Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Krippen und Kitas platzen aus allen Nähten
Vorpommern Greifswald Krippen und Kitas platzen aus allen Nähten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:06 17.03.2017

Krippen-, Kita- und Grundschulplätze in Greifswald sind rar. Grund: Vor 15 Jahren hätten viele nicht für möglich gehalten, dass in der Hansestadt derart viele Menschen leben. „Die Prognose des Landes sah vor, dass in Greifswald 2016 noch 54500 Einwohner leben“ , sagt Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) gestern vor dem Wirtschaftsrat der CDU. Der hatte ihn eingeladen, um über die Herausforderungen für die Stadt in den kommenden Jahren zu sprechen.

Kleine Baumeister auf dem weitläufigen Gelände der Kita "Hundertwelten". Quelle: Foto: Cornelia Meerkatz

Tatsächlich hat Greifswald mittlerweile mehr als 56000 Einwohner mit Haupt- und weitere 3900 Einwohner mit Nebenwohnsitz. „Ich rechne fest damit, dass der positive Trend weitergeht“, sagt Fassbinder. Wegen der stark eingebrochenen Geburtenzahlen nach der Wende und den schlechten Schülerprognosen um die Jahrtausendwende herum sei die Regionalschule Engels 2004 geschlossen worden, die Grundschule Marx ein Jahr später. Heute kann sich die Stadt über Wachstum freuen und muss gleichzeitig die dringenden Platzprobleme lösen.

Krippen- und Kitaplätze für Monate ausgebucht

Wer eine Krippen- oder Kitaplatz sucht, hat kaum Chancen. Seit Monaten verweist der Landkreis Eltern vor allem an Tagesmütter und Tagesväter, weil es keine Krippen- und Kita-Kapazitäten mehr in der Hansestadt gibt. Viele Einrichtungen nehmen erst zum September wieder Kinder auf, wenn das neue Schuljahr beginnt und damit die Vorschulkinder zu Abc-Schützen werden. Selbst für September stehen etliche Eltern auf den Wartelisten der 28 Greifswalder Einrichtungen. Der Kreis hat berechnet, dass 2019 knapp 300 Kindergartenplätze in Greifswald fehlen werden.

Das Institut Leben und Lernen will in diesem Jahr an der Weinertschule in Schönwalde II ein kombiniertes Kita- und Hortgebäude bauen. 45 Kindergarten- und 18 Krippenplätze sollen bis zum Sommer 2018 entstehen. Die Hortkapazitäten werden auf 187 erweitert (derzeit 132). Auch der Waldorfkindergarten wird neu gebaut. Dadurch entstehen 18 zusätzliche Krippen- und Kitaplätze. Der städtische Eigenbetrieb „Hansekinder“ ist der größte Betreiber von Kindertagesstätten. Mehrere der elf Einrichtungen sollen in den kommenden Jahren saniert werden. „Dabei soll es einen leichten Platzzuwachs geben“, sagt OB Stefan Fassbinder. Der Bau von zusätzlichen Einrichtungen sei bislang nicht geplant. „Wir haben uns bewusst entschieden, den Marktanteil nicht auszubauen. Die Konkurrenz zu freien Trägern ist gut“, sagt Fassbinder. Die Kitaplanung ist Sache des Kreises. Die Verwaltung ist nach Aussage von Sozialdezernent Dirk Scheer mit Trägern im Gespräch.

Grundschulneubau deckt Bedarf nicht komplett

Die Stadt plant eine neue Grundschule. Voraussichtlich am Standort verlängerte Scharnhorststraße/Osnabrücker Straße soll sie entstehen und zum Schuljahr 2022/23 eröffnen. Weil die Schülerzahlen bereits vorher deutlich steigen, plant die Stadt Zwischenlösungen.

Die Kollwitzschule hat ihre Kapazität bereits im vergangenen Schuljahr von drei auf vier erste Klassen erhöht. In diesem Schuljahr soll voraussichtlich auch die Krullschule von zwei auf drei erste Klassen erweitern. „Die Planungen sind noch nicht ganz abgeschlossen“, sagt Stadtsprecherin Andrea Reimann. Ab dem kommenden Schuljahr entstehen weitere Kapazitäten durch den Kita- und Hortneubau an der Weinertschule. „Der Hort zieht aus der Weinertschule aus. Dadurch können dort zusätzliche Klassen untergebracht werden“, erklärt OB Stefan Fassbinder. Außerdem baut das Institut Leben und Lernen eine Grundschule mit Orientierungsstufe in der Grimmer Straße auf dem Gelände der Kita Hundertwelten. Sie soll zum Schuljahr 2017/18 eröffnen und für eine Klasse pro Jahrgang Platz bieten.

Drei Varianten für steigenden Bedarf an Regionalschulplätzen

„In einigen Jahren benötigen wir auch höhere Regionalschulkapazitäten“, sagt OB Fassbinder. Hierfür stehen derzeit drei Varianten zur Diskussion. „Denkbar wäre ein Neubau oder ein Erweiterungsbau der Caspar-David-Friedrich-Schule“, sagt Fassbinder. Die dritte Option hängt von den Plänen des Kreises ab. Dieser denkt darüber nach, den Berufsschulstandort an der Beimlerstraße aufzugeben. „Sollte es dazu kommen, könnten wir das Gebäude für eine Regionalschule nutzen“, so Fassbinder. Zusätzliche Plätze entstehen außerdem durch den bereits geplanten Neubau der Fischerschule, der noch in diesem Jahr beginnt. 18 Millionen Euro hat die Stadt hierfür kalkuliert.

Katharina Degrassi

Mehr zum Thema

Bildungsministerium will bauliche Mindeststandards erarbeiten. Die Planungen für den Bildungscampus in Ribnitz-Damgarten verzögern sich.

13.03.2017

Humboldtschüler siegen erneut bei der Regionalmeisterschaft von „Formel 1 in der Schule“

14.03.2017
Bad Doberan Schulnavigator Teil 4: Regionale Schule mit Grundschule „Buchenberg“ Bad Doberan - Schüler da abholen, wo sie sind

In dieser Einrichtung ist jeder zweite Sechstklässler fit für das Gymnasium

02.02.2018

Wichtiger als der Hochschul-Name sei ein friedliches Miteinander, sagen sie

17.03.2017

Görmin will im Abstiegskampf mindestens einen Punkt in Hagenow sichern

17.03.2017

Die Ocean Stars Cheerleading Familie des Ostseetanz Greifswald haben bei der Cheerleading-Meisterschaft, an der die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern ...

17.03.2017
Anzeige