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70. Bachwoche geht feierlich zu Ende

Greifswald 70. Bachwoche geht feierlich zu Ende

Gedenktafel für Annelise Pflugbeil / Morgen Festgottesdienst im Dom / Ein Höhepunkt war Große Kammermusik

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Oratorienkonzert zur Greifswalder Bachwoche.

Quelle: Rainer Neumann

Greifswald. Am Lutherhof soll künftig eine Gedenktafel an die im November 2015 verstorbene Kirchenmusikdirektorin Annelise Pflugbeil erinnern. Der Lutherhof war bis zuletzt Wohnort und Wirkungsstätte der „Mutter der Greifswalder Bachwoche“. Der Kirchenkreisrat des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises folgte mit diesem Beschluss einem Vorschlag von Superintendent i.R. Rainer Neumann. Die Formulierung des Textes und die Gestaltung der Tafel sollen in enger Abstimmung mit der Stadt und Universität erfolgen.

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zur Bachwoche

Der Zeitpunkt dieser Initiative innerhalb der 70. Greifswalder Bachwoche ist sicher kein Zufall. Morgen (10 Uhr) geht das Festival Geistlicher Musik mit einem Festgottesdienst im Dom zu Ende. Einer seiner Höhepunkte war am Donnerstag die „Große Kammermusik“.

Als Domäne des Kammerorchester der Komischen Oper Berlin besetzt sie zwischen der Vielfalt kammermusikalischer Besetzungen und großer Chorsinfonik seit Jahrzehnten die hier singuläre Position traditionellen Orchestermusizierens. Damit ist Platz für die Bachschen Orchesterwerke und Solokonzerte wie für den umfänglichen und eher selten erlebbaren Bereich sonstigen variabel besetzten Orchesterschaffens. So wie vorgestern in St. Jacobi, wo Spezifik und Stärken der „Großen Kammermusik“ deutlich wurden: mit Bachs a-Moll-Violinkonzert BWV 1041 – sehr schön Roeland Gehlen als Solist – und seiner C-Dur-Orchestersuite (BWV 1066) sowie Arvo Pärts „Wenn Bach Bienen gezüchtet hätte“ und einer Uraufführung von Jochen A. Modeß („L´Annelise“). Bach war dabei auch für die wieder souveränen Berliner Musiker vertrautes Gelände. Vielleicht etwas zu vertraut, denn ihrer Gestaltung fehlte es diesmal an spürbarer Inspiriertheit und griffiger Diktion. So blieb es vor allem bei der Suite bei einem etwas eindimensionalen Eindruck, der sicher auch der klangnivellierenden Raumakustik anzulasten ist.

Hörbar klarer gelangen die Dinge bei Pärt, der recht eigenwillig schwirrende („summende“?) und Bach-Zitate verwendende Klangflächen marschartig bis zu dramatischen Eruptionen führte, um dann – wieder mit Bach – sanft und mit polyphon expressiver Klangintensität zu enden. Ein 6-Minuten-Pärt vor seiner radikalen stilistischen Wende – aber inhaltlich nicht weniger verschlüsselt.

Dagegen bevorzugte Jochen A. Modeß alle Klarheit. Seine auch hier bezugsorientierte, aktuelle Erwägungen und künstlerische Absichten durchdacht wie praktikabel verbindende Hommage an die im November verstorbene „Bachwochenmutter“ Annelise Pflugbeil artikuliert „Szenen“ einer langjährigen, intensiven Bekanntschaft: zu entnehmen einem Pflugbeils gläubig-heiterer Lebenshaltung entsprechenden „Programm“ und heraushörbar im durchaus bildhaft-munteren Gefühlswechsel unterschiedlich instrumentierter Episoden – das Ganze zwischen neckischem Humor, sichtlicher Freude am Spielerischen, erinnerungsschwerem „Valse triste“ – und natürlich Bach. Er war die große Klammer dieses Abends, stets präsent und – wie immer – unverzichtbar.

Ach Herr, lass dein lieb Engelein

Johannespassionen gibt es etliche, allein aus Johann Sebastian Bachs Feder sind vier Fassungen bekannt. Der Meister hat immer wieder daran gearbeitet. Welche ist nun die „originale“? Heute Abend, 20 Uhr, im Dom St. Nikolai, gibt es das volle Programm mit Domchor, Gesangssolisten und dem Orchester der Greifswalder Bachwoche, gebildet aus Mitgliedern des Orchesters der Komischen Oper Berlin. Diese Johannespassion hat der künstlerische Leiter der Bachwoche, KMD Prof. Jochen A. Modeß, aus verschiedenen Fassungen Bachs zusammengefügt. Für Kenner: Der beliebte Schlusschoral „Ach Herr, lass dein lieb Engelein“, fehlt nicht! Zum Abschluss der Bachwoche gibt es morgen, 10 Uhr, im Dom den Festgottesdienst mit Bach-Kantate. Der Auftakt ist ab 9.15 Uhr das Turmblasen.

• www.greifswalder-bachwoche.de

Petra Hase und Ekkehard Ochs

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