Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 15 ° Regen

Navigation:
Einsatz im Schloss Ludwigsburg

Ludwigsburg Einsatz im Schloss Ludwigsburg

Angehende Restauratoren untersuchen wertvollen Bestand – Eine Stiftung macht es möglich

Voriger Artikel
Einzigartig: Järvi und seine wundervollen Musiker
Nächster Artikel
Von Schwedens Mozart und dem „falschen Beethoven“

Alma Thum, angehende Restauratorin, sichert absturzgefährdete Stellen der Stuckdecke mit einem speziellen Papier.

Quelle: Sven Jeske

Ludwigsburg. An der Hochschule für bildende Kunst in Dresden ist das vom Verfall geprägte Schloss Ludwigsburg bei Greifswald ein Begriff. Zum zweiten Mal in Folge weilen Studenten von der Elbe im einzigen erhalten gebliebenen Herrschaftshaus aus dem früheren Herzogtum Pommern-Wolgast (1295-1474 sowie 1532-1625). Die angehenden Restauratoren untersuchen eine jahrhundertealte Stuckdecke in einem früher als Salonzimmer genutzten Raum im ersten Stock.

„Wir sichten den Deckenbestand und nehmen seinen Zustand unter die Lupe. Dabei prüfen wir, ob es Hohlstellen gibt und ob Bereiche absturzgefährdet sind“, schildert Valentin Bauer, Student im dritten Studienjahr. „Die Stuckdecke stammt aus der Zeit nach 1650, als das Schloss dem in schwedischen Diensten stehenden General und Stadtkommandanten von Greifswald, Burchard Müller von der Lühne, gehörte“, weiß Christel Schmidt, langjährige Vorsitzende des Fördervereins „Schloss und Gut Ludwigsburg“. Sie selbst kennt das einstige Salonzimmer noch aus ihren Kindertagen. Schon damals sei die ornamentreiche Stuckdecke ein Hingucker gewesen.

Bereits 2015 weilten Studenten aus Elbflorenz im Schloss Ludwigsburg. Ihr Einsatz galt Wandmalereien im zweiten Obergeschoss des über 420 Jahre alten Renaissancebaus. Große Partien der Malereien waren durch Hausschwamm und dessen spätere Bekämpfung geschädigt worden. Wo man Wände angebohrt hatte, um Hausschwamm-Schutzmittel zu injezieren, hatten sich große Teile der Malerei gelöst und drohten abzustürzen. Einen Monat lang arbeiteten die angehenden Restauratoren an einer Sicherung der gefährdeten Bereiche. Um weitere Malereiverluste zu verhindern, stabilisierten sie Abbruchkanten der Putzschicht mit einer Kalkmörtelmischung. Hohl liegende Putzschichten wurden von ihnen hinterfüllt, „wodurch die Stabilität des Wandgefüges und die Verbindung der Malerei zum Mauerwerk wiederhergestellt werden konnten“. Freiliegende Malerei wurde zudem konservatorisch gefestigt.

Möglich wurden der damalige und der jetzige Einsatz von Studenten der Hochschule für bildende Kunst durch die Marlies-Kressner-Stiftung im bayerischen Neubeuern. Jene unterstützt die Erhaltung und Sicherung gefährdeter Baudenkmäler in den neuen Bundesländern und die Ausbildung junger Denkmalpfleger.

Christel Schmidt ist dankbar für das Engagement der Stiftung. „Ich hoffe, dass sie Ludwigsburg treu bleibt.“ Wichtiger als das ist es, die Zukunft des Schlossbaus zu sichern. Noch ist unklar, wie es mit dem weitergeht. Das Wirtschaftsministerium hatte eine Studie zur Sanierung und Rekonstruktion sowie zur künftigen wirtschaftlichen Nutzung der Anlage finanziert. Der zufolge könnte Ludwigsburg sowohl zu einer Stipendiatenstätte für Künstler als auch zu einem kulturell geprägten Veranstaltungsort werden. Voraussetzung dafür sei, dass die verschiedenen Eigentümer von Schloss und Gut gemeinsame Sache machen, hieß es. Laut dem Greifswalder Landtagsabgeordneten Egbert Liskow (CDU) steht noch nicht fest, „in welcher Struktur“ die von der Studie empfohlenen Ziele angestrebt werden sollen. Stiftung, Verein oder gemeinnützige GmbH?

Zukunft ungeklärt

Die Zukunft des Schlosses ist ungeklärt. Das über 420 Jahre alte Anwesen ist das einzige erhalten gebliebene Herrschaftshaus aus dem früheren Herzogtum Pommern-Wolgast (1295-1474 sowie 1532-1625).Politiker machen sich deshalb für seine Rettung stark. Das Land hatte eine Studie zur Sanierung und künftigen Nutzung der Anlage finanziert. Der zufolge könnte Ludwigsburg sowohl zu einer Stipendiatenstätte für Künstler als auch zu einem kulturell geprägten Veranstaltungsort werden.

Sven Jeske

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel

Dieter „Maschine“ Birr, ehemaliger Kopf der Puhdys, spricht im OZ-Interview über seine regelmäßigen Besuche auf Rügen, gute Bekannte auf der Insel und seine Pläne als Solo-Musiker

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Kultur
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.