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Greifswald Fuhrmann und Fuhrmann

Fast 200 Werke der Maler Dieter und Gerhard Fuhrmann sind in Greifswald zu sehen / Großer Andrang bei der Vernissage

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Über 70 Besucher kamen zur Eröffnung im Landratsamt in der Feldstraße. Bis zum 5. Februar ist die Ausstellung zu sehen, werktags von 9 bis 16 Uhr.

Greifswald. Wie besessen sollen sie gemalt haben, voller Energie, Lust und Schaffenskraft: Dieter Fuhrmann und sein Sohn Gerhard Fuhrmann, beide Künstler und Kunstlehrer in Greifswald und Umgebung, der eine 1928 geboren, der andere 1954. Beide inzwischen gestorben, 2013 der Vater, 2015 der Sohn. Im Landratsamt in Greifswald hat der Landkreis ihren Werken jetzt eine Bühne geschaffen – auf drei Etagen des Hauses.

OZ-Bild

Fast 200 Werke der Maler Dieter und Gerhard Fuhrmann sind in Greifswald zu sehen / Großer Andrang bei der Vernissage

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Im Eingangsbereich und überall in den Gängen ziehen sie nun die Blicke auf sich: 190 kraftvolle Ölgemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Pastelle aus dem Familienbesitz. Von Dieter Fuhrmann vor allem Landschaften, Stillleben, Stadtansichten von Greifswald, Venedig und anderswo, meist nah am Gegenständlichen und zugleich reduziert, viele mit entschiedenen Pinselstrichen geschaffen, leuchtend vor Licht und Farbe. Von Gerhard Fuhrmann ähnliche, aber auch ganz andere Werke, darunter 15 grazil-groteske Zeichungen von einem Krankenhausaufenthalt und abstrakte Kompositionen, die mit Fläche und Struktur spielen.

„Toll, diese unheimliche Fülle“, sagt der Schwedter Künstler und ehemalige Freund der Fuhrmanns Christian Uhlig bei der Vernissage. Über 70 weitere Menschen sind gekommen, frühere Schüler und Kollegen, Freunde und Bewunderer.

Dieter Fuhrmann war keiner, der sich im Atelier verkrochen hätte. Im Gegenteil: Als Lehrer an Greifswalder Schulen, aber auch in zahlreichen Zeichenzirkeln förderte er Talente, trug seine Begeisterung nach außen. Von 1990 bis 2000 engagierte er sich im Bund Deutscher Kunsterzieher in MV. Bei „Kunst offen“ lud er stets in sein Atelier in Kühlenhagen bei Wolgast ein. Legendäre Kunstreisen, Malfahrten für Gruppen, bot er ab den 1990er Jahren auch an, erzählt die Malerin und Grafikerin Sylvia Dallmann in ihrer Laudatio. „Dieter Fuhrmann gehörte zu den wildesten Zeichnern“, verrät sie. Kaum an einem neuen Ort angekommen, sei er „aus dem Bus gesprungen“ und habe sofort mit dem Malen begonnen. „Ohne Effekthascherei“ habe er das Gesehene aufs Papier gebracht. Anregend war seine Leidenschaft, meint Künstler Uhlig. Ansteckend, findet Kunstlehrerin Ariane May-Ziem. „Ich habe nach meiner Babyzeit durch Dieter Fuhrmann wieder angefangen zu malen“, erzählt sie am Rand der Vernissage.

Sohn Gerhard, der in Greifswald Kunst studierte und bis zu seinem Tod in Schwedt an der Oder (Brandenburg) unterrichtete, muss eine ähnliche Schaffenslust gehabt haben. Bezeichnend für seine Arbeiten war „das Experimentelle, das Forschen, das Suchen nach neuen Formen“, sagt sein ehemaliger Schüler, der Künstler Alexander Höfs-Schulz. Manche Motive wirkten aber auch „wie eine Weiterführung der Arbeit seines Vaters.“ Und in vielen gebe es ein erzählerisches Moment. „Gerhard Fuhrmann erzählt von alten Häusern, von der Küste, von Orten, in denen das Leben langsam wächst“, beschreibt Höfs-Schulz. Die genormte Welt mit ihren vielen glatten Oberflächen heute finde man in seinem Werk nicht.

Die pensionierte Kunstlehrerin Irmgard Fuhrmann aus Greifswald, Tochter und Schwester der beiden Männer, hat die Bilder für die Ausstellung mit weiteren Familienmitgliedern ausgewählt. Das Landratsamt habe ihre Schwester Christa gefragt, ob sie ihre Werke austellen wolle, erzählt sie. „Aber wir dachten, erstmal die beiden Männer. Wir können immer noch.“

Sybille Marx

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