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Küstenwald an der Wiek wird wieder aufgeforstet

Greifswald Küstenwald an der Wiek wird wieder aufgeforstet

2016 brachte Baumfrevel die Greifswalder in Wallung

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Andrej Kulikowski (links) und Arthur Golombek von der Firma Schrader pflanzten gestern Eichen.

Quelle: Foto: Peter Binder

Greifswald. Vor einem Jahr sorgte Baumfrevel in Eldena wochenlang für erregte Diskussionen. „Kahlschlag an der Dänischen Wiek“ titelte die OSTSEE-ZEITUNG. Nicht nur eine Allee am Wasser fiel der Säge zum Opfer, insgesamt waren mindestens 100 Bäume und Sträucher betroffen. Die Fällaktion fand auf zwei privaten und einem städtischen Grundstück nahe Eldena statt.

OZ-Bild

2016 brachte Baumfrevel die Greifswalder in Wallung

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Aufforstung

Der Stadtförster lässt in diesem Jahr im Greifswalder Wald

neben den Eichen in

Eldena auch noch 7000 Roterlen, 8000 Fichten, 5400 Lärchen und 250Esskastanien anpflanzen. Die Leistungen werden nach

Ausschreibung durch Firmen erbracht.

Auf der Stadtfläche wurden mindestens fünf Pappeln und zahlreiche Büsche gefällt, informiert Stadtsprecherin Andrea Reimann.

Genehmigt war die Fällaktion indes nicht. Auf frischer Tat konnte die Polizei niemand erwischen. Die Männer mit der Säge flüchteten. Im November stellte die Staatsanwaltschaft 2016 das Verfahren zur Ermittlung der Auftraggeber ein.

Gestern stellte die Stadt die Weichen für die Wiedergeburt der Allee. Auf rund 250 Meter Länge entlang der Küstenlinie werden 250 Traubeneichen gepflanzt. Das kostet rund 2700 Euro. „Unser Grundstück ist etwa 0,8 Hektar groß“, erläutert Stadtförster Bent Knoll. Pappeln wären auch möglich gewesen. Für die ebenfalls für nährstoffarme Böden in Wassernähe geeigneten Traubeneichen habe man sich entschieden, weil bei Pappeln in einigen Jahrzehnten wieder eine Gefährdung von Menschen durch Totholz möglich sei. Grundsätzlich wäre das Wäldchen auch ohne Pflanzaktion durch Sukzession, also natürliche Verjüngung, wieder entstanden, schätzt Knoll ein. „Hier wachsen schon kleine Pappeln, Wildkirschen, Weiden und anderes“, sagt er. Die Pflanzaltion sei mit der Landesforstverwaltung abgestimmt. Nach deren Einschätzung hatten die Frevler im letzten Jahr einen geschützten Küstenschutzwald beseitigt.

Auf Naturverjüngung setzt Campingplatzbesitzer Carsten Becker, dem das Nachbargrundstück Richtung Eldena gehört. Er geriet im Zusammenhang mit den Baumfällungen in die Kritik. Viele Bürger waren überzeugt, dass er der Auftraggeber des Kahlschlags war. Becker hat das stets zurückgewiesen. Er konnte auf die Genehmigung zur Fällung von 30 Pappeln durch das Forstamt Jägerhof verweisen. Die Naturverjüngung war Teil der Genehmigung. „Auch bei mir wurde abgeholzt“, stellt Becker zum Kahlschlag von 2016 fest. „Zum Glück konnte ich einschreiten und Schlimmeres verhindern. Im Gelände ist gut erkennbar, wo mein Grundstück endet.“ Keiner könne heute noch sagen, dass bei ihm unberechtigt Bäume gefällt wurden. Er habe ein Vielzahl von großen Bäumen gepflanzt und pflege sie.

Becker kritisiert die Baumpflanzaktion der Stadt. Erstens hätte er sich als Anlieger eine Information dazu gewünscht. Zweitens würden an der Wiek mit Steuergeldern Bäume gepflanzt, obwohl eine intakte Natur in Kürze für die Wiedergeburt des Wäldchens gesorgt hätte. „In Württemberg nennt man das Wasser in den Bach schütte.“ An anderer Stelle hätten sich viele Greifswalder über einen Baum riesig gefreut. Aber dafür sei kein Geld vorhanden.

Auf dem zweiten Privatgrundstück wachsen inzwischen ebenfalls schon kleine Bäumchen. Die Mutmaßung, dass der frühere Greifswalder Immobilienunternehmer Torsten Abs der oder einer der Auftraggeber der Fällaktion war, konnte bei den Ermittlungen nicht bewiesen werden. Er besitzt hier Land. Laut früheren Planungen sollte dort ein Wohngebiet entstehen. Abs hat nach OZ-Informationen seine Flächen zur Sicherung hoher Kredite verwendet.

Eckhard Oberdörfer

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