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Kuratoren sichten Luther-Briefe für Reformationsschau

Greifswald Kuratoren sichten Luther-Briefe für Reformationsschau

Pommersches Landesmuseum gewährt erste Einblicke in die Ausstellung, die im Mai 2017 eröffnet wird

Greifswald. Einen rund 500 Jahre alten Brief haben selbst Geschichtsforscher nicht alle Tage vor der Nase. Erst recht nicht, wenn er aus der Feder Martin Luthers stammt.

 

OZ-Bild

Eine von drei Seiten des an den Herzog gerichteten Briefes, unterzeichnet von Martin Luther.

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Insofern ist es für den Historiker Joachim Krüger im Pommerschen Landesmuseum derzeit ein wahres Vergnügen, sich der Ausstellung „Luthers Norden“ zu widmen.

2017 jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung Luthers Thesen gegen den Ablasshandel – der Beginn der Reformation. Diesem Jubiläum widmet das Museum ab Mai eine Sonderschau, die gemeinsam mit dem Schleswig- Holsteiner Landesmuseum Schloss Gottorf konzipiert wird. Auch wenn Luther selbst nie im Norden weilte, entwickelten seine Ideen hier doch eine besondere Dynamik. Dafür steht auch einer seiner Briefe, den er 1529 an den Herzog Heinrich V. von Mecklenburg schrieb. „Luther hatte erfahren, dass eine Rostocker Druckerei sein Testament in deutscher Sprache nachdrucken wollte, und war mächtig verärgert“, so Joachim Krüger. Zumal es sich dabei um eine verfälschte Übersetzung gehandelt habe, ein Raubdruck von Hieronymus Emser – katholischer Theologe und Gegenspieler Luthers. „Luther war so erbost, dass er den Herzog in einem Brief bat, den Druck in Rostock zu untersagen“, berichtet Krüger. Und tatsächlich: Am 18.12.1529 erlässt Heinrich V. an den Rostocker Rat das Druckverbot.

Das wiederum sei mutig gewesen, denn Heinrichs Bruder, Herzog Albrecht VII., war ein Gegner der Reformation ...

Verfälschte Übersetzungen, Raubdrucke, Verbote: „Damals gab es noch keinen Copyright- Schutz“, sagt Jenni Klingenberg, Pressereferentin des Museums, und freut sich wie ihr Kollege, diesen besonderen Lutherbrief bald der Öffentlichkeit zeigen zu können. „Er gibt den Auftakt und wird, wie alle folgenden Briefe, aus konservatorischen Gründen nur zwei Monate gezeigt“, sagt Kurator Krüger. Das äußerst lichtempfindliche Papier, das aus dem Landeshauptarchiv Schwerin stammt, solle auch für die Nachwelt erhalten werden.

Die Reformationsschau beinhalte etwa 120 Exponate, darunter bedeutende Leihgaben großer Museen. Eine Vielfalt moderner Medien wie Stop-Motion-Filme, Hörstationen und ein Medientisch sollen den Besuch zu einem nachhaltigen Erlebnis gestalten. Petra Hase

OZ

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