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„Ich hatte vom ersten Lied an Gänsehaut“

Nordischer Klang: Heute großes Abschlusskonzert des zehntägigen Festivals im St. Spiritus „Ich hatte vom ersten Lied an Gänsehaut“

Die schwedische Band „Wintergatan“ begeisterte hunderte Gäste / Ausstellung des Holzbauers Edvardas Racevicius eröffnet

Greifswald. Verträumt, verzaubernd, instrumental, elektronisch, sanft, leise, heftig, explodierend. Die schwedische Band „Wintergatan“, die von Skandinavien aus gerade beginnt, Europa und die Welt mit ihren faszinierenden Soundlandschaften zu erobern, ist einfach überwältigend.

Am Donnerstagabend gab sie innerhalb des Festivals „Nordischer Klang“ ein Konzert im Theater Vorpommern, das komplett ausverkauft war. „Wir haben die Band eingeladen, weil ihre Musik einfach unglaublich vielfältig und kreativ ist. Vor allem verströmt sie Glücksgefühle pur“, erklärte Projektorganisatorin Christine Nickel. Wintergatan (deutsch „Milchstraße“) formen einen neuen Instrumentalpop. Mit ihrer Musik kreieren sie das Innenleben einer Spieluhr: Verträumte Glockenspielklänge vermischen sich mit elektronischen Beats. Das absolut Einmalige: Bandfrontmann Martin Molin performte auf seiner selbstgebauten Musik machenden Murmelmaschine die schönsten Töne! Ein erster Song auf dieser besonderen Maschine verbreitet sich seit Anfang März viral im Internet und wurde bereits zigmillionen Mal angeklickt.

Auch sonst ist das Bandquartett keineswegs unkreativ: Zu E-Gitarren, Schlagzeug, Keyboard und Xylophon gesellten sich ganz selbstverständlich Vintage-Instrumente wie eine alte Schreibmaschine und ein Theremin, bei dem Töne mit Hilfe elektrischer Schwingungen erzeugt werden. Inspirieren ließen sich Wintergatan sowohl von Yann Thiersens Klangkunst als auch von schwedischer Folkloremusik. „Wir haben einfach Spaß bei dem, was wir machen“, erzählte Molin.

Das Vergnügen der Band übertrug sich auf das Publikum: Es wippte oder klatschte mit, einige Gäste standen sogar auf und tanzten. „Sie verströmen mit ihrer Musik absolute Glücksmomente. Ich hatte vom ersten Lied an Gänsehaut“, schwärmte Lena Stapelt.

Sinnfragen

des „kleinen Mannes“

Ein weiterer Höhepunkt des Nordischen Klangs war die Eröffnung der Ausstellung „Eine Werkschau“ in der STP-Galerie: Ein kleiner Mann mit weißem Hemd und schwarzer Hose steht auf einem Holzstumpf, aus seinem Kopf wächst ein Ast. Ein anderer hat sogar mehrere Holzköpfe, ein dritter scheint einen schrägen Ast hochzuklettern. In den Holzskulpturen des in Greifswald lebenden litauischen Künstlers Edvardas Racevicius verschmelzen das pflanzliche Gewebe, der Werkstoff Holz mit der künstlerischen Figur für den Betrachter auf vieldeutige Weise. Gezeigt werden sowohl neuere Arbeiten als auch Werke aus der frühen Findungsphase, wie Zeichnungen und Skizzen. „Ich freue mich sehr, hier eine Werkschau eines der renommiertesten Holzbauer ganz Europas zeigen zu können“, würdigte Galerist Peter Konschake die Leistungen.

Racevicius’ Holzskulpturen sind weltweit populär. Erst kürzlich stellte er in Litauen und Belgien aus. In seinen Arbeiten thematisiert der Litauer den Archetypus des „kleinen Mannes“. Mal ist der „Mann“ als Symbol des Menschen aus einer Astgabel geschnitzt, mal steht er, dann wiederum klettert oder liegt er. „Anfangs weiß ich nicht, was passiert, die Idee für die Figur entsteht sekundenschnell während des Bearbeitungsvorgangs des Holzes“, erklärte Edvardas Racevicius. Für die kleinen Skulpturen verwende der Künstler meist Lindenholz, da dies leichter zu bearbeiten und anzumalen sei. Die fast lebensgroßen, neueren Skulpturen hingegen schnitzt er aus Eichenholz.

„In meinen Arbeiten geht es um die existenzielle Frage der Selbstwahrnehmung. Wie nimmt jeder Mensch sich selbst, seine Umwelt wahr? Was können wir über das Glück, das Leben und den Tod wissen?“, fragt Racevicius. Holz stelle für ihn den optimalen Werkstoff dar, da es selbst lebe, wandelbar und formbar sei, begründet er. Sein Interesse an den Sinnfragen des Lebens findet sich auch darin wieder, dass der Litauer nach einer Bildhauerausbildung zunächst noch eine Priesterausbildung und ein Theologiestudium absolvierte, bevor er 1997 zur Bildhauerei kam.

Heute im St. Spiritus: 15 Uhr Familiennachmittag; 20 Uhr Konzert

Annemarie Bierstedt

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