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Kulturwirtschaftsbericht: Verwaltung kapituliert

Greifswald Kulturwirtschaftsbericht: Verwaltung kapituliert

Der Bürgerschaft schlägt sie vor, ihren Beschluss zurückzunehmen

Greifswald. . Die Kultur- und Kreativwirtschaft gehört bundesweit zu den größten und entwicklungsstärksten Branchen. Greifswald als Unistadt bildet da sicher keine Ausnahme.

Doch was gibt es hier eigentlich alles? Wie viele Menschen leben von diesem Wirtschaftsbereich? Wo liegen ungenutzte Synergien? Und was kann, was sollte getan werden, um die Akteure und damit auch die Stadt weiter zu stärken und die Branche auszubauen?

All diese und weitere Fragen sollte ein Kulturwirtschaftsbericht für Greifswald beantworten. Mit dessen Erarbeitung hatte die Bürgerschaft die Verwaltung im Januar beauftragt – initiiert von Ulrich Rose (Alternative Liste) und den Linken. Zehn Monate später kapituliert nun die Verwaltung und schlägt dem Parlament vor, seine Entscheidung zurückzunehmen. Begründung: „Wir kommen nicht weiter, da wir keine Datenquellen erhalten und nicht ansatzweise die Akteure zu fassen bekommen“, erklärte Fabian Feldt am Dienstagabend im Rathaus. Der Abteilungsleiter für Wirtschaft und Tourismus schlug dem Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur der Bürgerschaft deshalb vor, den Januarbeschluss aufzuheben. Alternativ „könnten wir einen Kreativtag gestalten, um die Akteure zu erreichen und zu erfahren, welchen Unterstützungsbedarf sie haben“, sagt Feldt. Kulturamtsleiterin Anett Hauswald betrachtet das als gute Möglichkeit, „mit den Akteuren direkt in Kontakt zu treten. Das hätte einen größeren Mehrwert“, gab sie Feldt Rückendeckung.

Ulrich Rose sieht das völlig anders. Allein die bestehende „Datenerhebung des Landes ist ganz hervorragend, man muss es nur auf Greifswald herunterbrechen“, sagte er und listete der Verwaltung gleich eine ganze Reihe von möglichen Quellen auf. Zudem hätten mittlerweile mehr als zwei Dutzend Städte einen Kulturwirtschaftsbericht erstellt, der ihnen die Chance biete, dieses Feld aktiver zu bestellen. „Das wäre wohl eine Neuheit und eine Zumutung, dass die Bürgerschaft einen eigenen Beschluss aufheben soll“, kritisierte Rose. Damit würden die Kommunalpolitiker zugleich noch andere Ziele aufgeben. Denn dem Kulturwirtschaftsbericht sollte auch eine Kulturanalyse folgen und dieser wiederum Förderrichtlinien für das städtische Kulturbudget. „Bisher galt das Windhundprinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, hatte Rose seinen Vorstoß damals begründet.

Im Kulturausschuss herrschte angesichts des Misserfolgs der Verwaltung Ratlosigkeit. „Wenn die Verwaltung sagt, sie kann es nicht, sollten wir nicht darauf beharren“, meinte Patrick Leithold (Grüne).

Er plädierte dafür, Feldts Alternativvorschlag hinsichtlich eines Kreativtages anzunehmen.

Daniel Seiffert (Linke) sah das nicht ein und argumentierte gegen eine Aufhebung des Beschlusses. Immerhin hätte das Amt, wenn es sich selbst nicht in der Lage sehe, den Auftrag auszuführen, Hilfe von Externen in Anspruch nehmen können. Immerhin gebe es Büros im Land, die in diesem Metier lange zu Hause seien. „Warum wurde kein Kostenvoranschlag eingeholt“, fragte Seiffert. Ludwig Spring (Bürgerliste) indes kritisierte, dass sich der Ausschuss per Tischvorlage mit diesem Thema beschäftigen muss: „Für mich ist die Dringlichkeit überhaupt nicht gegeben. Warum sollen wir darüber sofort entscheiden“, fragte er.

Rainer Steffens (CDU) versuchte schließlich einen Kompromiss zu finden: Der Januarbeschluss sollte für ein halbes Jahr außer Kraft gesetzt werden. Am Ende einigte sich das Gremium darauf, die Beschlusskontrolle einfach in das zweite Quartal 2017 zu verschieben. Heißt: Die Stadtverwaltung hat nun mehr Zeit, sich nochmal mit dem Thema zu befassen, möglicherweise auch externe Fachleute einzubeziehen und wie vorgeschlagen einen Kreativtag für Akteure zu veranstalten.

Petra Hase

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