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„Meine Flucht“: Film zeigt gefährliche Reise ins Ungewisse

Greifswald „Meine Flucht“: Film zeigt gefährliche Reise ins Ungewisse

Ein Kampfflugzeug rauscht durch den Himmel. Bomben fallen heraus. Eine Stimme ist zu hören, arabisch, im flehenden Tonfall.

Greifswald. Ein Kampfflugzeug rauscht durch den Himmel. Bomben fallen heraus. Eine Stimme ist zu hören, arabisch, im flehenden Tonfall. Dann die riesigen Explosionen.

Stimmengewirr, Schreie, wackelige Bilder, gefilmt mit einer Handykamera. Innerhalb der wenigen Sekunden am Anfang des Filmes „My Escape/Meine Flucht“ wird klar, dass die Menschen ihr Leben riskieren, wenn sie dort bleiben, wo es Bomben regnet.

Regisseurin Elke Sasse hat für den Film, der am Dienstagabend im Koeppenhaus vor 70 Zuschauern gezeigt wurde, Videos zusammengeschnitten, die Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa mit ihren Smartphones aufgenommen haben. Diese Authentizität macht den Film sehr eindringlich. Der Zuschauer begleitet Syrer, Afghanen und Eritreer auf ihren meist chaotischen und lebensgefährlichen Reisen gen Europa, in eine ungewisse Zukunft.

Gefühle zwischen Hoffung und Hoffnungslosigkeit sind spürbar, als Bilder aus überfüllten Schlauchbooten gezeigt werden, die vom türkischen Festland in Richtung der griechischen Inseln unterwegs sind.

Die Angst vor dem Kentern und dem Sterben ist den Menschen ins Gesicht geschrieben.

Doch nicht nur im Mittelmeer sterben Menschen. Afrikanische Flüchtlinge aus Eritrea durchqueren auf ihrem beschwerlichen Weg nach Norden die Sahara. Vermutet wird, dass dort genauso viele Menschen sterben wie im Mittelmeer ertrinken (2014 waren es 7000). Im Film sieht man Menschen dicht gedrängt auf der Ladefläche eines Geländewagens, der Fahrer rast so schnell er kann. Man sieht, wie die Flüchtlinge tagelang in der Wüste ausharren. Die Überlebenden beschreiben später, wie andere von der Hitze dahingerafft wurden.

Vor allem wird klar, dass Schlepper und Schleuser wie eine Mafia agieren und sich mit Waffen Respekt verschaffen. „Es gibt kein Zurück, wenn du in den Händen der Menschenhändler bist“, sagt ein Flüchtling. Die Odyssee geht in Europa weiter. Bürokratische Hürden, lange Fußmärsche, die Ankunft in Deutschland ein Happy End. Regisseurin Sasse überlegt, noch einen Film zu machen. Er soll das neue Leben hierzulande zeigen.

„Nichts ist schlimmer, als im Krieg zu bleiben“, sagte Zuschauer Mohammad Algadban im Anschluss. Der Syrer kam im Herbst 2015 hierher. Die Bilder konnte er alle nachvollziehen. „Ich habe es genau so erlebt.“ kl

OZ

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