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Kreis untersagt Nutzung als Ferienhaus

Greifswald Kreis untersagt Nutzung als Ferienhaus

In Lubmin (Kreis Vorpommern-Greifswald) vermietet Familie Gebert seit Jahren ihr Ferienhaus. Jetzt hat ihr das das Landratsamt untersagt. Es ist nicht der einzige Fall.

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Andrea Gebert hat Post vom Landkreis Vorpommern-Greifswald bekommen. Die Untere Bauaufsichtsbehörde untersagt die Vermietung ihres Hauses in Lubmin als Ferienwohnung.

Quelle: Degrassi, Katharina

Greifswald. Familie Gebert hat unerfreuliche Post erhalten. Der Kreis Vorpommern-Greifswald untersagt die Vermietung ihres Lubminer Ferienhauses. Sollten Andrea und Dietmar Gebert die beiden Wohnungen trotzem weiter Urlaubern zur Verfügung stellen, droht ihnen ein Zwangsgeld in Höhe von 2500 Euro. 

Die Unterlassungsverfügung ist im Landkreis Vorpommern-Greifswald kein Einzelfall. In den vergangenen fünf Jahren hat die Untere Bauaufsicht knapp 200 solcher Verbote ausgesprochen. Allein in der Lubminer Straße Am Walde könnten vier weitere Ordnungsverfügungen folgen, weil dort vermietet wird. Die Kurverwaltung Lubmin preist auf ihrer Internetseite insgesamt mehr als 150 Ferienhäuser, -wohnungen und -zimmer im Ort an. 

Kreissprecher Achim Froitzheim weist darauf hin, dass der Kreis lediglich nach Anzeigen wegen Ruhestörung aus der Nachbarschaft aktiv werde. So war es auch im Fall des Ferienhauses von Familie Gebert. „Wir hatten im vergangenen Jahr über mehrere Monate polnische Gastarbeiter im Haus. In der Zeit gingen die Beschwerden los“, blickt Andrea Gebert zurück. 

Das Vermietungsverbot ist nicht nur für das Ehepaar ein herber Schlag, dem allein in diesem Sommer einige tausend Euro an Einnahmen verloren gehen. „Ich musste allen Gästen absagen. Darunter waren auch Familien mit Kindern. Die finden nichts mehr“, sagt Andrea Gebert. Die meisten Urlauber hätten jedoch verständnisvoll reagiert. „Nur einer hat mit Schadensersatzklage gedroht“, sagt Gebert. 3400 Euro Mietanzahlungen musste das Ehepaar Gebert auf einen Schlag zurückzahlen. Dabei vermietet es bereits seit 13 Jahren zwei Ferienwohnungen in ihrem Haus in der Straße Am Walde. Das Ehepaar aus Berlin nutzt das Ferienhaus am Wochenende häufig selbst, hat es jedoch vorrangig als Zuverdienstmöglichkeit und Altersabsicherung erworben, ebenso ein zweites Haus im Wohngebiet am Teufelsstein, das derzeit langzeitvermietet ist. „Lubmin muss sich entscheiden. Entweder will der Ort Touristen oder nicht“, sagt Andrea Gebert. 

Die Rechtslage ist nicht ganz einfach: In reinen Wohngebieten waren Ferienwohnungen noch nie rechtens. Trotzdem wurden sie über viele Jahre geduldet. Seit 2006 gab es mehrfach Gerichtsprozesse, die die Illegalität solcher Ferienhäuser betonten und damit die Bauaufsichtsbehörden verstärkt auf den Plan riefen. Nach zahlreichen Protesten, vor allem aus touristischen Gemeinden, gab es im März diesen Jahres nun eine Gesetzesänderung auf Bundesebene. Demnach dürfen die Gemeinden künftig selbst entscheiden, ob sie Ferienwohnungen in Wohngebieten zulassen oder nicht. Damit liegt der Ball im Spielfeld der Gemeinde Lubmin. Bürgermeister Axel Vogt kennt das Thema. Die aktuellen Ordnungsverfügungen spielen seine Einschätzung nach „eine untergeordnete Rolle“. Er rechnet nicht mit einer größeren Zahl von Betroffenen. „Im Wohngebiet Am Walde und auch Am Teufelsstein werden nur sehr wenige Wohnungen vermietet“, so Vogt. 

Die Gemeinde konzentriere sich darauf, Regelungen für neue Wohngebiete zu treffen. Im Bebauungsplan zwölf, der im alten Dorf liegt, sollen Ferienwohnungen beispielsweise untersagt werden. „Im Gebiet des Bebauungsplans 14 an der Hafenstraße wollen wir Ferienwohnungen zulassen“, sagt Vogt.

Eckhard Oberdörfer

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