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Kunstraub 1991 bewegt Uni immer noch

Greifswald Kunstraub 1991 bewegt Uni immer noch

Vor 25 Jahren stahlen drei Männer 45 Gemälde – Die Schäden waren groß und sind noch nicht ganz behoben

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Vor 60 Besuchern ging Rita Sauer, Mitarbeiterin der Uni-Kustodie, gestern auf den Diebstahl der im Konzilsaal des Uni-Hauptgebäudes hängenden Gemälde vor 25 Jahren ein.

Greifswald. 25 Jahre nach dem Diebstahl dutzender wertvoller Ölgemälde aus ihrem Hauptgebäude ringt die Greifswalder Universität noch immer mit den Folgen. In der Nacht vom 10. auf den 11. April 1991 waren drei Männer aus Berlin durch ein unzureichend verriegeltes Fenster am Westgiebel des Komplexes in der Domstraße eingestiegen und hatten insgesamt 45 Porträts Gelehrter aus dem 18. und 19. Jahrhundert geraubt. Als die Polizei die Bilder Monate später ausfindig machte, waren nicht wenige beschädigt. Bis heute sei es nicht gelungen, alle Zerstörungen durch Restaurierung zu beheben, die Kosten dafür seien immens, machte Rita Sauer, zuständig für die Akademische Kunstsammlung der Universität, am gestrigen bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ deutlich.

OZ-Bild

Vor 25 Jahren stahlen drei Männer 45 Gemälde – Die Schäden waren groß und sind noch nicht ganz behoben

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Die Diebe damals waren keine Kunstkenner.“Rita Sauer, Mitarbeiterin der Uni-Kustodie

Der damalige Kunstraub sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Experten hätten den Gesamtwert der gestohlenen Werke auf 1,74 Millionen D-Mark taxiert, schilderte Rita Sauer. Anders als die renommierte Wochenzeitung „Der Spiegel“ vermutete, handelte es sich bei den Tätern nicht um Mitglieder einer „ internationalen Antik-Connection“. Auch wenn die von ihnen geraubten Bilder beinahe den Weg zu dieser gefunden hätten. Die Diebe, so Sauer, seien keine Profis gewesen: „Statt die Gemäldeleinwand sauber aus dem jeweiligen Rahmen zu schneiden, nahmen sie die Werke mitsamt ihrer Rahmen von der Wand und verstauten sie auf der Ladepritsche eines Lkw.“ Beim Transport hätte die wertvolle Fracht dann Kratzer, Risse und Abplatzungen erlitten.

Aufgrund eines anonymen Anrufs kamen Ermittler dem Trio damals alsbald auf die Spur. Der vermeintliche Zeuge konnte sich sowohl an den Lkw erinnern, den die Täter Stunden vor ihrem Raubzug im Hof des Uni-Hauptgebäudes geparkt hatten, als auch an dessen Nummernschild. Im Zuge seiner Vernehmung habe der Hauptverdächtige die Tat schließlich eingeräumt, schilderte Rita Sauer. „Die Bilder hatten er und seine Komplizen für nur 6000 D-Mark an einen libanesischen Gemüsehändler verkauft.“ Der wiederum habe das Raubgut an einen Berliner Antikhändler durchgereicht. Ein Gericht verurteilte den Haupttäter seinerzeit zu achteinhalb Jahren Gefängnis. Seine beiden Mittäter erhielten Bewährungsstrafen.

In Greifswald stößt der Vorfall von 1991 noch immer auf reges Interesse. Gut 60 Bürger hörten den Ausführungen von Rita Sauer gestern im Konzilsaal der Uni gebannt zu. Dabei hatten sie die meisten der damals gestohlenen Gemälde vor Augen.

Zu sehen gab es am gestrigen „Tag des offenen Denkmals“ viel in Greifswald. Das größte Interesse rief die im Pommerschen Landesmuseum eröffnete Fotografieausstellung „Greifswald - der private Blick“

hervor. Gut 500 Besucher kamen gleich am ersten Tag. Bis Ende Januar noch sind die gut 200 Aufnahmen zu sehen, die von Bürgern der Stadt in der Zeit von 1960 bis 1990 geschossen wurden. Eine Jury hatte sie unter mehr als 2000 Bildern ausgesucht, die nach einem Aufruf an die Bevölkerung im Museum eingegangen waren. Die in ihrer Mehrzahl nie zuvor öffentlich präsentierten Fotos waren vornehmlich für den Privatgebrauch gedacht – als Erinnerung an Geschehnisse, Zustände und Verhältnisse im Greifswald der DDR.

Sven Jeske

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