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Komm, wir trampen mal eben nach Lissabon

Greifswald Komm, wir trampen mal eben nach Lissabon

Zum zweiten Mal haben sich Studenten von Greifswald „per Daumen“ auf den Weg ins Ungewisse gemacht. Nach einer Woche trafen sie sich in Portugal wieder.

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Endlich angekommen: Sophie Feine aus dem Team von Matti Lindemann über den Dächern des Zielortes Lissabon.

Quelle: Fotos: Private Handyaufnahmen

Greifswald. Alle sind Gewinner, Preise gibt es nicht und Regeln auch fast keine: Der European Hitchhiking Competition (deutsch: Europäischer Tramper-Wettbewerb) führte Studenten aus der Hansestadt im vergangenen Jahr nach Istanbul. Ziel der diesjährigen Neuauflage: Lissabon. Für die rund 3000 Kilometer nahmen sich die neun Greifswalder Teilnehmer nur eine Woche Zeit. Matti Lindemann, Mitorganisator des Wettbewerbs und selbst Reisender per Daumen, hat der OZ von seinen Erlebnissen berichtet.

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In der Regel stand Matti Lindemann mit seinem Team kaum länger als eine halbe Stunde am Straßenrand.

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„Start war am Sonnabend um 11 Uhr auf dem Greifswalder Marktplatz. Meine Mitbewohnerin, ein Kumpel und ich sind zum Kreisel in der Gützkower Landstraße und saßen eine halbe Stunde später im ersten Auto.“ Die Reise ins Ungewisse begann. Am ersten Tag erreichte das Team des Wirtschaftsinformatikstudenten gleich Frankfurt/Main. Die ersten 750 Kilometer waren geschafft.

Das Tempo sollte hoch bleiben. Leider bekomme man dabei nicht allzu viel von den Gegenden mit, durch die man reist, gibt Matti zu. Am zweiten Tag landeten sie nahe Genf, am dritten irgendwo in Frankreich an einem See. „Wir haben meistens draußen und ohne Zelt übernachtet. Am See mit Lagerfeuer und baden war‘s echt am schönsten.“ Und weil sie so gut vorankamen, konnten sich die drei später wenigstens einen freien Tag in Barcelona gönnen und sich die Stadt anschauen. Das letzte Stück von Südspanien nach Portugal wurde zu einer bemerkenswerten Fahrt: „Ein Bus mit 50 Sitzplätzen hat uns bis nach Lissabon mitgenommen. Darin war eine afrikanische Großfamilie. Die Leute haben dann im Bus angefangen zu singen und zu tanzen“, erzählt der 24-Jährige. Seine Freunde und er blieben aber in ihren Sitzen. „Wir waren einfach zu fertig.“

Am nächsten Tag das große Wiedersehen auf dem Rossio-Platz im Herzen von Portugals Hauptstadt. „Wir sind uns in die Arme gefallen. Jemand hatte Bier dabei und wir haben uns stundenlang unsere Erlebnisse erzählt“, berichtet Matti. Nach einigen Tagen in Lissabon hatten die Tramper immer noch nicht genug. Per Daumen fuhren sie nach Sevilla, um von dort mit dem Flugzeug Ende voriger Woche nach Greifswald zurückzukehren.

Einen tieferen Sinn oder einen philosophischen Überbau à la „ein vereintes Europa leben“ hat der Wettbewerb nicht. Als Preis gibt es „nur Ruhm und Ehre“, so der Organisator. „Spaß, einfach nur Spaß“, meint Matti, wäre seine Motivation und die der anderen gewesen. „Man trifft auf viele interessante Menschen, erlebt Abenteuer.“ Zusätzlich sei diese Art, Urlaub vom Alltag zu machen, relativ günstig, da Fahrt und Übernachtung gratis sind. „Nur die Verpflegung war etwas teurer, weil wir ja meistens von Tankstelle zu Tankstelle getrampt sind. Und dort kostet das Essen eben leider etwas mehr.“

Spaß!“ Matti Lindemann auf die Frage nach dem Hintergrund des Wettbewerbs

 

 

Kai Lachmann

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