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Greifswald Krippe: Stadt gibt Entlastung des Landes nur teilweise weiter
Vorpommern Greifswald Krippe: Stadt gibt Entlastung des Landes nur teilweise weiter
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07:52 13.12.2017
Die Elternbeiträge für einen Ganztagskrippenplatz bleiben 2018 bei 200 Euro. Quelle: P.Binder
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Greifswald

Ganztagskrippenplätze werden ab Januar 2018 weiter maximal 200 Euro kosten. Die vom Land geplante Elternentlastung in Höhe von 50 Euro monatlich wird nicht in allen Fällen an die Familien weitergegeben. Das bestätigt Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) während der Bürgerschaftssitzung am Montagabend. Zuvor hatte es unterschiedliche Aussagen gegeben, wie die Elternbeiträge ab Januar berechnet werden.

Konkret heißt das: 200 Euro müssen weiterhin Eltern zahlen, die ihr Krippenkind ganztags in einer der elf Einrichtungen des städtischen Eigenbetriebes Hansekinder, im Kinderladen, in der Studentenwerkskita Campuskindern oder in den kirchlichen Kitas St. Nikolai, St. Marien und Arche Noah betreuen lassen. Diese 16 Kindertageseinrichtungen bezuschusst die Stadt bereits mit mehr als 50 Euro monatlich pro Krippenplatz ganztags. Die Eltern von Krippenkindern in den restlichen Einrichtungen profitieren ganz oder teilweise vom 50-Euro-Zuschuss des Landes.

Stadt bezuschusst teure Krippenplätze seit Jahresbeginn

Doch was steckt hinter dieser unterschiedlichen Regelung?: Die Stadt bezuschusst die Elternbeiträge für besonders teure Krippenplätze bereits. 185.000 Euro sind in diesem Jahr ausgezahlt worden. Diese Maßnahme hat die Bürgerschaft im Oktober 2016 auf Initiative der SPD beschlossen, weil die Greifswalder Elternbeiträge im MV-Vergleich besonders hoch sind. Damit wollten die Bürgerschaftsmitglieder der vom Land geplanten Entlastung vorgreifen. Klar sei bereits damals gewesen, so SPD-Bürgerschaftsmitglied Erik von Malottki, dass die städtischen Mittel zurückgefahren werden, sobald die Landesgelder kommen.

Von Malottiki hatte die Initiative zur Entlastung der Eltern erdacht. Festgelegt wurde damals bereits, was mit dem Geld gemacht werden soll, das nicht für die Entlastung der Eltern gebraucht wird. Es soll in sogenannte Kita-Budgets investiert werden. „Damit können die Einrichtungen Spielzeug, Spielgeräte kaufen oder Projekte organisieren“, sagt von Malottki. „Damit steigern wir die Qualität in unseren Einrichtungen.“

Elternbeiträge steigen ab 2019 deutlich

Genau das sei auch Intention des Gesetzes gewesen, aus dem die Mittel stammen. Quelle ist das gescheiterte Betreuungsgeld. Nachdem das Bundesgesetz vom Bundesverfassungsgericht gekippt worden war, hatte der Bund die Mittel an Land, Kreis und Kommunen weitergegeben. Es steht 2018 letztmalig zur Verfügung. Ab 2019 fällt die städtische Förderung also weg. Dann steigen die Beiträge für über 300 Krippenkinder in 21 Einrichtungen zwangsläufig.

Die Eltern von Kindergartenkindern (außer Vorschuljahr) profitieren durchgängig von der 50-Euro-Entlastung des Landes. Allerdings wird der Zuschuss vom Land teilweise durch steigende Platzkosten wieder aufgefressen. In der Studentenwerkskita Campuskinder steigen die Kosten im Bereich Kita ganztags nach der Erhöhung vom August 2017 zum 1. Januar 2018 erneut um 9,49 Euro.

Höhere Kosten fressen Zuschuss teilweise auf

Auch die Elternbeiträge in den elf städtischen Einrichtungen steigen im neuen Jahr, allerdings deutlich moderater. Die Bürgerschaft hat die Preissteigerungen während ihrer Sitzung am Montagabend einstimmig durchgewunken. Im Bereich Kindergarten steigen die Kosten um bis zu 2,7 Prozent. Die Eltern der Kita-Kinder in der Einrichtung Weg ins Leben zahlen fünf Euro mehr. In allen anderen Kitas fällt die Erhöhung geringer aus. „Wegen der Tarifsteigerungen bei den Erziehern müssen jährlich etwa zwei Prozent Steigerung angesetzt werden“, prognostiziert Achim Lerm, Geschäftsführer des Kita-Eigenbetriebes. Die höheren Elternbeiträge im Krippenbereich um bis zu 9,33 Euro (Makarenko-Kita mit verlängerten Öffnungszeiten) bemerken die Eltern nicht, weil sie durch den städtischen Zuschuss kompensiert wird.

Katharina Degrassi

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