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Greifswald Kreissportbund kehrt Greifswald nun den Rücken
Vorpommern Greifswald Kreissportbund kehrt Greifswald nun den Rücken
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00:00 24.08.2016

Die gut 90 Vereine des Greifswalder Sportbunds stehen vor einer womöglich einschneidenden Veränderung: In wenigen Tagen schließt die Geschäftsstelle des Kreissportbunds (Ksb) in der Hansestadt. Dann gibt es de facto kein Büro in Greifswald mehr, das Sportvereinen zur Seite steht und ihre Interessen gegenüber Stadtverwaltung und Politik wahrt.

Ein Drittel aller Sportler im Kreis sind in Greifswald zu Hause.“Mignon Schwenke, Fraktionsvorsitzende der Linken

Bereits im Januar hatte eine Mehrheit des Ksb-Vorstands entschieden, die bisherigen Büros in Greifswald, Wolgast und Pasewalk aufzulösen und durch eine Zentrale in Anklam zu ersetzen. Diese nimmt am 1. September ihren Betrieb auf. Wichtige Belange des Sports, wie die Ausbildung von Übungsleitern, die Förderung sportlicher Talente und die finanzielle Unterstützung von Vereinen, werden dann von der Peenestadt aus gemanagt.

Funktionäre des Greifswalder Sportbunds hatten die Entscheidung, den Ksb aus der Kreisstadt abzuziehen, ein ums andere Mal öffentlich kritisiert. Auch bei den Sportvereinen herrscht mehrheitlich Unverständnis. Weit mehr als 50 haben sich für den Erhalt einer Sportbund-Geschäftsstelle in der Universitäts- und Hansestadt ausgesprochen. „Für uns ist Anklam zu weit weg“, schätzte Michael Lüdeke, Vorstand des GSV, ein. Die allermeisten Leute in den Sportvereinen seien ehrenamtlich tätig und engagierten sich nebenberuflich. Da seien kurze Wege wichtig, um Angelegenheiten für die Vereine zu klären.

Politische Unterstützung erfahren Lüdeke und andere nun von den Linken. Deren Fraktionsvorsitzende in der Bürgerschaft, Mignon Schwenke, kündigte gestern eine Initiative für eine eigene Greifswalder Sportgeschäftsstelle an. „Mehr als ein Drittel aller organisierten Sportler im Kreis leben in unserer Stadt. Für die brauchen wir eine Anlaufstelle.“ Der Stadtsportbund, erklärte Schwenke, könnte das Ksb-Büro übernehmen. Die Stadt wiederum sollte ihm die mietfreie Nutzung der Räume gewähren. Es gebe einen speziellen Fond für den Sport, mit dem eine solche Geschäftsstelle zumindest bis Jahresende finanzierbar wäre. „Ob das längerfristig Bestand haben kann, hängt von den Haushaltsverhandlungen und der Einstellung der Bürgerschaft ab“, gibt Schwenke zu bedenken. Schon im September will die Linke die politischen Ausschüsse der Bürgerschaft mit dem Problem konfrontieren.

Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Axel Hochschild kommt die Initiative der Linken überraschend. Er warnte davor, neue Gräben zu schaufeln. Eine Mehrheit des Kreissportbunds habe sich für Anklam als Geschäftssitz entschieden, das sei zu akzeptieren. „Man sollte nun auf eine Zusammenarbeit mit dem Ksb setzten. Ein Neuanfang kann auch in Anklam sein“, sagte Hochschild.

Ein Antrag von Stadtsportbundchef Bernt Petschaelis, eine hinreichend finanzierte Personalstelle des Kreissportbunds in und für Greifswald einzusetzen, war vom Ksb-Vorstand abgelehnt worden. Es stehe dem Sportbund der Hansestadt frei, selbst einen hauptamtlichen Mitarbeiter einzustellen, der die Interessen der Greifswalder Sportler vertritt, erklärte der Ksb.

Sven Jeske

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