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Geschenkt: 374 Werke fürs Landesmuseum

Greifswald Geschenkt: 374 Werke fürs Landesmuseum

Berliner Kunstmäzen Christoph Müller übereignet seine komplette dänische Sammlung

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Museumsdirektor Uwe Schröder (re.) mit Christoph Müller, der gestern mit zwei dänischen Werken unterm Arm ins Haus kam.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Kariertes Hemd, Pullover, Brille und Schnauzbart. Rein äußerlich weist erstmal nichts auf seine Passion hin. Der drahtige Christoph Müller ist leidenschaftlicher Kunstsammler. Und im Gegensatz zu vielen anderen hat der 77- Jährige auch ein großes Herz. Gestern vermachte er dem Pommerschen Landesmuseum in Greifswald seine komplette Dänensammlung: 374 Werke der Romantik und des Realismus aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Die Motive reichen von weitläufigen Ostseelandschaften über Porträt- und Marinemalereien. Kein anderes deutsches Museum besitzt einen vergleichbaren Schatz dänischer Kunst.

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Berliner Kunstmäzen Christoph Müller übereignet seine komplette dänische Sammlung

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„Das ist ein ganz großer Tag für unser Haus“, kommentierte Museumsdirektor Uwe Schröder die Unterzeichnung der Schenkungsurkunde. Neben Christoph Müller setzte auch Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) seine Unterschrift aufs Papier. Der Grund: De facto geht die Sammlung in den Bestand des Staatlichen Museums Schwerin über. Dieses wiederum überlässt die 152 Gemälde sowie 222 Zeichnungen und Grafiken Greifswald als Dauerleihgabe. „Geschenkt habe ich sie aber dem Pommerschen Landesmuseum“, lässt der umtriebige und humorvolle Mäzen keinerlei Zweifel aufkommen.

Dabei liegt diesem „Glückstag für Greifswald“, wie Arthur König, Vorsitzender des Stiftungsrates des Landesmuseums, das Ereignis bezeichnete, nur ein schöner Zufall zugrunde: Nämlich die schicksalhafte Bekanntschaft Müllers mit Birte Frenssen, ausgewiesene Romantikexpertin und Kunsthistorikerin am Pommerschen Landesmuseum. Die beiden saßen vor etwa zweieinhalb Jahren in einem Seminar, das der Greifswalder Kunstprofessor Kilian Heck Studenten gab. Frenssen nutzte die Gunst der Stunde und entführte Müller in ihrer charmanten Art noch am selben Abend in die Gemäldegalerie.

Dieser Abstecher zu den Romantikern, darunter Caspar David Friedrich, Johan Christian Dahl und Philipp Otto Runge, muss nachhaltig gewirkt haben. Noch mehr aber wohl die herzlichen Begegnungen. Denn gestern stellte Christoph Müller unmissverständlich klar: „Ohne Birte Frenssen und Kilian Heck wäre meine Sammlung nie nach Greifswald gekommen.“

Wer schenkt, darf auch Wünsche äußern, vielleicht sogar ein Gebot. Müller kennt da keine Kompromisse. Zu seinem 80. Geburtstag möchte er die Dänen wiedersehen. Nicht irgendwo, sondern in der neu zu errichtenden „Galerie der Romantik“, die neben Friedrich & Co. somit einen neuen Akzent erhält. „Der Bund hat fünf Millionen Euro dafür zugesagt. Und Uwe Schröder wird den Kosten- und Zeitplan schon einhalten. Das wird hier sicher kein Flughafen à la Berlin“, gibt der Gönner klar zu verstehen.

Viel Zeit bleibt nicht. Das runde Jubiläum begeht Müller im August 2018. „Ob wir bis dahin die Eröffnung schaffen“, wagt Frenssen momentan nur zu hoffen. Die Planungen jedenfalls liefen mit Tempo.

Einen Ausschnitt der Sammlung können Kunstliebhaber indes bereits ab 27. August dieses Jahres betrachten: Dann nämlich kommt die Kabinettausstellung nach Greifswald, die am 1. April in der Alten Nationalgalerie Berlin eröffnet wurde. Unter dem Titel „Kopenhagener Malerschule“ werden neben sechs anderen auch 37 Werke aus der Sammlung Müllers gezeigt.

Der Kunstmäzen und die Galerie

Christoph Müller , einst Journalist und Zeitungsverleger, ist Mäzen aus Überzeugung. Mehrfach verschenkte er Kunst an verschiedene Häuser. Dem Land MV erwies er sich zuletzt 2013 als Gönner, als er dem Staatlichen Museum Schwerin 155 Werke niederländischer und flämischer Meister aus dem 16. bis 18. Jahrhundert übereignete.

Nach eigenen Aussagen sammelte er diese Arbeiten 30 Jahre lang, bevor er die Dänen für sich entdeckte. Ursprünglich wollte er diese der Alten Nationalgalerie Berlin zukommen lassen. Doch die Entscheidung fiel aus gutem Grund für Greifswald: Die Geburtsstadt Caspar David Friedrichs gilt als Vorposten der Romantik. Hier sind ihre verschiedenen Vertreter bereits zu sehen.

Deren Entwicklung nahm in Dänemark ihren Anfang — nämlich an der Kopenhagener Akademie, wo einst Friedrich, Runge und andere studierten.

Von Petra Hase

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