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Greifswald Körpererziehung wurde in der DDR aufgewertet
Vorpommern Greifswald Körpererziehung wurde in der DDR aufgewertet
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03:36 04.09.2013
Wintersportausbildung 1951: Unter anderem waren die späteren Professoren Günter Bernhardt und Horst Gehrke dabei. Quelle: Buch

Vor 65 Jahren verbesserte sich die personelle Situation am Greifswalder Sportinstitut entscheidend. Wolfgang Eichel wurde mit der Wahrnehmung einer Dozentur beauftragt und zum Direktor ernannt. Allerdings noch mit dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland, wie es in dem Buch des von Prof. Peter Hirtz geleiteten Autorenkollektivs „Zur Geschichte des Greifswalder Sportinstituts“ heißt. Es ist Grundlage einer Serie der OZ.

Der vielseitige Eichel publizierte unter anderem eigene Gedichte und Novellen und veröffentlichte zur Methodik des Schwimmunterrichts. Er war Mitglied des Akademischen Senats und konnte als Inspector stipendiorum mittellosen Doktoranden finanziell unter die Arme greifen. Dafür standen 10 000 Mark zur Verfügung. Die Autoren erwähnen ferner, dass er an der Universität die erste Betriebsschule der Sozialistischen Einheitspartei in der gesamten Sowjetischen Besatzungszone leitete. Eichel, der 1949 zum Dozenten berufen wurde, lehrte beispielsweise auch Soziologie, Ästhetik, Psychologe der Leibesübungen und Methodik der körperlichen Erziehung. 1950 ging er nach Berlin und lehrte später an der Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig als Professor.

1950 war auch für Greifswald ein wichtiges Jahr. Das im gleichen Jahr beschlossene Jugendschutzgesetz der DDR stellte Weichen für eine bessere Ausstattung des Sportinstituts. Ab Herbst 1951 konnten die Unisportler drei Gebäude in der Hermann-Löns-Straße (jetzt Falladastraße) nutzen. Damit standen zwei Turnhallen, ein Hörsaal sowie Seminar- und Arbeitsräume zur Verfügung. 1952 kamen noch der zur Turnhalle umgebaute Saal der Stralsunder Straße 10 und das Winterruderbecken im Keller hinzu.

Im Buch werden auch viele Studenten genannt, die damals am Sportinstitut studierten und später Greifswalder Professoren wurden. Dazu gehören der Mittelstreckler und Hochschulpädagoge Horst Gehrke sowie der Wintersportler und Kunsthistoriker Günter Bernhardt. Studenten wie der Olympiateilnehmer und DDR-Rekordhalten im Dreisprung, Manfred Hinze, sorgten weit über Greifswald hinaus für Aufsehen.

Im Wettkampfgeschehen sehr erfolgreich war die 1949 gegründete Betriebssportgemeinschaft Universität Greifswald, seit 1951 Hochschulsportgemeinschafte (HSG). So war Gerhard Berg DDR-Rekordhalter über 300 Meter und Renate Winter (die spätere Niederdeutschprofessorin Renate Hermann-Winter) Studentenmeisterin im Tischtennis.

Ab 1953 war Körpererziehung an den Schulen der DDR ein Hauptfach. In drei Jahren Studium wurden auch in Greifswald Sportlehrer für die Klassen fünf bis acht und in vier Jahren für die Klassen neun bis zwölf ausgebildet. Die Lehrprogramme wurden am Institut erarbeitet (wird fortgesetzt).

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