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Greifswald Kleiderkammer braucht dringend Nachschub
Vorpommern Greifswald Kleiderkammer braucht dringend Nachschub
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00:00 19.09.2016

Etwas 20 Besucher kommen täglich in die Kleiderkammer im Haus fünf der Spiegelsdorfer Wende. „Das sind Asylbewerber, aber auch ganz viele Deutsche, meistens Rentner, alleinerziehende Mütter und andere, die sich vieles einfach nicht leisten können, Kleidung, die Spielsachen für die Kinder oder Bücher suchen“, beschreibt der Vorsitzende des Integrationsvereins Integ, Ibrahim Al Najjar.

Anne-Marie Rehaag ist Hartz-IV-Empfängerin und arbeitet ehrenamtlich. Sie möchte, dass wieder mehr Sachen auf den Bügeln hängen. Quelle: eob

Doch die eingegangen Spenden sind größtenteils weg. Mitarbeiterin Anne-Marie Rehaag zeigt die Kartons voller Bügel. „Das was wir haben, habe ich schon breiter gehängt“, sagt die 63-jährige Hartz-IV-Empfängerin. Die frühere KKW-Mitarbeiterin arbeitet ehrenamtlich in der Kleiderkammer. „Ich muss unter Leuten sein“, beschreibt sie ihre Motivation. Für den Besuch hat sie Zettel beschrieben, auf denen steht, was benötigt wird. „Alles fürs Kind, Kinderwagen, Kinderbetten, Kindersitze, Bettwäsche, Umstandskleidung, Geschirr, Besteck, Textilien aller Art“, sagt Rehaag.

Gardinen seien auch gefragt, ergänzt sie.

Die Leute seien sehr dankbar. Viele Rentner, Schwangere und Alleinerziehende kämen ein oder zweimal pro Woche, schauten nach neuer Ware. „Es ist alles gefragt, ich hatte zwei Stehlampen, die standen keine zehn Minuten“, erzählt Anne-Marie Rehaag. „Der Herr, der sie mitgenommen hat, sagte dreimal Danke.“ Al Najjar sagt, er sei schon viel kritisiert worden, weil auch Deutsche in die Kleiderkammer kommen könnten. „Wir wollen allen Menschen helfen, die in Not sind“, sagt er. Es gebe so viele Deutsche, denen es nicht gut gehe. Leider seien keine Ein-Euro-Jobs mehr bewilligt worden, sagt Al-Najjar. Darum sei er sehr froh, dass Anne-Maria Rehaag unentgeltlich eingesprungen sei. „Wir kennen uns aus der Zeit, als sie auf dem Markt Bratwurst verkauft hat“, erzählt er. Die Kleiderkammer in der Spiegelsdorfer Wende hat in der Woche (außer Dienstag) 10 bis 14 Uhr geöffnet. Spenden können auch 8 bis 18 Uhr in Ibrahim Al-Najjars Büros im Haus drei abgegeben werden.

eob

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