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Maler Helmut Maletzke ist tot

Greifswald Maler Helmut Maletzke ist tot

Der Maler Helmut Maletzke starb am Sonntag im Alter von 97 Jahren in Greifswald. 1946 gründete er die Künstlergruppe „„Die Buhne““. 1950 wurde er Mitglied im Verband Bildender Künstler. Erst vor wenigen Jahren wurde bekannt, dass Maletzke zu DDR-Zeiten als informeller Mitarbeiter der Stasi tätig gewesen ist.

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Helmut Maletzke im Pommernhus mit einem Bild einer polnischen Künstlerin, das während der InterArt 2013 gezeigt wurde.

Quelle: Foto: Petra Hase

Greifswald. Die bekannte Greifswalder Silhouette mit den drei Kirchen ist auf Helmut Maletzkes erster abgedruckter Zeichnung aus dem Jahre 1948 zu sehen. „Es gibt weltweit wenige Städte, die so eine schöne Silhouette haben wie Greifswald“, schrieb der Maler in seinem im August erschienenen Band „Altes Greifswald“. Es war Helmut Maletzkes letzte große Arbeit. Sonntag starb der Maler im Alter von 97 Jahren in Greifswald.

Der am 8. Oktober 1920 in Neustettin (heute Polen) geborene Maletzke kam 1941 erstmals nach Greifswald. 1946 gründete er die Künstlergruppe „Die Buhne“. Von 1947 bis 1957 arbeitete er an der Chirurgischen Klinik als wissenschaftlicher Zeichner. 1950 wurde er Mitglied im Verband Bildender Künstler. Maletzke studierte Kunstgeschichte am Caspar-David-Friedrich-Institut. 1953 fertigte er seine erste baugebundene Arbeit an. Viele weitere solcher Arbeiten folgten, ehe ihm wegen Auseinandersetzungen mit Partei- und Kulturfunktionären die baugebundene Kunst untersagt wurde. Maletzke malte dann Ölgemälde, auch zeitkritische. Der Künstler reiste viel ins Ausland und stellte auch in der damaligen BRD aus.

Nach der Wende wurden seine Bilder in Paris, New York, Los Angeles und St. Petersburg gezeigt. 1994 kehrte der Pommersche Künstlerbund nach MV zurück. Helmut Maletzke wurde Vorsitzender. 1997 richtete er die Galerie „Pommernhus“ ein, die von der Helmut-Maletzke-Stiftung getragen wird. Maletzke initiierte auch das im Mai 2010 eingeweihte Denkmal für Greifswalds größten Sohn, Caspar David Friedrich.

Im Oktober des gleichen Jahres, zu Maletzkes 90. Geburtstag, dann der große Knall: Der Maler war von 1961 bis 1989 informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR. In einer dramatischen Vollversammlung entschied sich eine überwiegende Mehrheit der Mitglieder des Pommerschen Künstlerbundes zur Trennung vom Pommernhus und zum Abbruch der Zusammenarbeit mit Maletzke, der austrat. In seiner Autobiographie „Im Schutz Deiner Flügel“ spricht Maletzke von einer „negativen, einseitigen, tendenziösen Darstellung“ und stellte sich selbst als Opfer dar.

Seit 25 Jahren verfasst er auch Bücher, über 40 wurden es.

„Man kann zu Maletzke gestanden haben, wie man will, er war eine Institution und hat viel für Greifswald getan. Ich selbst bin dankbar, dass er sich so um das Friedrich-Denkmal bemüht hat “, sagte gestern der CDU-Landtagsabgeordnete Egbert Liskow. „Es gibt keinen Künstler, der so viele Spuren wie er in Greifswald hinterlassen hat“, ist der Bürgerschaftsabgeordnete Peter Multhauf (Linke) überzeugt. Das Pommernhus sei ein wichtiger Ausstellungsort für Kunst in der Stadt.

Werke des Künstlers in der Stadt

1953 schuf Helmut Maletzke im Senatsaal des Rathauses ein großes Wandbild mit dem Thema „Das mittelalterliche Greifswald“.

1971 gestaltete er das Mosaik „Blumenmädchen und Gärtnerjunge“ am Giebel des Wohnblockes 108 im Dubnaring in Greifswald. Auch die Umgestaltung der Gedenktafel in der Greifswalder Marienkirche im Jahre 1985 zu einem Mahnmal gegen den Krieg geht auf den Künstler zurück.

1997 schuf Helmut Maletzke die Bildtafeln „Hören“ und „Sehen“ für das Berufsbildungswerk Greifswald. Von Helmut Maletzke stammt auch der Entwurf, den 2008 ein deutsch-polnisches Künstlerkollektiv in der Greifswalder Lappstraße umsetzte. Das 30 Meter lange Wandbild befasst sich mit dem Thema „Greifswald und seine Vergangenheit“.

Eckhard Oberdörfer

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