichten die OZ. Sie ließen sich darin über das allgemeine Erscheinungsbild der Stadt aus, gaben aber auch Hinweise und Anregungen, wo das Grünflächenamt tätig werden sollte. So beschwerte sich beispielsweise ein Leser aus dem Thälmannring, dass die Hecken in dem Wohngebiet nicht gepflegt würden. „Die sind schon über drei Meter hoch und verengen die Wege.“ Als konkrete Beispiele nennt er eine Hecke nahe der Stilower Wende, die wuchere, wie sie wolle. Außerdem: „Wenn man mit dem Fahrrad an der Anklamer Straße von Schönwalde in Richtung Klinik fährt, sieht man, was aus einer Hecke werden kann, wenn man sie nicht schneidet.“

Ein weiterer Leser aus dem Mühlenweg in der Fettenvorstadt schreibt: „Ich bin sehr für natürlichen Bewuchs, wo er hingehört, aber die verkrauteten Straßenränder, Gehwege und auch zugewachsene Gullys sind einfach Zeichen einer total ungepflegten Stadt.“ Zudem werde der Wasserabfluss bei Starkregen zum Teil erschwert oder gar unmöglich. Als Beispiel, „wie es auch anders geht und eigentlich üblich ist“, empfiehlt er einen Besuch der Gützkower Innenstadt.

Außerdem wies eine Leserin darauf hin, dass der Park zwischen Schönwalde II und dem Ostseeviertel Parkseite verwildere: „Man kann kaum noch die Wege passieren. Nichts wird gemacht“, ließ sie am Telefon Dampf ab. Die gute Nachricht: In der Zwischenzeit wurde gemäht. Entspanntes Flanieren ist wieder möglich.

Stadt kümmert sich — teilweise

Die im Artikel der vergangenen Woche genannten Stellen, an denen Unkraut wuchert, sind von den Mitarbeitern des Grünflächenamtes zum Teil in Angriff genommen worden. So wurden die Laternenpfähle und Schilder am Hansering vom bis zu einen Meter hohen Wildwuchs befreit. Zu den schief verlegten Gehwegplatten im Trelleborger Weg erklärt Stadtsprecherin Andrea Reimann, dass die Telekom, die dort bauen ließ, damit noch nicht fertig sei. „Aufgrund des Zustands der Fläche hat die Stadt bereits eine Mängelanzeige an das Unternehmen gesendet.“ Die Telekom sagte zu, den Schaden zu beheben „und bei künftigen Aufgrabungen besser auf die Qualität zu achten“.

Die Blumenkübel an der Europakreuzung sehen hingegen noch immer trostlos und verwildert aus. Allerdings beherrschen ab der Stelle bis zum Mühlentor Baufahrzeuge das Bild, sodass das Anpflanzen von schönen Blumen wohl derzeit nicht infrage kommt.

Zu dem zugewucherten Teich in Eldena teilt Reimann mit: „Das Abwasserwerk wird diesen Teich demnächst begutachten. Sollte sich herausstellen, dass er möglicherweise in seiner Funktion beeinträchtigt ist, könnte der Teich im kommenden Jahr entkrautet werden — vorausgesetzt, dass der Finanzplan der Abwasserwerke durch die Bürgerschaft bestätigt wird.“

Parallel dazu versuche die Stadt, Mittel im nächsten Haushalt anzumelden, damit der öffentliche Parkplatz ausgebaut, um den Teich ein öffentlicher Park angelegt und der Teich renaturiert werden kann.

Piraten wollen klar Schiff nach Rostocker Vorbild

In Rostock hat sich seit 2012 ein Internetportal namens klarschiff-hro.de etabliert. Auf dieser Seite können Bürger an die Stadtverwaltung melden, an welchen Ecken illegal Sperrmüll liegt, Unkraut wuchert oder sonstige Ärgernisse zu beheben sind. Seither sind dort knapp 10 000 Meldungen eingegangen, um die sich die entsprechenden Stellen innerhalb der Verwaltung binnen weniger Tage gekümmert haben. „Dieses Konzept hat viele Vorteile: Bürger erhalten eine leicht zugängliche Möglichkeit, mit der Stadt in Kontakt zu treten, die Stadt gelangt strukturiert an Infos und kann die Zuständigen koordinieren“, so Petra Dörwald, Bürgerschaftsmitglied der Piraten. „Wir wünschen uns ein solches Angebot auch in Greifswald.“



Kai Lachmann

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