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Greifswald Geistreich und amüsant

Der Schriftsteller Thomas Hettche ist mit dem Wolfgang-Koeppen-Preis 2016 ausgezeichnet worden

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Oberbürgermeister Stefan Fassbinder mit dem Preisträger Thomas Hettche und dem Laudator Karl-Heinz Ott (v.l.).

Quelle: Annemarie Bierstedt

Greifswald. Den Deutschen Literaturpreis hat er knapp verfehlt. Den Greifswalder Wolfgang-Koeppen-Preis hingegen nicht. 5000 Euro bekommt Thomas Hettche. Der in Berlin und der Schweiz lebende Schriftsteller und Journalist begeistert Leser wie Kritiker mit seinem 2014 erschienenen Roman „Pfaueninsel“. Der erzählt von dem im Jahre 1800 geborenen Schlossfräulein Dorothea Marie Strakon, die auf der Pfaueninsel bei Potsdam lebte, und von der Zeit des Rokoko.

Thomas Hettche ist ein geistreicher Autor.“Stefan Fassbinder, Oberbürgermeister

Koeppentage

Eine Stadtführung auf den Spuren Wolfgang Koeppens findet heute mit Monika Schneikart statt. Ausgangspunkt des literarischen Spazierganges ist um 11 Uhr das Geburtshaus des Schriftstellers, Bahnhofstraße 4.

Eine Ausstellung von Studentenarbeiten des Caspar-David-Friedrich-Instituts zu Koeppens Greifswald-Text „Jugend“ wird am 29. Juni um 19 Uhr im Koeppenhaus eröffnet.

Zur Preisverleihung am Donnerstagabend las Hettche im gut besuchten Koeppenhaus den Anfang seines Buches vor. Das Publikum lauschte fasziniert und gedankenversunken. „Thomas Hettches Werk lebt von einer poetischen Prosa, die ganz und gar der Gegenwart verpflichtet ist, auch und gerade dort, wo Surreales und Märchenhaftes den Erzählton prägen“, lobte der bekannte Autor und Essayist Karl-Heinz Ott („Perlentaucher“), Koeppen-Preisträger 2015. Er selbst hatte Hettche für den Preis empfohlen.

Seit 1998 wird der nach dem in Greifswald geborenen Schriftsteller Wolfgang Koeppen (1906 - 1996) benannte Preis alle zwei Jahre verliehen. Der jeweilige Preisträger schlägt seinen Nachfolger vor.

Lediglich der allererste Preisträger war seinerzeit von einer Jury ausgewählt worden.

„Ich freue mich sehr, Thomas Hettche diesen Preis verleihen zu können. Ein geistreicher und sehr amüsanter Autor“, bekannte Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). Der so Geehrte wiederum freute sich, „dass mir Wolfgang Koeppen durch die Preisverleihung so präsent bleibt“. Koeppen, erklärte Hettche, sei ein großartiger Autor gewesen, einer der bedeutsamsten Vertreter der deutschen Nachkriegszeit, tragisch in seinem Scheitern.

Unter dem Motto „Ich versuchte die Stadt“ wird noch bis zum 29. Juni mit Lesungen und Ausstellungen an Wolfgang Koeppen, Ehrenbürger der Hansestadt, erinnert. In diesem Jahr steht sein Text „Jugend“

im Fokus, der in äußerst dichter und bildhafter Sprache von einem jungen Außenseiter erzählt, der in seiner Geburtsstadt Greifswald niemals heimisch wird. „Wir wollen mit diesem Thema auch die jungen Leute einbeziehen und für Kultur begeistern“, erklärt Kati Mattutat, Projektkoordinatorin im Koeppenhaus. Bisher fanden eine Präsentation der Werkausgabe mit Judith Schalansky sowie eine Lesung mit Ott statt. Außerdem zeigte der Schriftsteller Alexander Graeff in seinem Vortrag „Ich sah die großen Untergänge “ die Aktualität von Koeppens belletristischem Werk und dessen Anknüpfungspunkte zu den aktuellen politischen Ereignissen. Schon Koeppen hatte in seinen Werken der Nachkriegszeit die Themen Flucht und Vertreibung und die schwelende Xenophobie sowie Angst vor dem Fremden im Bürgertum aufgegriffen. Kunst und Kultur, so meinte er, müssten gesellschaftliche Missstände aufzeigen und so zur politischen Meinungsbildung anregen.

Annemarie Bierstedt

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