Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Künstlerbund hat wieder eine Heimstatt
Vorpommern Greifswald Künstlerbund hat wieder eine Heimstatt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:37 29.11.2018
Sigrid Henschel, Franz-Albert Tröster und Hilde Uebel (v.l.) in den neuen Räumen Feldstraße 20. In Anlehnung des „Kleinen Ladens“ , der hier einst zu Hause war, nennen die Mitstreiter des Pommerschen Künstlerbundes die Galerie nun „kunstLADEN“. Quelle: Petra Hase
Greifswald

Klein, aber fein. Der Pommersche Künstlerbund hat ab sofort wieder ein Zuhause. Morgen eröffnet er mit einer Auktion seinen „kunstLADEN“ in der Feldstraße 20/Ecke Mehringstraße. Eine Galerie auf kleinem Raum, die jedoch weit mehr sein soll als nur ein Ausstellungsort. „Wir haben hier endlich wieder einen Treffpunkt für den Verein, wollen auch Lesungen veranstalten, Vorträge, vielleicht sogar kleine Konzerte“, sagt Sigrid Henschel, seit gut einem Jahr Vorsitzende des rund 60 Mitglieder starken Künstlerbundes.

Seit 2011 war der Verein praktisch heimatlos, ohne festen Sitz. Das Pommernhus, bis dato weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Adresse der Kunstschaffenden – wurde von ihnen selbst abgewählt. Hintergrund war der Bruch mit Helmut Maletzke (1920-2017), Initiator und langjähriger Leiter der Galerie. Als öffentlich wurde, dass der Maler zu DDR-Zeiten jahrzehntelang als informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit agierte, entschied sich die Mehrheit der Mitglieder für eine Trennung von Pommernhus und Maletzke-Stiftung. „Dieser Schritt bescherte dem Pommerschen Künstlerbund zwar den Wegfall seiner Geschäftsstelle und einer Galerie, zum anderen aber den Gewinn an Souveränität und Erneuerungswillen“, sagt Manfred Prinz, von 2000 bis 2010 Vorsitzender.

Entgegen mancher Befürchtung seien Aktivitäten wie Workshops oder Kolloquien konstant auf qualitativ hohem Niveau geblieben. „Zudem war zu verzeichnen, dass sich sowohl die individuelle als auch die gemeinschaftliche Ausstellungstätigkeit steigerten“, so Prinz. Auch wenn es keine eigene Galerie gab, stellten die Mitglieder ihre Werke doch weiter regelmäßig in Einrichtungen aus. Darunter im Amtsgericht Greifswald, im Rathaus und St. Spiritus, in Griebenow, Demmin, Lassan, auf der Insel Rügen ...

Im zu Ende gehenden Jahr ragt die Gemeinschaftsausstellung im Finanzministerium des Landes heraus. Von April bis August hatte die Künstlervereinigung Gelegenheit, in Schwerin Arbeiten zu präsentieren. „67 Bilder und Plastiken von 27 Ausstellern stellten einen qualitätsvollen Querschnitt unseres Schaffens dar und demonstrierten die Vielfalt der schöpferischen Fähigkeiten“, sagt Sigrid Henschel. Von jeder im Ministerium laufenden Ausstellung werde übrigens ein Werk angekauft; die Mitarbeiter entschieden sich in diesem Fall für eine Plastik von Hilde Uebel aus Krebsow. Auch viele andere Arbeiten fanden Liebhaber.

Noch umfänglicher war die Exposition, die von Juni bis September im Greifswalder Landratsamt zu sehen war. Wiederum beteiligten sich 27 Künstler – diesmal mit 154 Arbeiten, darunter Malerei, Skulpturen, Grafik, Fotografie. „Von A wie Martina Apelt aus Elmenhorst, die in ihrer farbkräftigen expressiven Malerei die abwechslungsreiche Küstenlandschaft interpretiert, bis hin zu Maik Winter aus Brünn, der in seinen humorvoll-kritischen Kleinplastiken menschliche Verhaltensweisen hinterfragt, setzten sich die Künstler vorwiegend mit der Natur auseinander“, blickt Henschel zurück.

Neben vielen Einzelausstellungen in ganz Vorpommern gebe es aber auch immer wieder Workshops und Angebote für Interessierte. Nachdem der Künstlerbund den Kooperationsvertrag mit dem Schlossverein Ludwigsburg erneuert habe, „richteten wir dort zu ,Kunst offen’ eine Druckwerkstatt in der alten Stellmacherei ein“, nennt Henschel, die selbst als Malerin, Grafikerin und Fotografin arbeitet, ein Beispiel der Aktivitäten. Auch der einwöchige Workshop in Lütow auf Usedom sei ein Erfolg gewesen. Das gemeinschaftliche Arbeiten und Leben stelle eine wesentliche Grundlage der Vereinsarbeit dar und soll wiederholt werden. Über derlei Pläne lasse sich im „kunstLADEN“ trefflich sinnieren. Dank der WVG als Vermieter und Eigeninitiative des Vereins sei er übrigens relativ schnell hergerichtet worden. Doch natürlich hoffen die Künstler auch auf Neugierige, die einfach mal vorbeischauen. Eröffnung mit Kunstauktion: Sonnabend, 14 Uhr

Petra Hase

Greifswald Gemischte Nachrichten vom Arbeitsmarkt - 400 Arbeitslose mehr in Vorpommern-Greifwald

Im November waren im Landkreis wieder mehr Menschen arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Der Anstieg ist aber geringer ausgefallen als erwartet. Besonders erfreulich zeigte sich die Lage in der Kreisstadt.

Das Uniklinikum in Greifswald ist laut Focus das zweitbeste Krankenhaus Mecklenburg-Vorpommerns. In Deutschland verbessern sich die Vorpommern leicht auf Rang 65 von rund 1200 bewerteten Häusern. Das beste Klinikum des Landes steht in Rostock.

29.11.2018

74 Castoren mit radioaktivem Abfall sollen in einem Neubau auf dem Gelände des bundeseigenen Entsorgungswerks für Nuklearanlagen in Lubmin bei Greifwald untergebracht werden.

28.11.2018