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Kunst mit Spargel, Stroh und Flachs

Wrangelsburg Kunst mit Spargel, Stroh und Flachs

Papiermanufaktur Wrangelsburg setzt auch nach 15 Jahren auf das Ehrenamt

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Kristine Kautz ist Josy mit dem Schöpfsieb behilflich. Im Hintergrund versuchen sich Gabriel (li.) und Lonny beim Papierschöpfen. Die Kinder, die die Greifswalder Kita „Weidenbaum“ besuchen, fühlten sich in der kleinen Wrangelsburger Manufaktur sichtlich wohl.

Quelle: Fotos: Petra Hase

Wrangelsburg. Wasser, ein paar Naturmaterialien wie Spargel, Flachs oder Stroh, dazu Schöpfsiebe und eine Handvoll Kreativität: Viel mehr braucht es nicht, um wundervolle Kunstwerke entstehen zu lassen. Dafür steht seit 15 Jahren die Papiermanufaktur Wrangelsburg, die nichts von ihrer anfänglichen Attraktivität des Neuen eingebüßt hat. Im Gegenteil.

 

OZ-Bild

Mit Holzbuchstaben und Farbe drucken: Herbert Kautz (re.) zeigt Mayla, wie das geht. Die Kinder Toni und Villem sowie Anja Au und Enrico Bartz schauen aufmerksam zu.

„Dies ist einer meiner Lieblingsorte“, verrät Anja Au, Leiterin der Greifswalder Kindertagesstätte „Weidenbaum“. Als naturnahe Einrichtung „sind wir am historischen Handwerk und an nachhaltigen Projekten sehr interessiert“, sagt Au. Toni und Villem, Mayla und Isabel sowie die anderen Kinder sind deshalb auch voll bei der Sache, als Schöpfexpertin Kristine Kautz ihnen die Papierentstehung mit wenigen Worten zunächst erklärt. Kurz darauf matschen die Lütten selbst in der Pulpe, dem Papierbrei mit den Naturzutaten, und gautschen konzentriert mit dem Sieb eine erste Lage ab. „Die Kinder haben immer Gefallen an dieser Sache“, sagt Kautz.

Martinschüler stellen Arbeiten zu Luther im Dom aus

Kautz muss es wissen. Bietet die 72-Jährige doch von Anfang an gemeinsam mit weiteren Mitstreitern die beliebten Projekttage für Kitas und Schulen an. „Im Frühjahr beispielsweise hatten wir ein sehr schönes dreiwöchiges Projekt mit der Greifswalder Martinschule, die aus Anlass des Reformationsjubiläums eine große Arbeit über Martin Luther anfertigt“, nennt Kautz ein Beispiel. Das Ergebnis werde demnächst in einer Ausstellung im Greifswalder Dom präsentiert.

Sämtliches Engagement in der Papiermanufaktur, betont die kreative Frau, beruhe auf ehrenamtlicher Tätigkeit. Dennoch benötige die Einrichtung Geld für Materialien und Ausrüstung. Um das und auch die Betriebskosten des Hauses finanzieren zu können, werden von den Mitgliedern des Trägervereins „Papier und Druck“ dekorative Papiersterne, unikate Notizbücher, Geschenktüten und anderes mehr aus geschöpften Papieren hergestellt und auf Märkten verkauft. „Die Weihnachtsmärkte in der Adventszeit sind unsere Haupteinnahmequelle“, berichtet Kristine Kautz. Sorgen bereite ihr deshalb die jüngst aufgemachte Forderung der Gemeinde, künftig 100 Euro Miete pro Monat zu zahlen. „Im Moment arbeiten wir kostendeckend. Diese Mietzahlung würde uns überfordern“, sagt Kautz und hofft auf eine einvernehmliche Lösung.

Trägerverein bringt es nicht zu Reichtum

Denn große Erträge stünden nicht in Aussicht. Zwar gebe es auch langjährige Kooperationen mit Partnern, zu denen neben Schulen und Kitas der Künstlerbund MV gehöre. Auch das Ausrichten von Kindergeburtstagen sei bei Eltern beliebt. Doch zu Reichtum bringe es der Trägerverein mit all seinen Aktivitäten nicht.

Um so mehr freut sich Kristine Kautz, wenn neue Einrichtungen auf die Papiermanufaktur aufmerksam werden: „Die Wirtschaftsakademie Nord hat jetzt Interesse an einer Sommerakademie angemeldet.

Vielleicht entsteht daraus etwas Langfristiges“, sagt sie. Auch die Holzwerkstatt in ihrem Domizil, einem umgebauten Schafstall, stoße immer wieder auf großes Interesse. „Es ist die einzige Werkstatt ihrer Art in unserer Region. Deshalb kommen immer wieder mal ehemalige Setzer und Drucker zu uns, um sich die alte Technik anzuschauen“, erzählt die Gladrowerin. Um an die Anfänge der Papiermanufaktur zu erinnern, alte Freunde und Weggefährten wiederzusehen sowie neue Liebhaber zu gewinnen, begeht der Verein „Papier und Druck“ den 15. Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür am 2.

Juli. Schauen, Klönen, vielleicht auch selbst mal ausprobieren – all das ist ab 10 Uhr möglich.

Petra Hase

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