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70 Minuten völlig kontrastlose Dauer-Klage

Greifswald 70 Minuten völlig kontrastlose Dauer-Klage

Bachwoche: Bei Jenkins weltweitem Erfolgsstück scheint schöner Klang alleiniges Ziel gewesen zu sein

Greifswald. Es gibt ihn, den Platz zwischen allen Stühlen. Etwa so: Man verlässt ein Konzert mit dem Eindruck, ganz anderes gehört und erlebt zu haben als die begeistert Beifall spendenden Mit-Besucher. So wie vorgestern bei der Bachwochen-Aufführung von Karl Jenkins’ „Stabat Mater“ (2006/07). Das Stück geriet dem zu – nicht wirklicher – Klassik konvertierten, ansonsten mit 17 Gold- und Platin-Awards geehrten Werbemusik-Komponisten, Saxophonisten, Keyborder, Pop- und Jazz-Musiker zum weltweiten Erfolg.

Wie so etwas möglich ist, konnte die Aufführung in St. Nikolai zwar verdeutlichen, nicht aber akzeptabler machen. Denn auch der textliche Aufwand mit mittelalterlichem Hymnus, Gilgamesch-Epos und einem Beitrag von Jenkins Frau sowie die etwas sehr absichtsvolle Nutzung lateinischer, englischer, arabischer, aramäischer, hebräischer und griechischer Sprache verdecken entscheidende Defizite des Werkes nicht: das Fehlen von Originalität und die Reduktion musikalischer Substanz auf ein sich anbiederndes, auf einfache klangliche Wirkung und permanentes Wiederholen ausgerichtetes Niveau.

Jenkins´ ungenierte, mit leichtem arabischen „Kick“ gewürzte Wohlfühl-Stilkopien und eine Einfallsarmut, die auch mit etwa beabsichtigter schlichten Eindringlichkeit nicht begründbar ist, dürften selbst wohlmeinenden Sichtweisen wenig Raum bieten: Qualität ist nicht vom Stil abhängig!

Hinzu kommen ein ziemlich profilloser, gelegentlich nur laut aufgemotzter Orchestersatz, die, von wenig Ausnahmen abgesehen, wenig inspirierte Behandlung von Chor wie Solisten und – schwerwiegend – 70 Minuten völlig kontrastloser Dauer-Klage in ausschließlich ermüdend langsamen Tempi.

Schöner Klang scheint alleiniges Ziel, zu Reflektionen gibt es keinen Anlass. Jenkins entwickelt nichts, er bleibt statuarisch, nimmt den Hörer nicht mit, lullt ihn ein. So gilt mit Bogna Bartosz und Schirin Partowi (beide Alt), dem Domchor, dem Bachwochenorchester unter Jochen A. Modeß wirklicher Respekt vor allem den Ausführenden; dem Werk nur sehr bedingt.

OZ

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