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Kunst für Karl-Marx-Platz gestorben

Greifswald Kunst für Karl-Marx-Platz gestorben

Und die Paepke-Stele ist kopflos / Muss das so bleiben?

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„Was ist ein Denkmal ohne einen Kopf?“ Das steht auf einem Pappschild an der Stele zur Ehrung des ehemaligen Bürgermeisters Carl Paepke.

Greifswald. . Einen Hingucker am Greifswalder Westend sollte sie bilden: die Skulptur, die mit Städtebaufördermitteln geschaffen und auf den Karl-Marx-Platz gestellt werden sollte. Doch ein Brief von OB Stefan Fassbinder (Grüne) an die Ortsteilvertretung Innenstadt diese Woche macht klar: Daraus wird nichts. Einen zweiten Kunstwettbewerb nach dem gescheiterten ersten (die OZ berichtete) wird es nicht geben, da nützen auch die Fördermittel nichts.

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Und die Paepke-Stele ist kopflos / Muss das so bleiben?

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Nach den Dokumenten, die uns vorliegen, könnte man nicht von einer Wiederherstellung der Bronzebüste sprechen.Annett Hauswald, Kulturamtschefin

„Ich bin total enttäuscht“, sagt Yvonne Görs (Linke), Mitglied der Ortsteilvertretung Innenstadt. „Wir haben diese Idee vor zwei, drei Jahren angeschoben, Zeit war also genug, Geld ist jetzt sogar auch noch da, und trotzdem geht es nicht?“ Tatsächlich klingt es paradox. 30000 Euro aus Städtebaufördermitteln standen zur Verfügung, bis April nächsten Jahres. Der Wettbewerb, den die Stadt im Juni ausgerufen hatte und der damit endete, dass eine Jury alle fünf Künstlerentwürfe ablehnte, kostete nur 6000 Euro. Theoretisch wären jetzt also 24000 Euro übrig, um einen zweiten Anlauf zu starten.

Genau das hatte die OTV der Verwaltung im Oktober auch vorgeschlagen. Man solle einen „offenen Wettbewerb“ für Künstler aus MV ausrufen und die Greifswalder AG „Kunst im öffentlichen Raum“

entscheiden lassen, schrieb Gamal Khalil (Bürgerliste) als Vorsitzender. Geht leider nicht, stellt Fassbinder nun klar. Denn für die Verwendung von Städtebaufördermitteln gälten bestimmte Richtlinien. Die AG „Kunst im öffentlichen Raum“ dürfe nicht als Preisgericht agieren, weil die Mehrheit ihrer Mitglieder keine Künstler seien. Zweitens dürfe die Stadt kein zweites Mal Fördermittel für einen Wettbewerb am Marxplatz verwenden, die übrigen 24000 Euro könnten also „nur für das Kunstwerk selbst, das heißt für seine Herstellung und Aufstellung genutzt werden“.

Yvonne Görs hält es für denkbar, dass das Kulturamt der Stadt darum europaweit nach fertigen Kunstwerken sucht, die zum Platz passen könnten. „Man müsste sehen, was auf dem Markt ist“, sagt sie.

Andere Mitglieder der OTV könnten sich vorstellen, eins der fünf von der Jury verworfenen Kunstwerke in die Bürgerschaft einzubringen und doch zu bauen.

Annett Hauswald, Leiterin des Kulturamts, riet von beidem ab. „Die Bürgerschaft könnte sich zwar über die Empfehlung der Wettbewerbsjury hinwegsetzen, aber damit würde man jeden Wettbewerb ad absurdum führen“, sagte sie. Und ein schon fertiges Kunstwerk zu suchen – „wer soll das machen, ich wüsste nicht, wen ich da ansprechen sollte“, sagte sie.

Setzt sich keine der alternativen Ideen durch, wird es ein Kunstwerk für den Karl-Marx-Platz also nur geben, wenn die Bürgerschaft dafür Geld aus dem städtischen Haushalt bereitstellt. Axel Hochschuld (CDU) deutete an, mit seiner Fraktion eine entsprechende Vorlage einzubringen.

Annett Hauswald, Leiterin des Kulturamts, räumte ein, dass die Sache „unglücklich gelaufen“ sei. Künftig müsse die Verwaltung, wenn Fördermittel für Kunst bereitstünden, schon früher in die Planung gehen, sagte sie. Tatsächlich ist der Karl-Marx-Platz nicht der einzige, an dem Fördermittel für Kunst bereitstehen, aber möglicherweise nicht genutzt werden. Beim Bahnhofsvorplatz, der an den ehemaligen Greifswalder Bürgermeister Carl Paepke erinnert, könnte das Gleiche passieren. Peter Multhauf (Linke) und Axel Hochschild (CDU) plädieren seit langem dafür, auf die dortige Stele von 1867 wieder einen Paepke-Kopf zu setzen: Die verloren gegangene Büste könne man nach historischen Vorlagen nachgießen lassen, sagen sie (die OZ berichtete). Derzeit hängt an der Paepke-Stele auch ein Pappschild: „Was ist ein Denkmal ohne einen Kopf?“

Annett Hauswald erklärte in der OTV Innenstadt, was sie schon Anfang des Jahres im Hauptauschuss der Bürgerschaft erklärt hatte: „Nach den Dokumenten, die uns vorliegen, könnte man nicht von einer Wiederherstellung der Bronzebüste sprechen.“ Nur eine neue, ähnliche Büste könne man gießen. Aber diese auf eine historische Stele zu setzen, scheine ihr als Kunsthistorikerin fragwürdig.

Wenn die Bürgerschaft es will, könnte das Kulturamt trotzdem drei Künstler ansprechen und aus ihren Entwürfen zusammen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde den besten aussuchen, sagte Annett Hauswald. 30 000 Euro Fördermittel stünden noch bis April bereit. „Das wäre sehr sportlich, aber schon irgendwie machbar.“

Peter Multhauf nahm diese Äußerung als Startsignal: An diesem Wochenende will er eine Beschlussvorlage erarbeiten. „Ich bin zuversichtlich.“

Sybille Marx

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