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Die Dänen sind da – jetzt wird ausgepackt

Greifswald Die Dänen sind da – jetzt wird ausgepackt

Kunsthistorikerin Birte Frenssen hat im Museum reichlich zu tun, um die neue Sonderausstellung vorzubereiten

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Kunsthistorikerin Birte Frenssen gestern beim Auspacken der Werke. Im Hintergrund hängen bereits einige der Arbeiten.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Kartons über Kartons! Das ganze Depot scheint momentan ein Aufbewahrungsort für Pappkisten zu sein. Manche hat Birte Frenssen schon geöffnet, andere bereits geleert. Die meisten Verpackungen jedoch harren noch verschlossen auf diesen unverschämten Glücksmoment der Romantikexpertin: Die Kunsthistorikerin des Pommerschen Landesmuseums entfernt in diesen Tagen die schützenden Hüllen von mehr als 370 Gemälden und Grafiken dänischer Kunst. Gesammelt und – das Beste daran – dem Haus gestiftet vom Berliner Mäzen Christoph Müller (die OZ berichtete).

 

OZ-Bild

Kunstsammler und Mäzen Christoph Müller im Pommerschen Landesmuseum.

Quelle: Stefan Sauer

Ein kleiner Teil dieser Werke erfreute bis Sonntag unter dem Titel „Kopenhagener Malerschule“ Besucher der Alten Nationalgalerie. Ab 27. August sollen diese Gemälde und Zeichnungen nun im Pommerschen Landesmuseum zu sehen sein. „Ergänzt durch eine Auswahl unserer Werke und weiterer aus Müllers Sammlung“, berichtet Frenssen. Die genaue Anzahl der Arbeiten, die drei Monate lang im Erdgeschoss der Gemäldegalerie verweilen, könne sie noch nicht benennen. „60 oder 70 vielleicht“, sagt sie, „aber ich bin noch beim Sichten und Auswählen.“

Auswählen! Dieses Wort erhält eine völlig neue Färbung angesichts dieser enormen Fülle an bezaubernden Werken, die dem Landesmuseum jetzt zur Verfügung stehen. Die Schenkung ist ein Glücksfall für das Haus, das die Errichtung einer Galerie der Romantik vorbereitet. Fünf Millionen Euro gibt der Bund für deren Hülle. Dank Christoph Müller dürfte auch der Inhalt kein Problem sein. Im Gegenteil.

Das Auswählen – eine Herausforderung.

Doch dieses Faszinosum ist bislang Zukunftsmusik, steckt in der Planung. Deshalb konzentriert sich Birte Frenssen jetzt auf die „Kopenhagener Malerschule“. Ein ums andere Mal lüftet sie mit behutsamen Händen erst die Noppenfolie, dann das reißfeste Tyvek-Papier, um in stiller Begeisterung Bild für Bild ans Licht zu holen: Weite Landschaften, schier endlose Himmel, zierliche Boote auf ruhigem Wasser, gewaltige Hünengräber und Porträts, auf denen selbst zarteste Falten zu erkennen sind ...

Dann wird gehängt. Erst einmal dicht an dicht – der Platz im Depot ist begrenzt. Dieses zeitweilige Provisorium eröffnet der Vizemuseumsdirektorin ganz neue Sichten: „Bei Christoph Müller hingen die Werke ja in einer anderen Konstellation“, erklärt Frenssen. 15 Stunden lang habe sie am Mittwoch in seiner Wohnung gemeinsam mit einer Firma die Bilder eingepackt. Am Abend waren die Wände des Kunstsammlers und früheren Zeitungsverlegers nahezu kahl, am Donnerstag kam der Maler. „Denn er hat schon wieder Neues und sammelt weiter“, plaudert die Kunsthistorikerin aus dem Nähkästchen.

Viel Zeit bleibt ihr nicht, um die Sonderausstellung vorzubereiten. Neben den Werken von Caspar David Friedrich werden Arbeiten von Philipp Otto Runge, Georg Friedrich Kersting, Johan Christian Dahl sowie vielen anderen Malern zu sehen sein, deren Lebensweg allesamt mit der Kunstakademie Kopenhagen verbunden ist. Sie gilt als die Wiege der deutschen Romantik, war einst die modernste Kunstschule Europas. Mit Anekdoten, die auch heute noch faszinieren. Einige wird das Pommersche Landesmuseum demnächst lüften.

Die Ausstellung

374 Werke der dänischen Kunst aus dem frühen 19. und 20. Jahrhundert schenkte der Sammler Christoph Müller dem Pommerschen Landesmuseum.

Ein Teil dieser Arbeiten wurd vom 27. August bis 27. November in der Sonderausstellung „Kopenhagener Malerschule“ gezeigt. Darunter werden sich auch Werke befinden, die bis Juli in der Alten Nationalgalerie Berlin zu sehen waren.

Aufgrund der Vorbereitung sind der Barocksaal und der Bereich des Klassizismus in der Gemäldegalerie ab sofort nicht zugänglich.

Petra Hase

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