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Greifswald Im neuen Club gehen bald wieder die Lichter aus
Vorpommern Greifswald Im neuen Club gehen bald wieder die Lichter aus
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00:00 24.03.2014
Der Club als Wohnzimmer: Muri (mittleres Foto, links) und Paul (rechts daneben) beleben das Greifswalder Nachtleben. Quelle: Fotos: Rosa (2), Stella Scholl

Das Nachtleben der Hansestadt hat eine neue Adresse bekommen. Die Leute des Greifswalder Partykollektivs Rosa haben in den ehemaligen Räumen eines Callcenters in der Bahnhofstraße einen veritablen Club eingerichtet. Stampfende Bässe statt Telefongeklingel. Zur Eröffnungsparty im Februar und zur Neuauflage Mitte März kamen mehrere hundert Freunde der elektronischen Tanzmusik und feierten bis nach Sonnenaufgang. Darunter viele Studenten, die die Semesterferien nicht ausschließlich mit lernen verbringen wollten. Aber: In nicht mal mehr einem halben Jahr ist schon wieder Schluss. Das Gebäude soll abgerissen werden.

Rosa war eine Idee, die Muri in der Badewanne hatte. „Mein Quietsche-Entchen heißt Rosa“, sagt der Initiator, der eigentlich Murat Demirkaya heißt und in Greifswald auf Lehramt studiert: „Die Stadt ist reich an kulturellen Angeboten, wir aber wollten unsere eigenen Ideen verwirklichen.“

Schnell fanden sich Gleichgesinnte, die Flyer machten oder nach Räumlichkeiten Ausschau hielten. Und so dauerte es nicht lange bis zur ersten Veranstaltung, damals noch im TV-Club. Die ist mittlerweile mehr als drei Jahre her. „Ich hatte wirklich Albträume, dass keiner kommt“, erzählt der heute 36-Jährige. Jetzt kann er darüber lachen und muss kein ausbleibendes Publikum mehr fürchten.

Der Name ist in der Szene längst etabliert und steht für ausgelassene, gut organisierte Partynächte. Und zum Rosa-Team gehören mittlerweile gut 20 Leute.

Doch in den Anfangstagen war alles noch mit einem finanziellen Risiko verbunden. Sie mussten alle Kosten selbst vorstrecken: „Bei den Veranstaltungen im TV-Club war das noch nicht so schlimm, aber wäre der Zirkus kein Erfolg geworden, hätten wir uns echt absetzen müssen.“ Der Zirkus war die erste wirklich große Rosa-Veranstaltung im Juni vergangenen Jahres. Ein an den Bäckerwiesen aufgestelltes Zirkuszelt war damals Herberge einer Party. Sie wurde ein Erfolg. Muri und sein Team blieben Greifswald treu.

Seitdem hat sich viel verändert. Locations wurden gewechselt und der Drang nach Selbstbestimmung wurde größer. „Ich glaube, es gibt nichts Schwierigeres, als in Greifswald gute Räume zu finden“, meint Muri. Doch dann der Volltreffer in der Bahnhofstraße. „Wir wollten am liebsten sofort rein und anfangen, dort unsere Ideen zu verwirklichen.“ An helfenden Händen mangelte es dabei nicht. Die Renovierung war nach zwei Monaten bewältigt.

Fertig sind sie aber trotz des bevorstehenden Abrisses noch lange nicht. Es soll sich immer etwas verändern, damit Neues geboten werden kann. Jede Veranstaltung solle einmalig werden, betont Muri.

Aber tut es ihnen nicht leid, dass sie jetzt so viel Arbeit da reinstecken, obwohl das Ende der Location schon in Sicht ist? „Nein. Wir sind alle noch so voller Euphorie und es macht so viel Spaß, da denkt jetzt noch keiner daran, was in sechs Monaten ist.“

Paul Zehner, ebenfalls Lehramtsstudent und neben Moon in my Pocket, Arvid und Verschnibbt & Zugenäht einer der festen DJs des Rosa-Teams, kann dem nur zustimmen: „Mich fragen immer wieder Leute, ob sie hier arbeiten können, einfach weil die Atmosphäre so gut ist.“ Und weil es Muri besonders wichtig ist, deutlich mehr als die ortsüblichen Stundenlöhne zu zahlen, bekommen zum Beispiel die Barkräfte dort auch sieben Euro pro Stunde. „Der etwas höhere Eintrittspreis errechnet sich aus den Kosten, die wir an einem Abend haben. Wir bezahlen damit die DJs, Getränke, die Leute hinterm Tresen und so weiter. Geld, das am Ende übrig bleibt, investieren wir in Deko und Technik“, erklärt Paul.

„Wir machen hier einfach das, was wir lieben“, sagt Muri. „Deswegen werden wir auch auf jeden Fall weitermachen, wenn wir hier raus müssen.“ Auch weil sie sich immer weiter entwickeln und ihre Ziele noch längst nicht alle erreicht haben: „Wir wollen das hier auch als Plattform nutzen, für politisches oder gemeinnütziges Engagement“, fügt er an.

Ihr größter Traum ist es, ein eigenes Festival auf die Beine zu stellen. Die Ideen dazu sind noch nicht ganz ausgereift, aber bis zum Sommer ist es ja noch ein paar Tage hin. Erstmal steht aber das Aufräumen auf dem Plan. Die letzte Party ist noch nicht lange her und bis zur nächsten ist es nicht mehr lange hin. Und die eine oder andere Neuerung soll es ja schließlich auch noch geben.

Nächste Rosa-Party: Freitag, 28. März, unter anderem mit Jake the Rapper, Bahnhofstraße 44/45

Ich glaube, es gibt nichts Schwierigeres als in Greifswald gute Räume zu finden.“Murat Demirkaya



Stella Scholl und Kai Lachmann

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