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Mit Flori auf Entdeckungstour

Stralsund Mit Flori auf Entdeckungstour

Ozeaneum und Meeresmuseum locken noch bis zum 4. September mit dem Familiensommer

Stralsund. Geht es um Tintenfische, dann macht dem siebenjährigen Florian so schnell niemand etwas vor. Der Jona-Schüler kennt sich super aus mit Kopffüßern und verblüfft selbst Biologin Ria Schmechel. Wie aus der Pistole geschossen kommen die Antworten, als es um Fachbegriffe wie Tentakeln, Weichtiere oder Saugnäpfe geht. „Und wenn du heute unser Haus verlässt, bist du ein richtiger Krakenexperte“, verspricht die Museumspädagogin.

Während des Familiensommers, der noch bis zum 4. September ins Ozeaneum und Meeresmuseum lockt, können die Kinder täglich eine spannende Entdeckungstour durch beide Einrichtungen unternehmen. Und da wird natürlich auch Station bei den Kraken gemacht. Flo, wie er von seinen Freunden genannt wird, hatte gestern besonderes Glück. Denn er durfte sogar hinter die Kulissen schauen. Als Gewinner eines Osterrätsels rund um die Kraken hatte er unter 200 richtigen Einsendern das große Los gezogen.

Aufgeregt erzählt der Junge, der zusammen mit Mutti Claudia gekommen war, dass er jeden Museumsrundgang toll findet und ganz oft hier ist. Die Familie hat eine Jahreskarte. Aber auch Bücher, Hörspiele und Fernsehsendungen über Tiere haben es dem Steppke angetan. Deshalb weiß er wohl so gut Bescheid. Und er möchte später mal seinen eigenen Zoo bauen.

„Als wir das erste Mal das Meeresmuseum besucht haben, saß Florian noch im Kinderwagen“, erinnert sich die Heilerzieherin. In der Halle der „Riesen der Meere“ stimmt Ria Schmechel den aufgeweckten Gast auf das Jahresthema des Museums ein, das sich mit „Kraken & Konsorten“ befasst.

„Wenn ich tief ins Meer springen könnte, würde ich gern ein wenig länger bei den Kraken, Kalmaren, Sepien und Perlbooten zu Besuch sein“, sagt die 36-Jährige. „Diese Tiere, die sich so deutlich von uns Menschen unterscheiden, sind einfach faszinierend. Sie sind verspielt, neugierig und intelligent zugleich“, beschreibt die Wissenschaftlerin. „Und sie stehen für das ganze Meer.“

Kein Wunder also, dass Kinder ebenso wie Erwachsene von der außergewöhnliche Spezies angetan sind. Tierpfleger André Oetjen bringt es auf den Punkt: „Kraken machen echt Spaß.“ Mit dem Mitarbeiter des Aquarienteams darf Florian den pazifischen Riesenkraken namens Strakan füttern und sogar anfassen. „Das gelingt sicher nicht vielen Kindern in Deutschland“, sagt André Oetjen.

Auf den Namen Strakan war der Tintenfisch nach Vorschlägen auf der OZ-Facebook-Seite getauft worden. Strakan setzt sich aus den Anfangssilben seinem jetzigen Heimatort Stralsund und dem Geburtsland Kanada zusammen. Von dort war der muntere Geselle erst im Februar 2016 extra eingeflogen worden.

Seitdem hat er aber ordentlich zugelegt, wiegt geschätzte zehn Kilo und bringt es auf eine Spannweite von über zwei Metern. In einem weiteren Becken in unmittelbarer Nachbarschaft ist seit kurzem ein zweiter – wenn auch kleinerer – Riesenkrake zu sehen. Der kam zur selben Zeit ebenfalls aus Kanada, wiegt schon über drei Kilo, soll aber noch kräftig wachsen. Begeistert beobachtet Florian, wie das Tier auf Krebsjagd geht und seinen Körper fast so wie ein Fischernetz über der Beute ausbreitet.

Inzwischen hat André Oetjen auch Strakan aufgeweckt, der sich zunächst noch etwas rar gemacht hatte. Nach den ersten Streicheleinheiten schlingt er seine riesigen Fangarme um die Hand des Tierpflegers. Vorsichtig berührt auch Flori den Kraken. „Man kann genau sehen, wie er seine Farbe wechselt“, staunt der Junge. Coole Sache.

Marlies Walther

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