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Greifswald Krebskranke Zlata (3) will zurück ins Leben
Vorpommern Greifswald Krebskranke Zlata (3) will zurück ins Leben
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07:22 26.08.2013
Die Haare fehlen, das linke Auge ist angegriffen. Der Krebs und die Chemotherapie haben das kleine Mädchen gezeichnet. Aber ihre Mutter gibt die Hoffnung nicht auf. Quelle: Kai Lachmann
Greifswald

Am liebsten wäre Zlata eine richtige Prinzessin. „Sie trägt gerne die hübschesten Kleider“, erzählt Yuliya Bruner über ihre Tochter, die seit Februar im Greifswalder Uniklinikum behandelt wird. Sie genießt die Aufmerksamkeit ihrer Mutter. Doch ihr Blick scheint ständig zu fragen: Warum bin ich hier? Was ist los mit mir? „Sie hat einen starken Willen“, sagt ihre Mama. Vielleicht ist das sogar der wichtigste Grund, warum die Dreijährige überhaupt noch am Leben ist.

Oktober 2012: Zlata hat Schmerzen im rechten Knie. Dann wurden ihre Augen blau, das linke schwoll zu. Die Diagnose des Arztes veränderte alles: Neuroblastom. Tumor. Krebs. Zlatas Zeit läuft ab. „Ich war total schockiert“, erzählt Yulia Bruner.

In ihrer Heimat Kasachstan sind die Möglichkeiten zur Behandlung nicht ausreichend. „Wenn dort Kinder Krebs haben, sterben sie“, berichtet die Mutter. Familie Bruner machte sich auf den Weg nach Deutschland. Bei angeblichen Spezialisten in Augsburg dann der nächste Rückschlag: „Die Ärzte haben gesagt, der Krebs sei schon in einem weit fortgeschrittenen Stadium. Sie könnten nichts mehr machen“, blickt die 25-Jährige zurück. „Sie haben gesagt, Zlata hätte nur noch einen Monat zu leben.“

Völlig aufgelöst kehrte die Familie nach Kasachstan zurück. Doch anstatt in Trauer und Lethargie zu verfallen, nahm sie den Kampf gegen die Zeit auf. Das Medikament, das sie in Augsburg bekamen, zeigte Wirkung. Zlata leidete etwas weniger.

Die Mutter recherchierte im Internet. Sie lernte eine Frau aus der Ukraine kennen, die ihr Kind in Greifswald behandeln ließ. Hoffnung kam auf. Doch die Kosten sind immens. Mehr als 430 000 Euro für Reise, Therapien, Medikamente, den Aufenthalt im Klinikum. Um an Geld zu kommen, startete sie Spendenaufrufe in sozialen Netzwerken im Internet.

Yuliya Bruner hatte gerade ihr Studium abgeschlossen, als sie schwanger wurde. Ihr Mann arbeitet in Kasachstan als Transporteur. Sie machten alles zu Geld, was sie hatten. Auch ihre Verwandten verkauften sogar ihre Möbel, um Zlata zu helfen. Von einer Stiftung bekam die Familie 20 000 Euro, eine weitere stellte einen ähnlichen Betrag in Aussicht. Seit der ersten Diagnose haben die Bruners vor allem dank der Aufrufe im Internet bereits 250 000 Euro eingesammelt. Das ist viel Geld, aber immer noch viel zu wenig. „Wenn wir nicht genug Spenden bekommen, müssen wir zurück nach Kasachstan und dann ist Zlatas Schicksal besiegelt“, ist die Mutter überzeugt. Die Zeit drängt.

Nach der Chemotherapie steht als nächstes eine Untersuchung des Nervensystems an. Dann eine Transplantation von Knochenmark, das die Mutter spendet. „Hier in Greifswald sagen die Ärzte, die Chance, dass Zlata den Kampf gegen den Krebs gewinnt, liegt bei 40 Prozent.“

Sollte tatsächlich genug Geld zusammenkommen und sollten die Maßnahmen im Klinikum erfolgreich sein, ist es möglich, dass Zlata vielleicht schon in einem halben Jahr die Klinik verlassen kann. Aber so weit denkt die junge Mutter nicht: „Es gibt nur heute, diesen einen Tag.“ Sie muss stark bleiben, denn ihr Kind ist schwach genug. Und auf der Kinderkrebsstation gehört das Leiden dazu.

Zlata weiß nicht, warum sie in Greifswald ist. Sie würde es nicht verstehen. „Ich sage ihr: Damit sie wieder ein schönes Auge bekommt.“ Ganz so, wie es sich für eine Prinzessin gehört.

Infozentrum bietet Tanz als Therapie an
Line Dance ist ein Tanz, bei der in Linien neben- und hintereinander getanzt wird. Diese Art erfordert keinen Partner, die Gruppe ist der Partner. Getanzt wird vor allem nach flotter Country- und Pop-Musik. Das setzt positive Energien frei, auch und gerade bei Menschen nach einer schweren Erkrankung. Das Patienteninformationszentrum (PIZ) bietet einen kostenlosen, zehnwöchigen Line Dance-Kurs an. Er richtet sich an Frauen und Männer, die an Krebs erkrankt sind und sich in Therapie oder Nachsorge befinden.

Start: 2. September, 16 Uhr, Fleischmannstraße 6, Anmeldung: ☎ 03834 / 86 53 63. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Wenn wir nicht genug Spenden einsammeln, müssen wir zurück nach Kasachstan und dann ist Zlatas Schicksal besiegelt.“Mutter Yuliya Bruner (25)
Spenden an:

Yuliya Bruner

Kontonummer: 512 169 400

Bankleitzahl: 130 700 24

Stichwort: Zlata soll leben

Kai Lachmann

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