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Das Rad der Schicksalsgöttin dreht sich im Museumshafen

Greifswald Das Rad der Schicksalsgöttin dreht sich im Museumshafen

Theater Vorpommern inszeniert Orffs Carmina Burana auf der Freilichtbühne

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Mit Unterstützung zahlreicher Kollegen und Laien erzeugten die Musiker des Theaters Vorpommern eine beeindruckende Klangfülle.

Quelle: Fotos: Vincent Leifer

Greifswald. O Fortuna – oh Schicksal! Mit dem weltberühmten ersten Satz eröffnete der Chor die Carmina Burana, Carl Orffs Meisterwerk (Uraufführung 1937). Das bombastische Lied erzählt von der namensgebenden Göttin, die mit ihrem Schicksalsrad unbeirrbar das Los der Menschen bestimmt: „Wen es nach oben trägt, dem liegt die Welt zu Füßen und wer schon oben thront, der wird im nächsten Augenblick vom Rad überrollt.“

OZ-Bild

Theater Vorpommern inszeniert Orffs Carmina Burana auf der Freilichtbühne

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Für die nötige Stimmgewalt erhielten Opern- und Kinderchor des Theaters Vorpommern Unterstützung von Mitgliedern des Ernst Senff Chores Berlin, der Singakademie Stralsund sowie des Philharmonischen Orchesters Vorpommern. Obendrein wurden die Profis von zahlreichen Laien ergänzt, denn bei den diesjährigen Aufführungen der Kantate handelt es sich um so genannte Scratch-Konzerte: Singbegeisterte jeder Stimmlage können an den Aufführungen teilnehmen. Dieses vielfältige Ensemble sorgte für den imposanten Sound, der das Werk so beliebt bei den Zuschauern macht.

„Die Carmina Burana stand schon lange ganz oben auf unserer Liste“, sagte Ralf Schulz (62) vor der Premiere am Sonnabend. Zusammen mit seiner Frau nutzte er die Chance, das Spektakel in der eigenen Heimatstadt zu erleben. Pünktlich um 21.30 Uhr eröffnete Dirigent Florian Csizmadia den Liederreigen. Die mittelalterlichen Überlieferungen, wiedererweckt durch die moderne Komposition Orffs, erzählen von Liebe, Lust und Festgelagen, preisen die Ankunft des Frühlings, bejubeln und warnen vor den Genüssen des Lebens gleichermaßen. Diese Themenfülle ist es wohl, welche die Texte auch nach 800 Jahren noch aktuell erscheinen lässt – sofern der geneigte Zuhörer sich zuvor mit den lateinischen, mittelhochdeutschen und altfranzösischen Versen beschäftigt. Mancher Besucher hätte sich daher über die Möglichkeit gefreut, neben dem Programmheft auch ein Textbuch an der Kasse erstehen zu können.

Sopranistin Katarzyna Rabczuk, Bariton Thomas Rettensteiner und Tenor Johannes Richter gaben den Solo-Stücken gekonnt eine ganz individuelle Note, in der auch komödiantische Elemente nicht fehlten.

Durch die abwechselnden Parts von Orchester, Chor und Kinderchor sowie den Solisten entstand eine vielfältige Darbietung, die immer neue Klangbilder schuf. Bühnenbeleuchtung, Feuerelemente und Pyrotechnik setzten die Vorstellung auch optisch eindrucksvoll in Szene, während sich langsam die Nacht über den Greifswalder Museumshafen senkte. Zum mitreißenden Finale kehrten die Musiker zur Hymne der Fortuna zurück, deren Schlussakkorde von einem Feuerwerk begleitet wurden. Das Publikum dankte ihnen mit stehenden Ovationen, die Bitten um eine Zugabe wurden aber nicht erhört.

So groß wie die Begeisterung nach dem Konzert, so groß war das Unverständnis über die geringe Besucherzahl. Nur ein Drittel der Karten konnte verkauft werden. „Vielleicht haben die einen Tag zuvor stattfindenden Sternstunden des Musicals um die Gunst der Besucher konkurriert“, mutmaßte Alexander Kohlmann (36). „Das ist sehr schade!“

Dabei zeigten sich die meisten Besucher restlos überzeugt. Nur vereinzelt hieß es, das Feuerwerk habe zu viel Raum eingenommen – eine Auffassung, die Kerrin Hansen und Alina Ritter nicht teilten:

„Ich habe das Stück schon öfter gesehen, doch diese Aufführung war eine der besten“, schwärmte Hansen. „Wir sind so hingerissen, wir kommen wohl noch einmal wieder“, ergänzte Ritter.

Ahoi – Mein Hafenfestival: Die nächsten Termine

Carmina Burana: 14. Juli, 21.30 Uhr, Museumshafen Greifswald sowie am 29. Juli und 12. August um 21.30 Uhr an der Sundpromenade in Stralsund.

Nessun Dorma – Italienische Opernnacht: 1., 12. und 23. Juli je um 20 Uhr, Museumshafen Greifswald sowie am 30. Juli, 6. und 10. August je um 20 Uhr an der Sundpromenade in Stralsund. 7.

Juli, 20 Uhr Amphitheater in Swinemünde.

Sternstunden des Musicals: 29. Juni, 9. und 13. Juli je um 20 Uhr Museumshafen sowie am 28. Juli, 3. und 11. August je um 20 Uhr, Sundpromenade in Stralsund.

Soul of Ballet: 7., 8., 15., 16. und 22. Juli je um 21 Uhr Museumshafen Greifswald sowie am 27. Juli, 4. August, 5. August und 9. August an der Sundpromenade in Stralsund. Außerdem am 19. Juli um 21 Uhr im Amphitheater in Swinemünde.

Philipp Baranyai

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