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Greifswald Mit Zeichnungen auf Zeitreise

Der Maler Helmut Maletzke publiziert Ansichten aus dem Greifswald vergangener Tage

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Helmut Maletzke hat gern am damaligen Stadthafen gezeichnet. Au diesem Bild von 1948 faszinierte ihn die Entladung mit einem kleinen Kran, der auf Schienen fuhr, am nördlichen Bollwerk. Im Hintergrund ist das 1951 abgerissene Steinbecker Tor zu sehen. Heute (rechts) sieht es hier ganz anders aus.

Greifswald. Das DDR-Modellprojekt „Umgestaltung der Greifswalder Altstadt“ hat die Universitätsstadt sehr verändert. Viel historische Substanz wurde abgerissen. Nach der Wende wurde manche Wunde wieder geschlossen. Aber nicht nur die historische Bebauung der Loefflerstraße ist weitgehend verloren. Zwischen Rossmühlenstraße und Ryck gibt es sogar nichts Historisches mehr.

OZ-Bild

Der Maler Helmut Maletzke publiziert Ansichten aus dem Greifswald vergangener Tage

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Um so mehr verdient der neue Band „Altes Greifswald“ des Malers Helmut Maletzke Beachtung. Das vom Team des Pommernhuses gestaltete Buch enthält zeichnerische Zeugnisse einer Universitätsstadt, die es so nicht mehr gibt. Der 1920 in Neustettin geborene Maletzke kam 1941 erstmals nach Greifswald. „Es gibt weltweit wenige Städte, die so eine schöne Silhouette haben wie Greifswald“, schreibt er.

„Ich sehe als Faktoren drei mittelalterliche Kirchen, welche aus einer harmonischen Skyline hervorragen, dies in einer ebenen, weiten Landschaft, über welcher sich ein hoher Himmel dehnt. Das Bild besticht durch Einfachheit.“ Diese, auch in der DDR oder danach nicht wesentlich beeinträchtigte Silhouette zeigt Maletzkes erste abgedruckte Zeichnung aus dem Jahre 1948.

Insgesamt sind etwa 40 Kunstwerke im Buch abgebildet. Darunter ist eines aus der Nachwendezeit, und zwar von 2008. Maletzke stellte den heutigen Museumshafen dar, passend zu den vielen anderen älteren Motiven im Bereich des Ryck. Viele Kohlekähne hat Maletzke dargestellt und auch das 1951 abgerissene Steinbecker Tor findet man auf einer der Zeichnungen. An der Nordseite des Ryck gab es damals noch keine Bummelmeile. Der Bereich vor der Steinbeckerbrücke war noch Wirtschaftshafen, und die Bebauung reichte bis an nahe an das Südufer.

Auch vom Holzteich, dessen Rest heute von bunten Häusern umgeben ist, blieb nicht viel. Einen gut besuchten Weihnachtsmarkt gab es schon 1955, den Maletzke in einer „Durchdrücktechnik“ künstlerisch gestaltete.

Maletzke hat die malerische Lappstraße im gleichen Jahr gezeichnet, deren Bebauung weitgehend dem Flächenabriss in der DDR zum Opfer fiel. Sie ist wenigstens als nunmehr großteils anders bebauter Straßenzug erhalten. An die Rossmühlenstraße, die der Künstler 1948 zeichnete, erinnert nicht viel mehr als der Name. Dass das von ihm 1968 als Motiv gewählte „Heizwerk am Ryck“ (heute befindet sich dort die Wohnresidenz am Ryck) nicht mehr steht, wird dagegen kaum jemand schmerzen. Spannender für Geschichtsinteressierte ist sicher die Darstellung der inzwischen weitgehend demontierten Gasanstalt in der Marienstraße.

Das älteste in das Buch aufgenommene Bild präsentiert übrigens den Blick auf St. Jacobi und St. Nikolai in der Domstraße im Jahre 1946. Die Jacobikirche hatte damals noch ihren alten, 1955 abgebrannten Turm. eob Info: Helmut Maletzke: Altes Greifswald, ISBN 978-3-943692-12-9, es kostet 22 Euro, die Bilder sind derzeit im Pommernhus zu sehen, wo das Buch erhältlich ist.

Eckhard Oberdörfer

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