Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Fasziniert von Pommerns Landschaft
Vorpommern Greifswald Fasziniert von Pommerns Landschaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
03:46 07.09.2013
Buchautorin Birte Frenssen. Quelle: ph

Rund 200 Jahre ist es her, dass Caspar David Friedrich zu Fuß über die Insel Rügen zog. Sein Skizzenbuch im Gepäck. War er, der sich in Dresden niedergelassen hatte, doch wieder einmal auf der Suche nach urpommerschen Motiven: Segelboote im Hafen, majestätische Kreidefelsen, der weite Horizont überm blauen Meer.

Birte Frenssen, Autorin des gerade im Rostocker Hinstorff Verlag erschienenen Bildbandes „Natürlich romantisch“, ist all das nicht fremd. Auf Friedrichs Spuren hat sich die Greifswalder Kunsthistorikerin immer wieder zu seinen Malorten begeben. Auch auf Schusters Rappen. „Mit meiner Familie quer über die Felder“, verrät die zweifache Mutter — die Sehnsucht Friedrichs nach dem heimatlichen Norden dabei gut nachempfindend. Denn „Heimat“, sagt die gebürtige Husumerin, „ist für mich Küste — egal ob die schleswig-holsteinische oder hier die Ostsee“. Wobei sie unschwer erkennen lässt, wie fasziniert sie insbesondere vom Wasser in Pommern ist.

Das erkennt der aufmerksame Leser des 144-seitigen Buches schnell. Mit virtuoser Fabulierkunst und sehr bildhafter Sprache versteht Birte Frenssen es scheinbar mühelos, die Neugier auf Friedrichs Landschaften zu wecken. Mehr noch: Wer war dieser Maler, der heute wieder in aller Munde ist und sogar Touristen aus Amerika nach Mecklenburg-Vorpommern, ja nach Greifswald lockt? Wie erging es seiner Familie sowie den Malfreunden Runge, Kersting und Klinkowström? Und warum sind wir eigentlich heute wieder so empfänglich für die Botschaft der Romantiker?

Um diese und andere Fragen im Buch zu klären, widmete sich die stellvertretende Direktorin des Pommerschen Landesmuseums über ein Jahr lang intensiv dem bedeutendsten Sohn Greifswalds und seinem Umfeld. Besonders spannend für sie selbst: der historische Hintergrund. Was passierte eigentlich zu Friedrichs Zeit in Pommern? „Da saß er 1809 in Neubrandenburg und zur gleichen Zeit marschierte Schill in Stralsund ein“, nennt Frenssen ein Beispiel für Geschichte, die sich auch in den Gemälden widerspiegelt. Das weiß sie aber nicht erst seit der Arbeit am Buch. Frenssens Beschäftigung mit Friedrich reicht viel länger zurück. Bereits während ihres wissenschaftlichen Volontariats an der Kunsthalle Hamburg war der pommersche Maler eines ihrer Themen. Das sollte sich verstärken, als die Kunsthistorikerin 1999 ans Greifswalder Museum kam und mitverantwortlich für die Neuerwerbung romantischer Malerei wurde. Diese Forschungsarbeit mündete schließlich 2010 in die erfolgreiche Ausstellung „Die Geburt der Romantik“. Die gedankliche Auseinandersetzung aber ging weiter. Und so war die heute 46-Jährige froh, all dieses Wissen einmal „in einen Guss zu bringen“.

Der Bildband mit Gemälden der Romantiker wäre aber nur halb so schön, fehlten die etwa 35 Illustrationen von Thomas Grundner. Der Landschaftsfotograf aus Heiligendamm spürte ebenfalls die Malorte Friedrichs auf, um sie mit seiner Kamera nachzuempfinden. „Allerdings nicht sklavisch, sondern durchaus eigenständig“, betont Birte Frenssen. Entstanden sind Bilder, die zweifellos das romantische Herz rühren. Ob Hafenmotive, Hünengrab, alte Eichen oder die Wiesen bei Greifswald: Thomas Grundner beweist nicht nur den richtigen Blick, sondern auch die nötige Ausdauer. Denn oftmals fuhr er mehrfach zu einem Ort, verharrte viele Stunden an einem Fleck, bis er den ersehnten Nebel oder das magische Licht mit seinem Apparat einfangen konnte. „Damit ist ihm die Geduld eigen, die auch Friedrich auszeichnete“, würdigt Frenssen die Arbeit ihres Mitstreiters.

Mecklenburg-Vorpommern also noch immer ein romantisches Land? Auf jeden Fall! Dafür steht die neue Landeskulturinitiative „Natürlich romantisch“, die gleich zu Beginn mehr als 40 Partner eint. Mit ihr widmet sich unser Bundesland ab sofort und zunächst für ein Jahr verstärkt der Epoche der Romantik. Der Anlass dafür ist klar: Am 5. September 2014 feiern wir Caspar David Friedrichs 240.

Geburtstag. Die Party kann beginnen.

Natürlich romantisch
Mit einem Jahr der Romantik will Mecklenburg-Vorpommern das künstlerische Erbe Friedrichs und seiner Malfreunde Philipp Otto Runge, Friedrich August von Klinkowström sowie Georg Friedrich Kersting stärker ins Bewusstsein rücken.


Die Präsentation des Buches „Natürlich romantisch“ am Donnerstagabend im Pommerschen Landesmuseum war der Auftakt dazu. Grund genug für Harry Glawe, Minister für Wirtschaft und Tourismus, nach Greifswald zu kommen. Er versprach, das Anliegen auch finanziell zu fördern.

Petra Hase

Im Streit um Gaslecks in Wohnungen an der Ecke Arndtstraße/Burgstraße lenken die Hansestadt und die Wohnungsverwaltungsgesellschaft (WVG) ein.

07.09.2013

Dei Begriff „Poller“ kümmt ut dat Nedderdütsche un heit egentlich „Klotz“. In dei Habens stahn överall Poller för dat Fastmaken von Schipp dörch Schippstau' un -trossen.

07.09.2013

1Wann waren Sie das letzte Mal beim Zahnarzt? Das müsste vor etwa drei Jahren gewesen sein.

07.09.2013
Anzeige