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Greifswald Konzept für die Stralsunder 10 steht
Vorpommern Greifswald Konzept für die Stralsunder 10 steht
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00:00 21.03.2013
Nadja Tegtmeyer, Lorenz Wenner, Saskia Schniete und Christine Kl�tzer (von links) engagieren sich f�r die Stralsunder 10. Quelle: P.Binder
Greifswald

Der Verein Kultur und Initiativenhaus Greifswald hat sein Konzept für das frühere Gesellschaftshaus „Zum Greif“ vorgelegt. Es geht um die Sanierung, Finanzierung und Betreibung des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes Stralsunder Straße 10/11. „Wir warten jetzt auf die Reaktion der städtischen Ämter“, sagte Sprecher Thomas Schmidt. Am Ende soll ein Beschluss der Bürgerschaft zum Erwerb des Grundstückes durch die Stadt und den unmittelbar folgenden Weiterverkauf an den Verein stehen. „Wir hoffen, dass die Beratungen in den Ausschüssen und der Bürgerschaft bis zum Sommer abgeschlossen sind“, sagt Schmidt.

Das im Wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert stammende Konzert- und Gesellschaftshaus ist nach Aussage von Experten in Mecklenburg-Vorpommern einzigartig. Ein besonderes Kleinod ist der Saal. Er war bis ins 20. Jahrhundert ein Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt. Das Gebäude gehörte seit der Weimarer Republik der Universität und wurde Anfang des 21. Jahrhunderts verkauft.

Es steht seit Jahren leer. Der derzeitige Besitzer, das Berliner Petruswerk, hat einen Abbruchantrag für das Denkmal gestellt. Nach Einschätzung des Unternehmens ließe sich das Gebäude nur mit erheblichen Fördermitteln sanieren. Die Firma ist jedoch bereit, an die Stadt zu verkaufen.

Nach Einschätzung von Thomas Schmidt können die dafür insgesamt notwendigen 400 000 Euro durch den Verein aufgebracht werden. Das sind die Kosten für den Erwerb und die durch den Zwischenverkauf zweimal fällige Grunderwerbssteuer.

Die denkmalgerechte Sanierung kostet laut einem Gutachten des Architektur- und Ingenieurbüros Tangram Planwerkstatt Greifswald vom Februar dieses Jahres drei Millionen Euro. Der Verein erwartet für die Umsetzung kein Geld von Stadt und Kreis. Es soll über Kredite einer Bank und einer Stiftung sowie Zuschüsse für Projekte aufgebracht werden. „500 000 Euro wollen wir bei öffentlichen und privaten Trägern außerhalb Greifswalds beantragen“, erläutert Saskia Schniete, die beim Verein für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Das sei eine realistische Erwartung, bekräftigt Schmidt. „Über verschiedene Initiativen haben wir in den letzten fünf Jahren über 300 000 Euro für unsere Projekte einwerben können“. Für die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude gebe es Programme der EU, des Bundes, des Landes und verschiedener Stiftungen Aktiv engagierten sich derzeit etwa 20 Frauen und Männer für das Projekt. Sie wollen später selbst im Gebäude wohnen. Der Verein Kultur- und Initiativenhaus hat ein eigenes Büro in der Langen Straße 60. Für die Sanierung der Stralsunder Straße 10/11 plant die Initiative Eigenleistungen in Höhe von 450 000 Euro.

In Zukunft ist eine gemischte Nutzung des Gebäudes vor allem für Kultur, Bildung, Begegnung und als Wohnstätte geplant. „Das Interesse ist sehr groß“, informiert Schmidt. „Der über 300 Quadratmeter große Saal des Gesellschaftshauses ist für alle geeignet, die Räume mittlerer Größe suchen. Also für die, denen beispielsweise die Stadthalle zu groß und St. Spiritus zu klein ist.“ Interesse hätten beispielsweise der Verein Polenmarkt, das Studententheater, das Greifswalder Internationale Studentenfestival (Gristuf), das Festival Nordischer Klang und die Musikschule angemeldet.

„Unsere Pläne sehen ein Restaurant beziehungsweise Café in Verbindung zum Saal vor“, erläutert Saskia Schniete. „Es soll vor allem Bio- und Fair-Trade-Produkte, also Waren, bei denen die Erzeuger angemessene Preise erhalten, anbieten.“ Diese Einrichtung will der Verein aber nicht selbst betreiben, sondern an einen Dritten vergeben.

„Ein zentrales Standbein wird die Bildungsarbeit sein“, so Thomas Schmidt. Dabei könne man an Bestehendes wie das Projekt „verquer. Vielfältige Bildung in Vorpommern“ anknüpfen. Es wird derzeit vom Verein mit drei hauptamtlichen Mitarbeitern koordiniert.

Die Planungen für das Kultur- und Initiativenhaus

0,4Millionen Euro kostet der Erwerb des Grundstücks.

3Millionen Euro wird die Sanierung des Gebäudes kosten.

0,2 Millionen Euro im Jahr fallen jährlich für Darlehen und Betrieb an.


Die Bildungsarbeit des Vereins Kultur- und Initiativenhaus soll durch solche des Bildungs-Loggers „Lovis“ und anderer ergänzt werden.

Die Nähwerkstatt „Kabutze“ will einziehen. Dazu kommt eine offene Werkstatt anderer Anbieter.

Theater- und Musik-Proberäume, Café und Wohnungen sind vorgesehen.

11Vereine wollen Büroräume nutzen.

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