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Greifswald Kreis will in seine Berufsschulen investieren
Vorpommern Greifswald Kreis will in seine Berufsschulen investieren
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00:05 10.06.2017
Sie sind schon im 3. Ausbildungsjahr: Die künftigen Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Sebastian Rothe, Hannes Behrend, Willem Göckelmann und Tom Ohlert lassen sich von ihrem Lehrer Jost Pommerenke einen Wärmeerzeuger erklären. Quelle: Fotos: Petra Hase
Greifswald

Auf dem Papier ist es nur ein neuer Titel. Doch eigentlich steckt viel mehr dahinter: Die beiden Berufsschulen des Landkreises Vorpommern-Greifswald tragen ab August den Namen „Regionales Berufliches Bildungszentrum“ (RBB) und sollen zu weitestgehend eigenständigen Einrichtungen mit hoher Fachkompetenz und Qualitätsstandards entwickelt werden. Das hat der Kreistag jüngst beschlossen.

Unter dem Blickwinkel des Fachkräf- temangels bekommt die Berufsausbil- dung jetzt eine ganz andere Bedeutung.Carsten Berkenhagen, Amtsleiter

Nun will die Verwaltung gemeinsam mit dem RBB Greifswald und dem RBB Wolgast/Torgelow ein Konzept erarbeiten, das inhaltliche Schwerpunkte setzt und diese auch finanziell untermauert. Die Richtung ist klar: „Für Greifswald schwebt uns vor, die Berufsschule an der Siemensallee zu konzentrieren und in den Standort zu investieren“, informiert Kreisdezernent Dietger Wille (CDU). Heißt im Umkehrschluss: Die Tage der Ausbildungsstätte an der Hans-Beimler- Straße sind gezählt. Dort lernen derzeit noch etwa 845 Schüler, darunter künftige Kaufleute, Bankangestellte, Verwaltungsfachleute.

Der Kreis habe Interesse daran, so Wille, dass das Gebäude auch nach einem Leerzug genutzt werde. „Deshalb sind wir mit der Hansestadt im Gespräch“, sagt er. Wann genau es zum Umzug komme, sei noch unklar: „Wir reden aktuell über einen Zeithorizont von fünf Jahren.“ In einem Punkt gebe es allerdings schon Klarheit: „Wir wollen die alte Turnhalle an der Siemensallee abreißen und auf dem gegenüberliegenden Grundstück durch den Neubau einer Drei-Felder-Halle ersetzen“, sagt Wille. Im laufenden Haushalt seien dazu Planungsmittel eingestellt. Zudem laufe bereits ein Antrag auf Landesfördermittel. Des Weiteren sei beabsichtigt, auf dem Areal der jetzigen Turnhalle einen mehrgeschossigen Neubau mit Fachkabinetten zu errichten. „Damit könnten hier etwa 2500 Auszubildende lernen“, sagt Schulleiter Jens Mattner. Aktuell zählen zur Greifswalder Berufsschule 1931 Jugendliche. Davon lernen 290 – vorwiegend Azubis verschiedener Hilfsgewerke – derzeit noch auf dem Gelände des Berufsbildungswerkes an der Pappelallee. „Auch hier müssen wir schauen, welche Lösung sich anbietet“, so Carsten Berkenhagen, Leiter des Amtes für Bildung, Kultur und Schulverwaltung im Kreis.

Sowohl Wille als auch Berkenhagen betonen, dass dem Ausbau der schulischen Infrastruktur in Zukunft eine sehr große Bedeutung beigemessen werden müsse. Sollen die Bildungszentren für junge Leute attraktiv bleiben, müsse in deren Digitalisierung kräftig investiert werden. Der Landkreis könne das kaum allein schultern. „Deshalb hoffen wir auf Bundesprogramme“, sagt Wille. In der Vergangenheit seien viele junge Leute nach dem Abitur zum Studium gegangen. Doch er ist überzeugt davon, dass die Berufsausbildung für Schulabgänger wieder interessanter werde. Dazu sei es notwendig, in den Schulen die Voraussetzungen zu schaffen. Finanziell und materiell. „Ohne Unterstützung der Wirtschaft läuft bei uns gar nichts“, sagt Schulleiter Jens Mattner. Unternehmen verschiedener Branchen sorgen schon jetzt mit ihrem Sponsoring dafür, dass die Azubis an moderner Technik lernen können. Denn nur in Büchern büffeln, bereite künftige Heizungsbauer oder Kfz-Mechatroniker nicht auf die Anforderungen im Handwerk vor, so Mattner.

Das alles treffe auch auf das zweite Regionale Berufliche Bildungszentrum Wolgast/Torgelow mit seinen rund 1600 Azubis zu. In Torgelow, wo zum Beispiel künftige Bäcker, Konditoren und Landwirte ihr Rüstzeug erhalten, wird bereits investiert. Für knapp sechs Millionen Euro wird der Schulstandort bis Herbst nächsten Jahres ausgebaut und modernisiert. Doch damit sei der Kreis noch nicht am Ende.

Die notwendige Digitalisierung, so Dezernent Wille, erfordere auch dort weitere Investitionen. Die Außenstelle in Eggesin hingegen werde zum Schuljahr 2018/19 geschlossen. Die Schule in Pasewalk machte bereits vor zwei Jahren dicht.

Petra Hase

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