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Greifswald Gelungene Ein-Mann-Show
Vorpommern Greifswald Gelungene Ein-Mann-Show
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00:00 29.03.2014
Kleiner Mann, große Bühne: Bernhard Hoëcker in Greifswald. Quelle: kl

TV-Comedian Bernhard Hoëcker (Switch Reloaded, Nicht nachmachen) ist Vollprofi. Er weiß genau, wie er sein Publikum begeistern und auf seine Seite ziehen kann.

Selbst wenn es eher zurückhaltend und auch — klassisch pommersch — etwas mundfaul ist, wie jenes in der gut gefüllten Mehrzweckhalle in Schönwalde am Donnerstagabend.

„So wie die Größe eines Mannes nichts über seine wahre Größe sagt, sagt die Größe einer Stadt nichts über die Großartigkeit ihrer Bewohner.“ Mit Sätzen wie diesen machte sich der 1,59 Meter-Mann daran, die Herzen zu öffnen.

„Netthamseshier“ — der Titel des Programms gab die Stoßrichtung vor. Hoëcker wollte die schönen, die lustigen, die typischen Seiten Greifswalds aus den Einwohnern herauskitzeln, setzte auf die Interaktion mit den Zuschauern. Jede Antwort, und war sie auch noch so sparsam, baute er gekonnt in seine Ein-Mann-Show ein, gerne auch als Running Gag. Darin liegt sicher Hoëckers große Stärke:

Egal, ob es um Jalousien, Spax-Schrauben, Doktorarbeiten oder das vermeintlich typisch Greifswalder Essen Tollatsch ging: Der energiegeladene Alleinunterhalter konnte alles zu Lachern machen, auch wenn die enthusiastischen Funken, die er versprühte, nicht bei jedem ein Feuer entfachten.

Hoëcker ist ein Multimedia-Nerd, der mit Leichtigkeit kritische Distanz in unterhaltsame Sprüche ummünzen kann. Er bezeichnete das Online-Netzwerk Facebook als „Bausatz für die eigene Stasi-Akte“, Smartphones als „Handys, die so aussehen, als würde der Besitzer die ganze Zeit das Display putzen“ und änderte auf witzige, gar anarchische Weise die Geschichte Anklams im Online-Lexikon Wikipedia.

Eine weitere Spitze fiel ihm ein, als er hörte, man würde den Ort auch „Otto-Lilienthal- Stadt“ nennen: „Der hat fliegen gelernt, damit er da wegkommt.“

„Netthamseshier“ war nicht unbedingt rasant, aber abwechslungsreich. Hoëcker bastelte zusammen mit dem Publikum eine Facebookseite, zeigte einen Ausschnitt eines Musikvideos der Heavy-Metal- Band Edguy, in dem er die liebreizende Maid Marian spielt. Auch selbst sang er Lieder: über Treffen mit Musikern („Meet and Greet — wo man die Sängerin auch pimpern kann“), über Eselsbrücken und auch über Greifswald. Zusätzlich sprach der Komiker über moderne Mythen, Religion und die Feuerwehr Hinrichshagen. Gegen Ende hatte das Programm ein paar Längen. Doch zum Abschluss gab‘s noch einmal ein versöhnliches Kompliment: „Ihr ward das beste Publikum des heutigen Abends!“ kl



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