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Kunst am Marx-Platz: Entwürfe abgelehnt

Greifswalder Westend: Platz umgestaltet, Skulptur fehlt noch Kunst am Marx-Platz: Entwürfe abgelehnt

Für 20 000 Euro wollte die Stadt eine Skulptur errichten – Doch keiner der fünf eingereichten Beiträge überzeugte die Jury / Nun wird das Geld anders genutzt

Greifswald. Pech für alle, die Kunst im öffentlichen Raum lieben: Auf dem Karl-Marx-Platz am westlichen Ende von Greifswalds Fußgängerzone wird doch keine Skulptur aufgestellt. Der Kunstwettbewerb, den die Stadt Anfang Juni ausgerufen hatte, ist ohne Sieger zu Ende gegangen. Keinen der fünf eingereichten Entwürfe fand die Jury „der Empfehlung zur Umsetzung würdig“. An jedem hatte sie etwas auszusetzen, von Sicherheitsmängeln bis hin zu künstlerischen Defiziten.

Fünf Künstler, drei Verwaltungsmitarbeiter und ein Anwohner saßen in dem Gremium, darunter der Galerist Hubert Schwarz, die Kunsthistorikerin Susanne Papenfuß vom Caspar-David-Friedrich-Zentrum und Sascha Ott von der Interessengemeinschaft Westend. Haben sie zu Recht so entschieden? Ist es besser, keine Skulptur aufzustellen als eine der eingereichten?

„Keines dieser Kunstwerke ist wirklich schlecht“, meint Sascha Ott. „Aber es gab eben auch keines, das alle Kriterien erfüllt hätte.“ Die Idee, Kunst am Westend zu errichten, sei vor Jahren aufgekommen, als die Stadt plante, das tote Ende der Fußgängerzone aufzuwerten – jenen wenig besuchten Bummel-Abschnitt von der Dompassage bis zum Karl-Marx-Platz.

Inzwischen ist der Abschnitt neu gemacht und belebt, doch die Kunst fehlt. „Wir wollten ein großes Kunstwerk, das man schon von weitem sieht und das einem signalisiert: Aha, auch da hinten ist noch was los“, sagt Sascha Ott. Eines, das belebend wirke und neugierig mache, zum Platz, zu dessen Geschichte und zu Greifswald passe.

Die Stadtverwaltung reagierte: 20000 Euro aus Städtebaufördermitteln wollte sie in ein solches Kunstwerk fließen lassen. „Auch jetzt sind noch alle Jurymitglieder der Meinung: So wie der Platz gestaltet ist, verdient er ein Kunstwerk“, erklärt Stadtsprecherin Andrea Reimann. Ob das wirklich kommt, ist nun aber fraglich.

Sascha Ott hofft, dass die Stadt eine neue Wettbewerbsrunde ausruft und diesmal eine höhere Summe als 20000 Euro für die Realisierung bereitstellt. „Kunst muss man sich etwas kosten lassen“, sagt er. Von 20000 Euro könne man schon kaum das Material für eine große Skulptur bezahlen. Auch aus der Stadtverwaltung kommt die Aussage: Eine neue Wettbewerbsrunde mit mehr Geld wäre schön.

Doch es gibt da ein Problem: Die 20000 Euro Fördermittel stehen dann nicht mehr bereit. Sie fließen nun in andere Maßnahmen innerhalb der Sanierungsmaßnahme „Innenstadt und Fleischervorstadt“, erklärt Reimann. Soll trotzdem ein Kunstwerk aufgestellt werden, muss das also aus dem Kernhaushalt der Stadt bezahlt werden. Die Bürgerschaft hat zu entscheiden, ob sie das will. Und das Kunstwerk tritt in Konkurrenz zu zig anderen Investitionsvorhaben in der Stadt.

Offenbar eine Folge, die gar nicht allen in der Jury klar war. „Ich dachte, die 20000 Euro stünden weiter bereit“, sagt Ott. Wenn das nicht der Fall sei, wolle er mit seiner CDU-Fraktion in der Bürgerschaft dafür kämpfen, dass die Anwohner bekämen, was man ihnen versprochen habe.

Die Investitionsliste der Stadt ist allerdings lang. Und nicht zum ersten Mal würde die Bürgerschaft an dem Versuch scheitern, sich auf ein Kunstwerk zu einigen. Jahrelang war geplant, auf dem Markt eine Skulptur aufzustellen, die auf Caspar David Friedrich Bezug nehme. Kein Entwurf setzte sich durch. Am Ende griff CDU-Mann Egbert Liskow in die eigene Tasche und stellte auf seiner privaten Wiese zwischen Dom und Fischmarkt eine Friedrich-Skulptur auf – eine, die ihm gefällt.

Die Wettbewerbsmodelle sind heute und morgen von 8 bis 15 Uhr im Kulturamt zu sehen, Goethestraße 2a.

Sybille Marx

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